Sport | Wintersport
06.01.2012

Hirscher: "Reiße den Mund nicht so weit auf"

Slalom-Ass Marcel Hirscher bleibt trotz des Siegs in Zagreb ein Mann der leisen Töne.

Adelboden ist für mich immer ganz fein", freut sich Marcel Hirscher vor dem Rennen am Wochenende. Die Schweizer 3.500-Einwohner-Gemeinde Adelboden platzt dann wieder aus allen Nähten. Der alpine Ski-Weltcup der Herren macht wie immer seit 1995 im Berner Oberland Station.

Vor einem Jahr strömte die Rekordmasse von insgesamt 42.000 Zuschauern Richtung Chuenisbärgli und sang dort den traditionellen lokalen Gassenhauer "Vogellisi". Den Auftakt des Spektakels macht am Samstag der Riesentorlauf, am Sonntag folgt der Slalom (jeweils 10.30 und 13.30 Uhr).

Hirscher selbst brauste eben dort 2008 als 18-Jähriger mit Startnummer 48 auf Slalom-Platz neun und damit erstmals groß in die Schlagzeilen, 2010 und 2011 wurde er im Slalom jeweils Zweiter.

Serie

Nicht weniger beeindruckend ist Hirschers aktuelle Erfolgsbilanz. Wenn der 22-Jährige in diesem Winter ins Ziel kam, warer nie schlechter als Sechster, leer ging er nur bei seinem Out in Flachau aus.

"Ich fühle mich allgemein, sehr, sehr wohl. Auch im Training läuft es gut", berichtete Hirscher, für den Vater Ferdinand, Servicemann Edi Unterberger und die neuen Atomic-Schuhe entscheidende Erfolgsfaktoren sind. "Ich habe alles in allem ein super Team."

Die perfekten Rahmenbedingungen führten dazu, dass der wieselflinke Jungstar im Gesamt-Weltcup derzeit 69 Punkte Guthaben auf den ersten Verfolger Aksel Lund Svindal hat. Große Töne wird man von Hirscher aber zum Thema Gesamt-Weltcup ganz sicher nicht so schnell hören.

"Ich reiße den Mund nicht so weit auf. Dass ich sage, es kann alles passieren, hat keine taktischen Gründe. Ich bin einfach realistisch. Es kann genauso passieren, dass ich heuer nicht mehr auf dem Stockerl bin."

"Von Rennen zu Rennen"

In puncto Gesamtweltcup scheint dabei auch der Jänner-Terminplan für Hirscher zu sprechen. In den nächsten zehn Bewerben bis 24. Jänner stehen ein Riesentorlauf, vier Slaloms, zwei Kombinationen und lediglich zwei Abfahrten sowie ein Super-G auf dem Programm. Genau in dieser Zeit hat Ivica Kostelic vor einem Jahr mit einem Sensations-Jänner mit 999 Punkten die Konkurrenz demoralisiert und abgehängt.

An so einen Jänner wie 2011 glaubt Hirscher nicht. "Momentan ist alles so knapp beieinander, dass in den nächsten Wochen keine Entscheidung fallen wird. Außer die anderen machen einen kompletten Blödsinn, aber daran denke ich nicht. Ich schaue von Rennen zu Rennen."

Das Selbstvertrauen bei Hirscher passt derzeit klarerweise, der dreifache Junioren-Weltmeister relativierte aber: "Ich hätte gerne das Gefühl, dass ich sage, jetzt geht es so weiter. Aber ich glaube, das spielt es im Skifahren nicht."

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