Sport | Wintersport
05.11.2017

KHL-Präsident denkt über Olympia-Boykott nach

Das IOC zerstöre "die Weltordnung im Sport", so Dmitri Tschernyschenko. Die russische Eishockey-Liga könnte Pyeongchang boykottieren.

Im Streit um Dopingsperren für russische Athleten hat die Kontinentale Hockey Liga (KHL) mit einem Boykott der Olympischen Winterspiele in Südkorea (9. bis 25. Februar 2018) gedroht. Die KHL könnte ihre Eishockeyspieler nicht zu den Wettkämpfen in Pyeongchang zulassen, sagte Liga-Präsident Dmitri Tschernyschenko russischen Agenturen zufolge am Samstag.

Damit reagierte er auf Dopingvorwürfe gegen russische Athleten. Das IOC hatte am Mittwoch Skilanglauf-Olympiasieger Alexander Legkow und seinen Teamkollegen Jewgeni Below lebenslang für IOC-Wettkämpfe gesperrt. Ihnen wird Doping bei den Winterspielen 2014 in Sotschi vorgeworfen. Der kanadische Rechtsprofessors Richard McLaren hatte im Auftrag der Welt-Antidoping-Agentur (WADA) zahlreiche Beweise für Manipulationen vorgelegt. Alle stehen im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Staatsdoping-Affäre.

"Bereit, entsprechend zu handeln"

"Das Internationale Olympische Komitee zerstört die Weltordnung im Sport", sagte Tschernyschenko. "Die KHL ist bereit, entsprechend zu handeln." Liga-Funktionär Alexander Medwedew sagte der Agentur TASS, es gehe nicht unbedingt um ein Teilnahmeverbot für KHL-Spieler. Doch könne die Liga ihren Kalender so gestalten, dass die Sportler nicht nach Südkorea reisen könnten. Medwedew warf dem IOC vor, die Dopingsperren für Russen seien politisch motiviert.

Die KHL gilt neben der NHL als eine der stärksten Eishockeyligen der Welt mit Vereinen aus sieben Ländern, darunter China. Die meisten Clubs kommen aus Russland. Ein Teilnahmeverbot für KHL-Profis könnte mehrere Nationalmannschaften in Pyeongchang betreffen. Neben russischen Stars verdienen viele Spieler aus den USA, Kanada und Europa ihr Geld in der russisch dominierten Liga.