Mario Stecher bangt um Karriere

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Nach seiner neunten Knieoperation schließt auch Stehaufmännlein Stecher den Rücktritt nicht mehr aus.

Neun!" Die Antwort kommt schnell, aber sie kommt Mario Stecher deshalb noch lange nicht leicht über die Lippen. "Leider stehen wir jetzt schon bei neun Knieoperationen."

Neun Operationen – eigentlich ein kleines medizinisches Wunder, dass jemand mit einer so langen Krankengeschichte überhaupt eine so beeindruckende Erfolgsstory schreiben konnte: Mario Stecher, Österreichs Mister Nordische Kombination, ist Olympiasieger und Weltmeister und auch in seiner 21. (!) Weltcupsaison hatte er einen Stammplatz in der Weltspitze: Sieg im Teamsprint in Kuusamo an der Seite seines Kollegen Bernhard Gruber, Platz drei beim Heimweltcup in Ramsau – der 35-Jährige erlebte in diesem Winter seinen x-ten Frühling. Und dann folgte der Absturz von Wolke sieben. "Es nervt, dass es mich immer dann erwischt, wenn ich gerade richtig gut drauf bin."

Knorpelschaden

Das Malheur passierte im Training in Seefeld. Ein perfekter Sprung und ein optimaler Aufwind ergaben bei der Landung eine schmerzhafte Kombination. "Ich bin zu weit gesprungen", erinnert sich Stecher, dem sofort klar war, dass ihm schon wieder ein Termin mit den Chirurgen seines Vertrauen blüht. "Ich kenne die Schmerzen", sagt der Routinier, der sich diesmal einen Knorpelschaden im rechten Knie eingefangen hat und am Donnerstag in Innsbruck operiert werden musste.

Und nun? War’s das jetzt mit der Weltmeisterschaft in Val di Fiemme (20. Februar bis 3. März)? War’s das gar mit der erfolgreichen Karriere des Evergreens?

Ärgerlich: 'Es nervt, dass es mich immer dann erwischt, wenn ich gerade richtig gut drauf bin'
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Spaßfaktor

Noch spricht aus Mario Stecher der Optimismus. Noch spricht er vom "lässigsten Job der Welt" und vom "großen Spaß", den ihm die Kombination auch im hohen Alter noch immer bereitet. Aber irgendwann geht auch dem größten Stehaufmännlein die Kraft aus. "Gesünder und fitter bin ich durch diese Verletzung jetzt sicher nicht geworden", sagt Mario Stecher, der im worst case auch ein Karriereende nicht mehr ausschließt. "Eine Gaudi ist es für mich nur dann, wenn ich konkurrenzfähig sein kann und vorne dabei bin. Mittelmäßige Ergebnisse können mich nicht mehr befriedigen."

( Kurier ) Erstellt am 03.01.2013