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Sport Wintersport
11/20/2021

ÖSV-Slalomstar Gallhuber: "Ich wollte nicht aus dem Starthaus raus"

Wie die Olympia-Dritte Katharina Gallhuber ihr erstes Karrieretief meisterte und mit neuer Zuversicht in den Levi-Slalom startet.

Die beiden Olympiamedaillen von Katharina Gallhuber haben seit Sommer ein neues Zuhause. Neuerdings hängen sie bei ihr daheim im Schlafzimmer und die 24-Jährige hat ganz bewusst die Nähe zu den Trophäen gesucht. Weil sie so jeden Tag ihr großes Saisonziel namens Olympia vor Augen hat. Und weil die zwei Medaillen Katharina Gallhuber ständig an die beste Zeit ihrer Ski-Karriere erinnern: die Winterspiele 2018 in Pyeongchang, von denen sie mit Silber (Team) und Bronze (Slalom) heimgekehrt war.

„Ich erwische mich oft dabei, dass ich zu den Medaillen hingehe, sie angreife und mir denke: Mit Olympia habe ich schon gute Erfahrungen gemacht.“

Wobei Katharina Gallhuber keineswegs Gefahr läuft, in Nostalgie zu schwelgen. Dafür hat die Slalomspezialistin in der jüngeren Vergangenheit auch zu viele bittere Momente erlebt. Wenige Monate nach ihrer olympischen Fahrt ins Rampenlicht wurde der steile Aufstieg der Senkrechtstarterin durch einen Kreuzbandriss jäh gestoppt. Danach sah sich die Niederösterreicherin erstmals in ihrer Karriere mit Problemen, Sorgen und auch Selbstzweifeln konfrontiert.

Steiniger Weg

„Ich habe das nicht gekannt, dass es einmal nicht so nach Wunsch läuft“, erzählt Katharina Gallhuber, „früher ist es bei mir ja immer nur bergauf gegangen.“ Die schwere Knieverletzung und der damit verbundene steinige Weg zurück zu alter Stärke haben der 24-Jährigen in den vergangenen beiden Saison ordentlich zugesetzt.

Im Comeback-Winter 2019/’20 kam sie in der Hälfte der Slaloms nicht in die Wertung und fuhr nur einmal in die Top Ten. In der vergangenen Saison wurde die Olympiadritte nicht für die WM in Cortina nominiert und hatte einen neunten Rang als Top-Ergebnis vorzuweisen. „Im letzten Winter bin ich einige Male oben gestanden und wollte nicht aus dem Starthaus raus. Mir hat völlig das Vertrauen gefehlt“, erinnert sich Gallhuber.

Wertvolle Erfahrungen

In so einem Zustand lässt es sich nicht schnell und souverän durch die Slalomtore fahren. „Sobald du Selbstzweifel hast, wird’s schwierig“, weiß die 24-Jährige. „Wir sind ja Rennfahrer, und so macht das dann nicht wirklich viel Spaß. Man muss schon gierig darauf sein, schnell ins Ziel zu kommen.“

Irgendwann hat Katharina Gallhuber gemerkt, dass sie selbst gegen die ernste allgemeine Verunsicherung ankämpfen muss und ihr oben im Starthaus oder auf der Piste kein Trainer helfen kann. „Ich habe gelernt, wie ich mich verhalten muss, wenn ich zum Beispiel supernervös bin. Wie ich mich dabei selbst austricksen kann. Die Erfahrungen haben mich auch als Mensch sehr reifen lassen.“

Neue Sicherheit

Im Laufe des letzten Winters haben sich dann die ersten Teilerfolge eingestellt und plötzlich verspürte Katharina Gallhuber auch wieder das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. „Drittbeste Laufzeiten, Schnellste in Teilabschnitten – da hat man gesehen, was in mir steckt“, sagt die 24-Jährige.

Wenn Katharina Gallhuber an diesem Wochenende bei den ersten Saisonslaloms in Levi (FIN) am Start steht, dann tut sie das mit einer Portion Zuversicht und Sicherheit. „Das Vertrauen ist wieder da: Ich weiß, ich kann schnell fahren, ich gehöre da dazu. Und das gibt ein gutes Gefühl.“

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