Simon Ammann zählt zu den Top-Favoriten.

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Formcheck zum Tournee-Start
12/27/2014

Von Ammann bis Schlierenzauer

Am Sonntag beginnt der Skisprung-Klassiker. Wer das Zeug für Höhenflüge hat.

von Christoph Geiler

Am Sonntag heben die Skispringer wieder zur Vierschanzentournee ab. Noch nie ist der Nordische Klassiker so früh gestartet wie in diesem Jahr (28. 12.), noch nie hatten so viele unterschiedliche Nationen einen potenziellen Gesamtsieger in ihren Reihen: 13 Athleten sind in diesem Winter schon auf dem Podest gelandet. Der KURIER hat die Daten der Flugschreiber der weltbesten Skispringer ausgewertet und die Tourneeform der Adler einem Check unterzogen.

Roman Koudelka

Der Tscheche ist unter Richard Schallert zum Winnertypen avanciert und so in die Favoritenrolle gesprungen. Drei Saisonsiege hat der 25-Jährige in diesem Winter bereits auf seinem Konto. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter dem Senkrechtstarter: Wie wird er mit der Rolle des Gejagten fertig? Bisher konnte Koudelka unbekümmert und unbeobachtet seine Höhenflüge machen, bei der Tournee werden nun erstmals in der Karriere alle Augen auf ihn gerichtet sein.

KURIER-Wertung: 5 von 5 Sternen

Simon Ammann

Die Zeit scheint reif für den lang ersehnten Triumph bei der Tournee. Nach der Enttäuschung im Olympiawinter wirkt Ammann fokussierter denn je. Allerdings weiß keiner besser als der Schweizer, dass die Tournee gerne eigene Geschichten schreibt. "Wichtig wird sein, wie gut ich zwischen den Bewerben regenerieren kann", sagt er. Da ist es ein Vorteil, dass heuer zwei zusätzliche Ruhetage zur Verfügung stehen.

KURIER-Wertung 4,5 von 5 Sternen

Michael Hayböck

Der 23-Jährige ist der Hoffnungsträger auf eine Fortsetzung der österreichischen Erfolgsserie bei der Tournee. Seit 2009 stellen die Österreicher ununterbrochen den Gesamtsieger. Weil die ehemaligen rot-weiß-roten Gesamtsieger heuer im Kollektiv schwächeln, wird wohl Hayböck für seine Kollegen in die Bresche springen müssen. Der Oberösterreicher wartet zwar noch auf seinen ersten Weltcupsieg, er springt allerdings beständig auf einem hohen Level. Hayböck ist der einzige Springer, der in diesem Winter immer in den Top 10 gelandet ist. "Das ist die Basis, um auch einmal zu gewinnen." Außerdem: Es haben schon Springer ohne Tagessieg die Tournee gewonnen.

KURIER-Wertung 4,5 von 5 Sternen

Noriaki Kasai

Wer den 42-Jährigen zum alten Eisen zählt, der macht einen großen Fehler. Die meisten seiner heutigen Konkurrenten waren noch nicht einmal geboren, als der Luftikus aus Shimokawa 1988 seinen Jungfernflug im Weltcup absolvierte. Sein Sieg in Kuusamo, ex aequo mit Simon Ammann, ist ein Beleg für die aktuelle Form des Oldies.

KURIER-Wertung 4 von 5 Sternen

Anders Fannemel

Der Norweger ist ein Muster an Konstanz und reist nicht von ungefähr im Trikot des Weltcupführenden nach Oberstdorf. Dazu feierte er zuletzt in Nishni Tagil auch seinen ersten Weltcupsieg. Fannemel ist ein echter Stilist, selbst bei den weitesten Sprüngen bekommt er noch einen sauberen Telemark hin. Der 23-Jährige hat in seinem Team längst Routinier Bardal überflügelt.

KURIER-Wertung 4 von 5 Sternen

Severin Freund

Die Deutschen sind fällig für einen Gesamtsieg. Seit Sven Hannawald, der 2001/’02 als Erster und Einziger alle vier Bewerbe gewinnen konnte, warten die DSV-Adler auf den großen Erfolg. Saisonsieger Severin Freund nährt die Hoffnung auf ein Ende der Durststrecke.

KURIER-Wertung 4 von 5 Sternen

Gregor Schlierenzauer

Mit seinen 24 Jahren ist der Tiroler bereits der erfolgreichste Springer der Weltcup-Historie (53 Siege), dass er die Tournee gewonnen hat (2012 und 2013), versteht sich von selbst. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren wird Schlierenzauer diesmal nicht als Topfavorit gehandelt, obwohl er auch in dieser Saison schon einen Weltcupsieg gefeiert hat.

KURIER-Wertung 3 von 5 Sternen

Stefan Kraft

Wenn Heinz Kuttin davon spricht, dass in seinem Team drei bis vier Athleten das Potenzial hätten, um um den Gesamtsieg mitzuspringen, dann meint er auch Stefan Kraft. Der 21-Jährige landete heuer in den Top 3. Ob er aber die Konstanz hat, um acht Sprünge in Folge auf höchstem Niveau zu absolvieren, ist unklar.

KURIER–Wertung 2 von 5 Sternen

Thomas Diethart

Der Titelverteidiger musste bis zuletzt um seinen Start zittern, da er sich sportlich nicht für eine Teilnahme empfohlen hat. Der 22-Jährige ist heuer nur mehr ein Schatten seiner selbst und landete erst einmal in den Punkterängen. In dieser Verfassung muss der Niederösterreicher froh sein, wenn er sich für Finaldurchgänge qualifiziert.

KURIER-Wertung 0 von 5 Sternen

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