FIS Alpine Skiing World Cup in Flachau

© EPA / PHILIPP GUELLAND

Sport Wintersport
01/12/2021

Flachau-Slalom: Shiffrin verhindert ersten Liensberger-Sieg

Der US-Skistar setzte sich knapp durch und verhinderte damit den ersten Karriere-Erfolg der Vorarlbergerin.

von Stefan Sigwarth

Ski-Star Mikaela Shiffrin hat am Dienstag-Abend den Flutlicht-Slalom in Flachau gewonnen. Die US-Amerikanerin verwies ÖSV-Hoffnungsträgerin Katharina Liensberger auf Platz zwei, die Vorarlbergerin hatte nach einem starken zweiten Lauf nur 0,19 Sekunden Rückstand. Damit blieb ihr auch diesmal ihr erster Weltcup-Sieg verwehrt. Platz drei ging an die Schweizerin Wendy Holdener.

Dass sie mit Schneekanone und Pistenraupe umzugehen verstehen, das beweisen die Flachauer schon seit Jahren. Heuer haben sie sich aber mit einem eigens aufgeschobenen riesigen Starthügel selbst übertroffen – und bewiesen, dass man auch für den zwölften Nachtslalom der Damen im Pongau noch einmal einen ganz neuen Kurs auf der Hermann-Maier-Weltcupstrecke aufbauen kann.

Dass dadurch im Gegensatz zu früheren Ausgaben keine Zeit blieb, um in den Rhythmus zu finden, behagte freilich nicht allen. Allen voran Katharina Liensberger, die in der laufenden Saison in jedem Slalom auf dem Podest gelandet war: „Ich bin nicht ganz so in den Bewegungsfluss gekommen, wie ich mir das vorgestellt hatte, speziell am Anfang“, erklärte die zweifache Dritte und zweifache Zweite aus Vorarlberg nach dem ersten Lauf.

SKI-ALPINE-SLALOM-WORLD-WOMEN-AUT

0,33 Sekunden lag die 23-Jährige hinter der führenden Mikaela Shiffrin, 0,19 hinter Petra Vlhova auf Platz 3 – Liensberger brauchte eine Idee, um ihre Stockerlserie fortzusetzen. Das Rezept: „Es ist ein sehr aggressiver Schnee, da heißt es mit Gefühl fahren und die Balance finden, um richtig schnell zu sein.“ Die Umsetzung: Laufbestzeit, und was für eine.

Erfolgreicher als Hirscher

1,33 Sekunden legte Liensberger zwischen sich und Semmering-Siegerin Michelle Gisin, der sie die Führung entriss. Das Ende der Unserie der österreichischen Slalom-Damen (letzter Sieg von Nicole Hosp am 30. November 2014 in Aspen) war zum Greifen nah. Petra Vlhova fiel zurück (+0,43), Wendy Holdener ebenso (+0,24). Blieb nur noch eine.

SKI ALPIN: WELTCUP-SLALOM DER DAMEN IN FLACHAU - SHIFFRIN (USA)

Doch Mikaela Shiffrin ließ mit dem 68. Weltcupsieg Marcel Hirscher hinter sich und arbeitet sich weiter an Lindsey Vonn (82) und Ingemar Stenmark (86) heran. Längst ist die 25-jährige Amerikanerin mit ihren 44 Slalom-Siegen allein auf weiter Flur im gesamten Weltcup, es ist ihr erster Erfolg im Stangenwald seit dem 29. Dezember 2019 in Lienz. Um 19 Hundertstel war sie schneller als Liensberger, "ich habe mich wieder lebendig gefühlt".

Chiara Mair bestätigte ihre Konstanz als Siebente („Wenn man in den Top Ten nicht zufrieden ist, dann stimmt die Richtung“), während Katharina Truppe nach dem Ausfall in Zagreb mit dem Selbstverständnis raufte und Zehnte wurde.

Das WM-Rennen

Der Flachauer Nachtbewerb war für die Damen der letzte Slalom bis zum WM-Rennen in Cortina d’Ampezzo am 20. Februar. Hinter Liensberger, Truppe und Mair liegt Katharina Huber (am Dienstag 12.) auf der Poleposition für einen Platz im Aufgebot.

Am kommenden Wochenende werden im slowenischen Kranjska Gora zwei Riesenslaloms ausgetragen, die ursprünglich in Maribor geplant waren, aber dem inzwischen schon traditionellen Schneemangel am Pohorje zum Opfer gefallen sind.

Katharina Liensberger und Kolleginnen bleibt somit die Möglichkeit, bei Europacup- und FIS-Slaloms die Wettkampfform bis zum – übrigens auch zuschauerlosen, wie am Dienstagabend bekannt wurde – Höhepunkt dieser Saison zu bewahren. Neben zwei Speed-Wochenenden (Crans-Montana, Garmisch-Partenkirchen) gibt es dann auch noch den Riesenslalom am Kronplatz in Südtirol am 26. Jänner.

  1. Mikaela Shiffrin (USA) 1:47,92 Minuten
  2. Katharina Liensberger (AUT) + 0,19 Sekunden
  3. Wendy Holdener (SUI) + 0,43
  4. Petra Vlhova (SVK) + 0,62
  5. Michelle Gisin (SUI) + 1,52
  6. Camille Rast (SUI) + 2,55
  7. Chiara Mair (AUT) + 2,57
  8. Laurence St-Germain (CAN) + 2,78
  9. Paula Moltzan (USA) + 2,79
  10. Katharina Truppe (AUT) + 2,85
  11. Lena Dürr (GER) + 2,91
  12. Katharina Huber (AUT) + 2,95
  13. Melanie Meillard (SUI) + 3,01
  14. Sara Hector (SWE) + 3,07
  15. Maria Therese Tviberg (NOR) + 3,30
  16. Kristin Lysdahl (NOR) + 3,34
  17. Martina Dubovska (CZE) + 3,37
  18. Ana Bucik (SLO) + 3,54
  19. Emelie Wikström (SWE) + 3,66
  20. Kaja Norbye (NOR) + 3,71
  21. Elsa Fermbäck (SWE) + 3,82
  22. Leona Popovic (CRO) + 3,82
  23. Andreja Slokar (SLO) + 3,91
  24. Mina Holtmann (NOR) + 3,94
  25. Nastasia Noens (FRA) + 3,97
  26. Asa Ando (JPN) + 4,07
  27. Thea Louise Stjernesund (NOR) + 4,10
  28. Anita Gulli (ITA) + 4,41
  29. A J Hurt (USA) + 4,58
  30. Sara Rask (SWE) + 4,89

Ausgeschieden: Irene Curtoni (ITA).

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