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05.01.2013

Loitzl gewinnt Bischofshofen-Quali

Die beiden Siegfavoriten Schlierenzauer und Jacobsen schwächeln.

Das Ergebnis der Qualifikation für das Finale der Vierschanzen-Tournee war kein Maßstab für Gregor Schlierenzauer. Der Spitzenreiter hatte am Samstag in Bischofshofen wie mehrere Springer vor ihm Probleme mit der unmittelbar vor dem Absprung ausbrechenden Spur und kam über den 37. Platz (122 m) nicht hinaus. Verunsichern ließ sich der 22-Jährige dadurch aber nicht.

Sein Herausforderer Anders Jacobsen (NOR) "flatterte" mit 130,5 m auf den sechsten Platz. Wolfgang Loitzl (132,0) tankte als Gewinner der Qualifikation viel Selbstvertrauen, zehn Österreicher sind im Bewerb am Sonntag (16.30/live ORF eins) dabei.

Kick

Schlierenzauer wurden nach dem Absprung die Ski nach unten gedrückt, der Titelverteidiger musste mit dem linken Arm gegensteuern und verlor dadurch viel an Weite. "Es fühlte sich an, wie wenn man einen Kick mitbekommt beim Sprung", sagte der Innsbruck-Sieger, sah für den Bewerb aber kein Problem. "Die (Veranstalter, Anm.) kriegen das sicher hin." Nach seinem grandiosen Erfolg in seiner Heimat war Schlierenzauer vor dem Finale locker. "Ich bin sehr entspannt und freue mich auf Sonntag."

Jacobsen zog es den linken Ski weg, er hatte aber zuvor im Training mit 142 m seine Klasse gezeigt. Die Enttäuschung von Innsbruck (Platz sieben) habe er abgeschüttelt, sagte der 27-Jährige. "Ich habe Kleinigkeiten nachjustiert, beim Skispringen kann alles passieren", sagte er zum Duell mit dem um 10,7 Punkte führenden ÖSV-"Adler". "Gregor ist der vielleicht beste Skispringer. Ich muss zwei perfekte Sprünge machen und Gregor muss ein kleiner Fehler unterlaufen", formulierte der Gewinner von 2007 seine Chance auf den Gesamtsieg.

Perfekte Landung

Loitzl, der 2009 auf dem Weg zu seinem Gesamtsieg auch das Tournee-Finale gewonnen hatte, erhielt für perfekt gelandete 132 m mit 136,1 die Bestnote vor dem Polen Kamil Stoch (135,5 für 136 m). "Leider war das nur die Quali, aber es tut sehr gut", betonte der Steirer. "Das gibt viel Energie nach den Tiefschlägen der vergangenen Tage und daran will ich im Bewerb anschließen."

Zweitbester Österreicher war überraschend der Lokalmatador Stefan Kraft (133,0) als Fünfter. Der Spitzenreiter des Kontinentalcups flog vielen Arrivierten davon. "Dass ich das rübergebracht habe, ist cool", sagte der 19-Jährige, der sich aus dem nationalen Kontingent in Innsbruck für das Finale qualifiziert hatte (23.). Andreas Kofler klassierte sich an der 9. Stelle und Martin Koch unterstrich als 13. seinen Aufwärtstrend. Vorjahressieger Thomas Morgenstern landete auf dem 18. Platz.

Pechvogel

Pech hatte Manuel Fettner. Dem Elften der Gesamtwertung und damit zweitbesten Österreicher schlug es unmittelbar nach der Landung (123 m) die Bindung des rechten Skis auf, bei dem unvermeidlichen Sturz zog er sich eine Ellbogenverletzung zu. Im Spital in Schwarzach wurde eine Rissquetschwunde am linken Ellbogen versorgt, zudem erlitt der Tiroler Prellungen am Oberkörper. Ob er am Mittwoch in Wisla schon wieder im Weltcupteam stehen würde, war vorerst nicht abzusehen. Der Russe Denis Kornilow kam bei einem ähnlichen Sturz glimpflich davon.

