Tschechisch-Maturant Peter Schneider gegen Tschechien

Schneider beim 4:0 gegen Weißrussland © Bild: APA/HELMUT FOHRINGER

Peter Schneider war einer der auffälligsten Österreicher dieser WM. Am Montagabend versteht er den Gegner besonders gut.

Die Karriere des Peter Schneider hatte im letzten halben Jahr einen unglaublich steilen Anstieg. Derzeit ist der Eishockey-Stürmer der einzige Niederösterreicher im Nationalteam bei der Weltmeisterschaft in Kopenhagen. Nciht nur wegen seines Traumtors beim 2:4 gegen die Slowakei zählte er zu den positiven Überraschungen im Team der Österreicher.

Vor einem Jahr war der Name Peter Schneider nur Eishockey-Insidern bekannt. Da spielte er bei Kalamazoo in der East Coast Hockey League, die dritten Leistungsklasse in Nordamerika. Der Sprung in die American Hockey League blieb ihm versagt.

Also nahm er Anfang November das Angebot der Vienna Capitals an und schlug in der EBEL mit 36 Scorerpunkten in 49 Partien voll ein. Zur Belohnung kam die Einberufung von Teamchef Roger Bader. Der laufstarke und schussgewaltige Schneider überzeugte den Schweizer gleich bei einem ersten Auftritt.

Ein Pinguin wird zum Adler

Begonnen hat alles in Klosterneuburg. „Meine Eltern wohnen in Unterkirchbach bei St. Andrä-Wördern. Sie wollten, dass ich einen Mannschaftssport ausübe.“ Dann wurde in Klosterneuburg der Nachwuchsverein EAC Pinguin gegründet. Das war der Vorgängerverein der Junior Capitals. „Ich habe mit dreieinhalb Jahren begonnen.“ Dann ist der Verein nach Wien gezogen.

Ein großer Förderer war sein gleichnamiger Vater Peter Schneider, der nach der Eingliederung der Pinguine in die Junior Capitals als Funktionär tätig war. „Ich habe ihm so viel zu verdanken. Meine Eltern haben sehr viel geopfert für mich“, sagt der 27-Jährige. Schon mit neun Jahren brachte ihn der Vater zu zusätzlichen Trainingseinheiten nach Bratislava.

Mit 14 Jahren ging es fix nach Bratislava, wo Schneider bei einer Gastfamilie wohnte und in die Schule ging. Nach Jahren in Znaim und Budweis ging es mit 19 Jahren nach Amerika.

Davor maturierte er aber noch in Tschechien. „Ich habe in Tschechisch sogar einen Einser bekommen“ erinnert sich Schneider, der im Spiel gegen die Slowaken auf mehrere alte Bekannte aus dem Nachwuchs traf. „Ich hätte mir nicht gedacht, dass ich mich noch so fließend mit ihnen unterhalten kann.“ Beim Lernen tat er sich immer schon leicht. Ich habe Hausübungen immer in der Schule gemacht. Am Nachmittag hatte ich gar keine Zeit, weil ich da trainiert habe.“

Mit seiner ersten A-WM war Schneider nicht ganz zufrieden: „Ich will immer gewinnen, egal, gegen wen. Das Tempo ist unglaublich hoch.“ Vor allem gegen Top-Nationen wie Russland oder Schweden. „Gegen Russland war es unglaublich – es passiert nicht jedem Spieler, dass er mal gegen einen Pawel Datzjuk auf dem Eis steht.“

( kurier.at ) Erstellt am 14.05.2018