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06.05.2018

Vorarlberg bei der Eishockey-WM: Kleines Land, großer Beitrag

Wie Vorarlberg den Abstiegskandidaten Österreich mit der Eishockey-Nation Schweiz verbindet.

Dominic Zwerger zum 1:2 (35.), Manuel Ganahl zum 2:2 (47.) – Österreich startete mit einer Überraschung in die Eishockey-WM in Dänemark. Zwar musste sich das Team in der Verlängerung den hochfavorisierten Schweizern 2:3 geschlagen geben, aber der Punktgewinn könnte auf der Mission Klassenerhalt noch sehr wichtig werden.

Mit Zwerger und Ganahl erzielten zwei Vorarlberger Österreichs Treffer. Das ist kein Zufall. Ein Blick auf die Herkunft aller Kaderspieler zeigt, dass das kleine Land (380.000 Einwohner) mit acht Spielern den größten Block im Nationalteam stellt. Wien und Kärnten (je sechs) liegen dahinter.

Vorarlberg ist zum Bindeglied mit der Eishockey-Nation Schweiz geworden. Der KURIER fragte nach bei Manuel Ganahl, der im Montafon begann und im Sommer zu Lahti wechseln wird. „In meiner Generation ist vor allem in Dornbirn, aber auch in Feldkirch und anderen Klubs sehr gute Arbeit geleistet worden. Und dann gab es vier Nationalliga-Mannschaften, wo wir mit 16 Jahren schon gegen Erwachsene gespielt haben“, erklärt der 27-Jährige.

Eishockey-Schweizer

Ein wichtiger Faktor ist auch die Nähe zur Schweiz. Ganahl: „Viele gehen schon früh in die Nachwuchsligen in der Schweiz, weil dort das Niveau höher ist. Und außerdem haben die Spieler nach fünf Jahren den Vorteil, dass sie dann nicht als Legionäre gelten.“ Zwerger (Ambri), Ulmer (Lugano), Obrist (Kloten) und kommende Saison Hofer (Ambri) gelten als „Eishockey-Schweizer“. Als Legionäre würden sie nicht so leicht einen Kaderplatz in einer besten europäischen Liga bekommen.

Ganahl erinnert sich auch gerne den sensationellen Sieg der VEU Feldkirch in der European Hockey League 1998. „Ich war als Kind oft in der Halle. Da hat man unglaubliche Mannschaften gesehen. Dann waren die Stars der VEU einmal bei uns im Montafon. Damals haben sehr viele Kinder zu spielen begonnen.“

Österreichs Teamchef Roger Bader konnte dank der starken Vorarlberger die Basis des Nationalteams verbreitern und hatte mit Dennis Sticha (18) aus Feldkirch schon den nächsten Youngster bis zum letzten Vorbereitungscamp dabei. „Die Vorarlberger Klubs machen gute Nachwuchsarbeit in den unteren Bereichen bis zirka zur Unter 14“, sagt der Schweizer, der auch die vielen Talente in den Nachwuchsligen kennt. „Alleine bei Davos sind derzeit fünf Österreicher. U18-Teamkapitän Julian Payr bekommt jetzt gar einen Profivertrag.“