Qualifikation:

1. Wolfgang Loitzl AUT 132,0 136,1
2. Kamil Stoch * POL 136,0 135,5
3. Tom Hilde * NOR 135,5 133,8
4. Michael Neumayer GER 137,0 132,3
5. Stefan Kraft AUT 133,0 131,9
6. Anders Jacobsen * NOR 130,5 131,8
7. Andreas Wellinger * GER 130,0 131,4
8. Vladimir Sografski BUL 135,0 129,5
9. Andreas Kofler * AUT 128,5 128,2
10. Richard Freitag * GER 128,5 128,1
11. Dimitri Wassiliew RUS 135,0 126,4
12. Lauri Asikainen FIN 129,5 126,4
13. Martin Koch AUT 130,0 125,4
14. Robert Kranjec SLO 130,0 123,9
15. Michael Hayböck AUT 128,0 123,6
16. Noriaki Kasai JPN 129,0 122,9
17. Dawid Kubacki POL 129,5 121,6
18. Thomas Morgenstern * AUT 129,5 121,5
19. Peter Prevc SLO 125,0 121,2
20. Rune Velta NOR 126,0 121,0
21. Andreas Wank GER 127,0 120,5
22. Juri Tepes SLO 130,5 120,3
23. Jan Matura CZE 126,0 120,3
24. Andreas Stjernen NOR 126,0 119,2
25. Severin Freund * GER 126,0 118,0
26. Stefan Hula POL 124,5 117,4
27. Lukas Hlava CZE 126,5 117,2
28. Simon Ammann SUI 121,0 116,8
29. Reruhi Shimizu JPN 126,5 116,3
30. Krzystof Mietus POL 123,0 115,5
31. Taku Takeuchi JPN 124,0 115,2
32. Martin Schmitt GER 122,0 112,0
33. Mackenzie Boyd-Clouwes CAN 123,0 111,3
34. Piotr Zyla POL 121,5 110,4
35. Lukas Müller AUT 122,0 110,4
36. Anders Fannemel NOR 125,0 109,7
37. Gregor Schlierenzauer * AUT 122,0 109,5
38. Anders Bardal * NOR 121,0 109,4
39. Peter Frenette USA 120,5 109,3
40. Sebastian Colloredo ITA 119,5 106,8
41. Maciej Kot POL 120,0 106,7
42. Matjaz Pungertar SLO 121,0 105,9
43. Cestmir Kozisek CZE 121,0 105,6
44. Ilija Rosliakow RUS 119,5 103,4
45. Jaka Hvala SLO 118,0 102,5
46. David Unterberger AUT 119,0 101,4
47. Daiki Ito JPN 118,5 101,2
48. Manuel Poppinger AUT 118,0 100,4
49. Vegard Svensen NOR 117,5 99,7
50. Gregor Deschwanden SUI 118,0 98,6
Nicht qualifiziert:
51. Thomas Diethart AUT 118,0 98,3
56. Markus Schiffner AUT 116,5 92,6

gestürzt:
58. Manuel Fettner AUT 123,0 91,2
59. Denis Kornilow RUS 126,0 90,1

* fix qualifiziert

Die k.o.-Duelle im ersten Durchgang mit ÖSV-Beteiligung:
Loitzl - Gregor Deschwanden (SUI)
Poppinger - Tom Hilde (NOR)
Unterberger - Kraft, Jacobsen - Jaka Hvala (SLO)
Kofler - Matjaz Pungartar (SLO)
Koch - Anders Bardal (NOR)
Morgenstern - Mackenzie Boyd-Clowes (CAN)
Müller - Noriaki Kasai (JPN)
Hayböck - Anders Fannemel (NOR)
Schlierenzauer - Robert Kranjec (SLO)

Zauner nach zweitem Kreuzbandriss operiert

Der steirische Skispringer David Zauner hat sich nach einem erneuten Kreuzbandriss einem Eingriff unterziehen müssen. Der 27-Jährige hatte sich die Verletzung im rechten Knie beim Kontinentalcup in Lahti zugezogen, nachdem dieses Band im linken Knie bereits 2010 gerissen war. Zauner wurde am Mittwoch in Innsbruck operiert, am Freitagabend durfte er das Spital wieder verlassen.

Nun steht Rehabilitation auf dem Programm, mit dem Skispringen will Zauner erst nach sieben Monaten wieder beginnen.