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11.05.2018

Eishockey-WM: Österreich unterliegt auch Frankreich

© Bild: REUTERS/GRIGORY DUKOR

2:5 im ersten Schlüsselspiel. Am Samstag muss gegen Weißrussland ein Sieg her.

Anstatt einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt zu machen, steht Österreich ganz nah am Abgrund vor dem Abstieg. Nach dem 2:5 gegen Frankreich muss das Nationalteam am Samstag (16.15 Uhr, ORF Sport +) gegen Weißrussland gewinnen, um überhaupt noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben.

Die Franzosen zeigten in diesem ersten Schlüsselspiel, warum sie heuer zum elften Mal  in Folge  bei den 16 besten Eishockey-Nationen der Welt bleiben. Die Partie hätte für Österreich nicht besser beginnen können. Mit dem ersten Schuss traf Hundertpfund ins Kreuzeck des französischen Tores (4.). Als wenig später Spannring Chakiachvili mit einem Check aus dem Spiel nahm, schien Österreich auch bei der Härte voran zu sein. 

EISHOCKEY: A-WM IN DÄNEMARK / GRUPPE A: ÖSTERREICH - FRANKREICH
Hundertpfund gelang ein schönes Tor zur 1:0-Führung. © Bild: APA/HELMUT FOHRINGER / HELMUT FOHRINGER

Doch die Franzosen waren nach der langen Verletzungpause besser und antworteten spielerisch. Nachdem Schneider und Viveiros sehr gute Möglichkeiten vergeben hatten und auch ein Powerplay ungenützt geblieben war, reagierte Fleury bei einem Abpraller am schnellsten und traf zum 1:1. Als Komarek trotz Überzahl eine Strafe riskierte, kippte das Spiel. Im Powerplay der Franzosen stocherte Treille nach einem Solo von Texier den Puck zum 2:1 über die Linie (14.). Ein großes Problem der Österreicher: Von 17 Bullys konnten nur drei gewonnen werden. 

Teamchef Bader stellte Im zweiten Drittel um und Österreich hatte eine gute Druckphase. Hundertpfund, Ganahl und Zwerger vergaben aber gute Chancen. Nach Raffls Treffer im Powerplay zum 2:2 (32.) hielt der Ausgleich nicht lange. Obrist und Peters saßen gleichzeitig auf der Strafbank, als Fleury zum 3:2 traf (35.). Die Führung gaben die Franzosen nicht mehr her und bauten sie aus.

Der Samstag-Gegner

Die Weißrussen sind mit zwölf Spielern aus der russischen KHL klar über die Österreicher zu stellen. Vor dem  Donnerstag-Spiel gegen Tschechien lag Weißrussland bei null Punkten, also einem Zähler weniger als Österreich vor dem Frankreich-Spiel.

(aus Kopenhagen)

Stimmen

Roger Bader (Teamchef Österreich): „Der Start war gut, nicht nur, weil wir 1:0 in Führung gegangen sind. Wir hatten auch Chancen zum 2:0, ein gut gespieltes Powerplay, da sollte man 2:0 in Führung gehen. Dann hat Komarek einen unnötigen Scheibenverlust im Powerplay, muss nachfassen mit einer unnötigen Strafe, da bekommen wir das 1:1, das hat mich schon sehr geärgert. Das sind Momente, die das Spiel zum Kippen bringt. Das Spiel hätte heute schon anders laufen können. Wir hatten einfach nicht den Killerinstinkt, das zweite Tor zu schießen, wir hatten viele Torchancen. Die Franzosen waren konsequenter vor beiden Toren, und hatten einen heißen Torhüter. Hardy hat das Match für sie gerissen. Mit einem (Torhüter Bernhard) Starkbaum mit der Leistung von der Schweiz-Partie hätten wir heute gewonnen. 83 Save-Prozent ist einfach zu wenig, das weiß er auch. Es ist natürlich nicht er alleine. Wir werden nachdenken, ob wir ihn wieder bringen oder einen Wechsel machen. Natürlich ist es eine Enttäuschung. Einen Knacks darf es nicht geben. Wir sind nicht bei einem Kindergeburtstag, sondern bei einer Weltmeisterschaft, das ist ein Anlass für Männer. Niederlagen gehören dazu. Jetzt muss man aufstehen, und wenn man das nicht kann, muss man zu Hause bleiben.“

Thomas Hundertpfund (Kapitän Österreich): „Wir haben die Franzosen durch eigene Fehler zurück ins Spiel kommen lassen. Wir haben immer wieder blöde Strafen, die passieren, oder Turnover, wenn man das Spiel einfach halten soll. Das darf uns nicht passieren. Sie haben das eiskalt ausgenützt. Wir haben nicht immer mit der Abgeklärtheit gespielt, die man für einen Sieg gegen die Franzosen braucht. Wir müssen daraus für morgen lernen, weil das ist das entscheidende Spiel um den Klassenerhalt. Morgen muss alles funktionieren, über 60 Minuten. Wir müssen so schnell wie möglich die Partie aus den Köpfen bekommen. Kurz ärgern, dann vergessen und positiv ins Spiel gehen.“

Mario Altmann (Verteidiger Österreich): „Das war die erste Niederlage, die wirklich zählt. Bei 5-gegen-5 haben wir gut gespielt. Aber die Franzosen haben gezeigt, dass sie in solchen Spielen einfach gescheiter sind. Jetzt liegt es an den älteren Spielern, die Erfahrung in solchen Situationen haben, dass die Jungen diese Enttäuschung schnell aus den Köpfen bringen. Zuletzt sind wir mit fünf Punkten abgestiegen. Vielleicht reichen dieses Mal ja vier, wenn wir Weißrussland besiegen.“