Großer Sport: Petra Vlhova tröstet Mikaela Shiffrin

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Sport Wintersport
01/11/2022

Nachtslalom in Schladming: Shiffrin siegt, Mair Vierte

Die Amerikanerin feiert den 73. Weltcupsieg, Petra Vlhova holt die kleine Kristallkugel und Chiara Mair überzeugt.

Gatschpiste in Zagreb, Rumpelpiste in Kranjska Gora – im vierten Rennen des Jahres 2022 hatten die Skifahrerinnen am Dienstagabend endlich wieder einmal normale und gute Bedingungen. Und das noch dazu auf der legendären Männer-Piste in Schladming  am Fuße der Planai – auch wenn sie sie bei ihrer Premiere nicht in voller Länge bestritten. Das Starthaus wurde um einige Meter nach unten versetzt, womit unter Flutlicht etwa zehn Fahrsekunden fehlten.

Slalom-Dominatorin Petra Vlhova verpasste im siebenten Saisonbewerb zum erst zweiten Mal den Sieg: Wie schon in Killington zeigte Mikaela Shiffrin ihrer slowakischen Rivalin die Olympiasiegerin und feierte ihren 73. Weltcupsieg, den 47. im Slalom, womit sie Ingemar Stenmark hinter sich ließ. Danach flossen die Tränen bei der Amerikanerin, die nach Corona-Infektion und einem Einfädler in Kranjska Gora ihren Emotionen freien Lauf ließ. 

„Es ist so ein Privileg, auf diesem Hang zu fahren“, sagte Shiffrin, „ich war das letzte Mal hier bei der WM 2013“, als sie 17-jährig erstmals Slalom-Weltmeisterin wurde. „Ich wollte einfach nur einen guten Job machen. Es ist ein Traum. Manchmal muss man einfach das Risiko auf sich nehmen – und hoffen, dass es gut ausgeht.“

Mit Bestzeit im zweiten Durchgang verwies Shiffrin Vlhova um 15 Hundertstelsekunden auf den zweiten Rang, Platz drei ging an die Deutsche Lena Dürr (+0,93). Im Ziel wurde die Amerikanerin dann von der Slowakin umarmt und getröstet, im Gegenzug gab es höchstes Lob: „Petra fährt Slalom einfach so, wie es sein muss.“

Im Tief

Weltmeisterin Katharina Liensberger war nach einem verpatzten Wochenende in Kranjska Gora (Riesenslalom-Finale verpasst, Einfädler im Slalom) auf Wiedergutmachung aus, die Vorarlbergerin  musste sich aber nach kleinen Problemen im ersten Lauf und großen im zweiten mit Platz 21 begnügen, 2,73 Sekunden hinter der Siegerin.

„Ich wusste, ich muss attackieren und die Skier einfach voll laufen lassen“, sagte die 24-jährige Göfnerin, „man hat wirklich schnell dagegenhalten müssen – und das ist mir leider nicht gelungen.“ Immerhin konnte sie mit Akrobatik und viel Mühe einen Ausfall in den letzten Toren des zweiten Durchgangs noch verhindern.

„Es hat nicht sein sollen. Schade.“ Sicherheit und Konstanz seien noch nicht so vorhanden wie gewünscht, gestand Liensberger, die diese Mankos nun im bis zum Olympia-Slalom verbleibenden Monat beheben will.

SKI-ALPINE-WORLD-WOMEN-SLALOM

Im Hoch

In Abwesenheit der Corona-positiven und symptomfreien Katharina Truppe vermochten die übrigen Österreicherinnen nur bedingt in die Bresche zu springen. Ein  Rufzeichen setzte aber die seit einem Jahr  so gebeutelte Tirolerin Chiara Mair, die sich mit 1,05 Sekunden Rückstand an die vierte  Stelle setzte – bestes Karriereergebnis und ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Olympia-Nominierung.

„Ich hatte viele Probleme in dieser Saison und bin noch lange nicht dort, wo ich sein will“, sagte die  25-Jährige, die zuletzt am 12. Jänner 2021 in den Top Ten war. Ihre Landsfrau  Marie-Therese Sporer hingegen brachte den elften Zwischenrang nicht ins Ziel. Katharina Huber kam in beiden Läufen nicht zurecht und quittierte Platz 15 (+1,95) mit „Des gibt’s doch net“.

