Sport | Wintersport
19.01.2018

Letzter Aufruf für den Flieger nach Südkorea

Dieses Wochenende greifen die letzten Wackelkandidaten nach einem Ticket für die Olympischen Winterspiele in Südkorea.

Heute sind’s noch genau drei Wochen bis zur Eröffnung der Winterspiele in Pyeongchang. Im österreichischen Olympia-Flieger nach Korea sind nur mehr Restplätze zu vergeben, dieses Wochenende bietet die letzte Chance für Spätbucher. Am Montag wird das Olympia-Aufgebot bekanntgegeben. Am Dienstag fassen die Athleten ihre Olympia-Roben aus, einen Tag später wird das österreichische Team offiziell von Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der Hofburg verabschiedet.

Endgültig muss das Team dann am 28. Jänner feststehen. Aber wie sieht die Mannschaft, die in Pyeongchang für Glanzstunden sorgen soll, eigentlich aus? Wer sind die Fixstarter, wer die Wackelkandidaten?

Ski Alpin

Die Quotenfrage wird dieser Tage im Verband heftig diskutiert. Sowohl Herren-Chef Andreas Puelacher als auch Damen-Coach Jürgen Kriechbaum reklamieren zwölf der insgesamt 22 Startplätze für sich. Kurios dabei: Der von Knieproblemen geplagte Riesentorlauf-Spezialist Philipp Schörghofer hat gute Chancen auf die Olympia-Teilnahme, obwohl er in diesem Winter noch kein Rennen bestritten hat. Puelachers Begründung: "Vertrauen in einen Athleten, der schon einiges erreicht hat."

Die Damen sind am Wochenende in Cortina d’Ampezzo im Einsatz, wo heute (10.15 Uhr, live ORFeins) die erste von zwei Abfahrten auf dem Programm steht. Im Abschlusstraining war Lindsey Vonn (USA) erneut die Schnellste, Tamara Tippler, Anna Veith und Cornelia Hütter landeten auf den Plätzen sieben bis neun.

Skispringen

Die ÖSV-Springer blicken bislang auf eine enttäuschende Saison (zwei Podestplätze) zurück. Trainer Heinz Kuttin hat sich schon olympische Gedanken gemacht und seine fünf Starter "im Kopf". Und das könnten sein: Stefan Kraft, Michael Hayböck, Manuel Fettner, Gregor Schlierenzauer (beide absolvieren ein Sondertraining), und Clemens Aigner.

Aktuell gilt seine Aufmerksamkeit aber der Skiflug-WM in Oberstdorf, wo heute gestern die Qualifikation abgesagt wurde und heute (16 Uhr, live ORFeins) die Weiten- und Medaillenjagd startet. Unter Heinz Kuttin haben die Österreicher noch bei jedem Großereignis eine Medaille gewonnen. Bei den Damen ist das Trio Chiara Hölzl, Jacqueline Seifriedsberger und Daniela Iraschko-Stolz geplant. Diese springt nach ihrer Verletzung im Continentalcup in Planica, steigt nächste Woche in Ljubno in den Weltcup ein.

Nordische Kombination

Bei den Kombinieren geht es am Wochenende in Chaux-Neuves eigentlich nur mehr um den fünften Olympia-Startplatz. Lukas Klapfer, der zuletzt die ersten Podestplätze für das ÖSV-Team in diesem Winter einfuhr, Mario Seidl, Willi Denifl und Bernhard Gruber gelten als fix.

Biathlon

"Wir hatten eine gewisse Zielsetzung, die wurde bis jetzt nicht erreicht. Die Staffel wackelt", erklärt ÖSV-Direktor Markus Gandler zu den Damen. Lisa Hauser als Beste im Sprint von Antholz am Donnerstag 30. – das war kein starkes Argument für vier Damen. Bei den Herren sieht die Sache anders aus: Sechs Biathleten sind für Südkorea vorgesehen: Simon Eder, Dominik Landertinger, Julian und Tobias Eberhard sowie David Komatz sind praktisch fix, der letzte Startplatz wird noch vergeben. Erste Bewerbungschance ist schon heute mit dem Sprint.

Snowboard

Claudia Riegler (44) empfahl sich mit einem Weltcupsieg im Mixed-Teambewerb von Lackenhof für einen Start in Pyeongchang, wird dort die Älteste unter den Österreichern sein. Bei den Parallel-Bewerben in Rogla (Slowenien) steht vor allem Benjamin Karl im Fokus, der sich im Dezember das Sprunggelenk gebrochen hat und bislang nur einen 17.Rang vorweisen kann. Der 32-Jährige hat wegen seiner Erfahrung und Winnermentalität trotzdem gute Chancen auf eine Olympia-Teilnahme: Karl ist in seiner Karriere noch von jedem Großereignis mit einer Medaille heimgekehrt.

Langlauf

Der Weltcup in Planica und die Heimbewerbe in einer Woche in Seefeld dienen nicht mehr der Qualifikation, sondern als Formtest. Bei den Herren hofft Markus Gandler auf vier Olympia-Starter (Dominik Baldauf, Max Hauke, Bernhard Tritscher, Luis Stadlober) und damit auf eine Staffel. Bei den Damen wird Österreich nur mit drei Athletinnen vertreten sein. Allen voran Teresa Stadlober, die heuer bereits zwei Podestplätze vorweisen kann.