Sport | Wintersport
06.11.2018

Fünf Gründe für fünf Niederlagen der Vienna Capitals

"Wenn wir so weitermachen, dann kommen wir nicht ins Play-off", warnt ein selbstkritischer Rafael Rotter.

Wie erfolgsverwöhnt die Vienna Capitals sind, ist an den Reaktionen im Umfeld des Klubs nach fünf Niederlagen in Folge zu erkennen. Seit vier Jahren haben die Wiener keine fünf Spiele in Serie verloren. Schnell ist vergessen, dass sie mit zwölf Siegen in Folge in die Saison gestartet sind. Manager Franz Kalla lehnt Schnellschüsse vehement ab: „Bei den Siegen ist jeder Puck ins Tor gegangen. Jetzt haben wir in neun Tagen fünf Spiele verloren. Das wird doch nicht unsere gesamte Arbeit infrage stellen.“

Das Bild, das die Leistung in zwölf Siegen und fünf Niederlagen darstellt, ergibt sich aus einem Mosaik mit vielen Steinchen.

- Der Trainer: Cameron pflegt nicht so einen kollegialen Umgang mit Spielern wie sein Vorgänger Serge Aubin. Der 60-Jährige hat das Training in Wien auf ein noch höheres Niveau gehoben. „Es war am Anfang sehr, sehr hart. Jetzt ist es ganz normal. Ich fühle mich sehr fit“, sagt Stürmer Peter Schneider.

- Die Taktik: Cameron hat allerdings in den Spielen, in denen die Leistung bergab ging, keine Änderungen am Spielsystem und kaum Änderungen bei den Linienzusammenstellungen vorgenommen. Manche Spieler wünschen sich mehr Kreativität im Angriffsdrittel.

- Das Selbstvertrauen: Die Kreativität hängt allerdings vom Selbstvertrauen ab. Und das müssen sich die Spieler erst wieder erarbeiten. Schneider sagt zum Beispiel: „Es stimmt die Chemie nicht, dann kommt die Frustration dazu – und geht es bergab.“ Der Ausgang der Spiele sei derzeit reine „Kopfsache“.

- Die Ausfälle: Nicht vergessen sollte man, dass die Capitals das Spiel gegen Znaim mit nur sechs Legionären beendet haben. Cameron setzt konsequent Youngsters ein, auch wenn sie Fehler machen. Wann sollten sie sonst lernen? Im Play-off ist es zu spät. Nicht reagiert haben die Wiener auf den Ausfall von Dorion, der Spielmacher im Powerplay sein sollte. Der Verteidiger wird erst zu Weihnachten wieder fit sein. Zuletzt fehlte auch Clark (Gehirnerschütterung). DeSousa hat sich bei seinem Ausfall gegen Znaim doch nicht schwer verletzt und kehrt nach der Pause kommende Woche zurück. Hartl wird mindestens zwei Monate pausieren müssen, wenn nicht doch noch eine Operation nötig ist. Zu allem Überdruss erfuhr Romig während des Spiels am Sonntag, dass seine Großmutter gestorben ist.

- Die Leistungsträger: Es ist davon auszugehen, dass Legionär Davis noch in dieser Woche verabschiedet wird und ein neuer Verteidiger nach Kagran kommt. Im Sturm werden Rotter und Holzapfel die Länderspielpause zur Erholung nutzen. Rafael Rotter ist wegen seiner bisherigen Leistung selbstkritisch und warnt: „Es muss von uns allen mehr kommen. Wenn wir so weitermachen, dann kommen wir nicht ins Play-off.“