 Katharina Gallhuber verpasste die Qualifikation für das Finale als 31. ebenso wie Stephanie Brunner (38.) und Bernadette Lorenz (43.).

 1. Mikaela Shiffrin (USA)      1:32,66       45,70 46,96
 2. Petra Vlhova (SVK)          1:32,81 +0,15 45,28 47,53
 3. Lena Dürr (GER)             1:33,59 +0,93 45,55 48,04
 4. Chiara Mair (AUT)           1:33,71 +1,05 46,52 47,19
    Camille Rast (SUI)          1:33,71 +1,05 46,03 47,68
 6. Leona Popovic (CRO)         1:34,04 +1,38 46,42 47,62
 7. Mina Fürst Holtmann (NOR)   1:34,16 +1,50 46,30 47,86
 8. Laurence St-Germain (CAN)   1:34,17 +1,51 46,99 47,18
 9. Amelia Smart (CAN)          1:34,34 +1,68 46,61 47,73
10. Maria Therese Tviberg (NOR) 1:34,38 +1,72 46,92 47,46
11. Charlotta Säfvenberg (SWE)  1:34,40 +1,74 46,51 47,89
12. Ana Bucik (SLO)             1:34,54 +1,88 46,73 47,81
13. Charlotte Guest (GBR)       1:34,56 +1,90 46,58 47,98
14. Rosa Pohjolainen (FIN)      1:34,58 +1,92 46,52 48,06
15. Katharina Huber (AUT)       1:34,61 +1,95 46,88 47,73
16. Nastasia Noens (FRA)        1:34,85 +2,19 46,91 47,94
17. Sara Hector (SWE)           1:35,05 +2,39 46,58 48,47
18. Martina Dubovska (CZE)      1:35,08 +2,42 47,28 47,80
19. Nina O'Brien (USA)          1:35,30 +2,64 47,15 48,15
20. Maria Schkanowa (BLR)       1:35,31 +2,65 47,08 48,23
21. Katharina Liensberger (AUT) 1:35,39 +2,73 46,07 49,32
22. Aline Danioth (SUI)         1:35,52 +2,86 47,07 48,45
23. Anita Gulli (ITA)           1:35,64 +2,98 46,83 48,81
24. Asa Ando (JPN)              1:35,73 +3,07 47,27 48,46

Ausgeschieden im 1. Durchgang: Michelle Gisin (SUI), Anna Swenn-Larsson (SWE)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Marie-Therese Sporer (AUT), Wendy Holdener (SUI), Ali Nullmeyer (CAN), Paula Moltzan (USA), Erin Mielzynski (CAN), Emma Aicher (GER)

Gesamtwertung (20/37 Rennen):

  1. Mikaela Shiffrin (USA)      966
  2. Petra Vlhova (SVK)          911
  3. Sofia Goggia (ITA)          657
  4. Sara Hector (SWE)           582
  5. Wendy Holdener (SUI)        408
  8. Ramona Siebenhofer (AUT)    353
 10. Lara Gut-Behrami (SUI)      343
     Katharina Liensberger (AUT) 343
 17. Katharina Truppe (AUT)      273
 19. Mirjam Puchner (AUT)        244
 26. Cornelia Hütter (AUT)       168
 28. Katharina Huber (AUT)       151

Slalom Frauen (7/9):

 1. Petra Vlhova (SVK)          660
 2. Mikaela Shiffrin (USA)      440
 3. Wendy Holdener (SUI)        321
 4. Lena Dürr (GER)             312
 5. Katharina Liensberger (AUT) 272
10. Katharina Truppe (AUT)      157
12. Katharina Gallhuber (AUT)   116
14. Katharina Huber (AUT)       113
21. Chiara Mair (AUT)            88
30. Marie-Therese Sporer (AUT)   43

Mannschaft Frauen (20):

 1. Österreich             2530
 2. Schweiz                2051
 3. Italien                1966
 4. USA                    1546
 5. Norwegen                950

Nationencup (37):

 1. Österreich             5193
 2. Schweiz                4570
 3. Italien                3184
 4. Norwegen               2520
 5. USA                    2215
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