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Ski Alpin
09/24/2019

Katharina Liensberger bangt um den Weltcupauftakt

Die Vorarlbergerin drückt einen Monat vor Sölden der Schuh - weil sie keinen Skischuh-Vertrag hat.

Würde der Ski-Weltcup bereits am kommenden Wochenende starten, Katharina Liensberger wäre wohl nur Zuseherin. Denn es erscheint im Moment schwer vorstellbar, dass sie in so kurzer Zeit ihre Vertragsprobleme aus der Welt schaffen kann. Verfahren, wie die Situation gerade ist.

Der Hintergrund: Katharina Liensberger besitzt aktuell noch keinen Skischuh-Ausrüstervertrag mit einem offiziellen Partner aus dem Austria Ski Pool. In diesem Pool, der 2021 sein 50-jähriges Bestehen feiert, finden sich an die 40 Unternehmen aus dem Wintersportbereich, vom Skistock bis hin zum Skiwachs. Ein ÖSV-Läufer darf nur auf Material aus diesem Austria Ski Pool zurückgreifen.

Mehrmals vorgewarnt

Die Vorarlbergerin Liensberger hat die Frist für die Anmeldung ihrer Skischuhmarke verstreichen lassen. Wohl auch im Glauben, weiter ihre bewährten Modelle der Firma Lange verwenden zu können. Doch beim französischen Unternehmen ist man angeblich gar nicht mehr gut auf Liensberger zu sprechen, nachdem die 22-Jährige zuletzt von Rossignol auf Kästle-Ski gewechselt war. Lange gehört nämlich zum Rossignol-Konzern.

Deshalb drückt Liensberger jetzt der Skischuh, wegen ihrer Vertragsprobleme könnte sie sogar den Weltcup-Auftakt in gut einem Monat in Sölden verpassen. „Man muss sich an die Regeln halten, und die gelten auch für Katharina Liensberger“, sagt Reinhold Zitz, der Geschäftsführer des Austria Ski Pools. "Wir müssen unsere Partner schützen", ergänzt ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel.

Die ÖSV-Führung rund um Sportchef Anton Giger hat Liensberger mehrmals auf die Problematik ihres Skiwechsels hingewiesen und ihr bereits im Sommer die möglichen Folgen aufgezeigt. "Wir haben sie mehrmals vorgewarnt, dass es so nicht geht", sagt Giger im KURIER-Gespräch. "Sie hat sich das offensichtlich nicht gut überlegt."

Ski Pool-Geschäftsführer Reinhold Zitz hofft immer noch auf eine "amikale Lösung. Wir müssen schauen, dass wir das in irgendeiner Form regeln können."

Die einfachste Lösung, so Zitz, wäre es wohl, wenn Liensberger zu Rossignol zurückkehrt. Zuletzt im Trainingslager in Neuseeland war die 22-Jährige aber schon auf Kästle-Brettl’n unterwegs – übrigens pfeilschnell, wie man hört.

SKI WM 2019 IN AARE: LEGENDENRENNEN: AAMODT

Kästle will nach jahrelanger Abwesenheit wieder im Ski-Weltcup Fuß fassen, die Vorarlbergerin Liensberger wäre ein perfektes Testimonial und Zugpferd für das Traditions-Skiunternehmen aus Hohenems. In der Vergangenheit waren bereits Größen wie Pirmin Zurbriggen (SUI) oder Kjetil Andre Aamodt (NOR) auf Kästle-Skiern unterwegs.

Kästle ist seit 15.Mai Mitglied im Austria Ski Pool und produziert auch Sprungski, Langlaufski sowie Rodeln.

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