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Interview
04/25/2020

Eishockey nach Corona: Ein neuer Sponsor und viele Szenarien

Liga-Manager Christian Feichtinger spricht über die Sponsorsuche und erklärt, wie für den Herbst geplant wird.

von Peter Karlik

Siebzehn Jahre war eine Bank die erste Wahl im Vornamen der Eishockey-Liga. Dass sich diese und gleichzeitig auch ServusTV aus dem Eishockeysport zurückziehen, sorgte im vergangenen Herbst für Schock und Zukunftsängste. Und da war von Corona und Saisonabbruch noch lange keine Rede.

Dennoch hat es die Liga, bestehend aus Klubs aus Österreich, Italien, Tschechien und Ungarn geschafft, mit bet-at-home wieder einen Titel-Sponsor und mit Puls4 einen neuen Free-TV-Partner zu finden. Das Produkt Eishockey scheint beliebt zu sein. Seit Freitag ist auch fix, dass mit den Bratislava Capitals ein Team aus der Slowakei in die Liga aufgenommen wird.

Im Interview erklärt Liga-Geschäftsführer Christian Feichtinger, wie der Sponsor-Deal zustande kam und welche Szenarien es für den Saisonbeginn im Herbst oder Winter gibt.

KURIER: Wie schwer oder wie leicht war es, einen neuen Sponsor zu finden?

Christian Feichtinger: Wir haben mehr als 400 Unternehmen kontaktiert und 50 Präsentationen gemacht. Wir sind happy, dass wir ein österreichisches Unternehmen finden konnten, das an unsere Liga glaubt.

Der Drei-Jahres-Vertrag plus Option auf Verlängerung klingt nach Kontinuität ...

Das war eine Grundbedingung. Wir machen gerade den neuen optischen Liga-Auftritt. Wir werden auch dort einen komplett neuen und modernen Weg beschreiten. bet-at-home hat dieser Zugang gefallen. Unsere Strategie, mit dem Produkt digital zu gehen, jünger, moderner und alternativer zu werden, hat ihnen bei der Präsentation gefallen.

Kann man schon sagen, wie die Liga heißen wird? bet-at-home-Liga?

Das wird zwischen 2. und 15 Juni enthüllt. Die Entwürfe sind spannend, aber mehr kann ich noch nicht verraten.

Gibt es schon ein Datum, an dem Puls4 präsentiert wird?

Sobald wir die Verträge unterschrieben haben. Aber Puls4 haben Sie gesagt. Ich sage gar nichts dazu.

Welche Szenarien gibt es für den Saisonauftakt?

Wir haben 15 am Tisch. Nachdem die Regierung auf Sicht fährt, können auch wir nur reagieren. Wir haben mit dem Abbruch der Liga Mitte März zu einem sehr frühen Zeitpunkt verantwortungsvoll und konsequent agiert.

Zwei kritische Punkte für die internationale Liga sind das Veranstaltungsverbot und die geschlossenen Grenzen.

Kritisch ist für mich die Zuschauerfrage. Eishockey lebt von der Emotion der Fans und der Atmosphäre. Gleichzeitig leben die Klubs von den Ticketeinnahmen. Mit geschlossenen Grenzen könnten wir agieren.

Und wie?

Das hängt davon ab, ab welchem Zeitpunkt Grenzen offen sind. Unser Ziel ist eine Liga mit so vielen Teams wie möglich und mit so vielen Ländern wie möglich.

Es wäre möglich, national zu starten und international weiterzuspielen?

Genau. Unsere bisherige Arbeit kommt uns jetzt zugute. Die Gesprächsbasis mit allen Partnern, von Verbänden bis Klubs, macht es uns leichter, alles durchzudenken.

Wie kann mit so vielen Variablen geplant werden?

Es gibt drei Szenarien: Internationale Liga mit 10 bis 12 Klubs, österreichische Liga mit ein, zwei internationalen Klubs und eine rein österreichische Liga zumindest am Beginn. Und wir haben fünf Zeitlinien: 18. September, 15. Oktober, 1. November, 1. Dezember und 1. Jänner. Wir rechnen die Liga vom Saisonende nach vorne. Das letztmögliche Finalspiel soll zwischen 16. und 20. April sein. Da hoffen wir, dass die Weltmeisterschaften nach hinten verschoben werden. Dann weiß ich, wie viele Spieltage wir unterbekommen, wie international und wie divisional wir sein können. Wir müssen alles berücksichtigen, damit soviel Eishockey wie möglich in Österreich, Italien, Slowenien oder Ungarn überlebt.

Diese Zeitlinien für einen Saisonbeginn bedeuten, dass die Liga ohne Geisterspiele mit Livestreams auskommen will?

Wir arbeiten parallel auch daran. Aber das ist eine rechtliche Frage mit unseren TV-Partnern. Auch dort nehme ich positive Signale wahr.

International wird davon gesprochen, dass es erst wieder Zuschauermassen geben wird, wenn es eine Impfung gegen Covid-19 gibt.

Wenn wir ein oder zwei Jahre nicht spielen können, dann wird es Sportligen, wie wir sie kennen, nicht mehr geben. Wenn es im Herbst so weit ist, dann Halleluja!

 

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