Dieter Kalt (li.), mit gebrochenen Rippen, aber mit dem Meisterpokal und Gregor Baumgartner

© Georg Diener/Agentur Diener/Leena Manhart

Sport Wintersport
04/12/2020

Eishockey: Der Tag, an dem die Eiszeit nach Wien zurückkehrte

Heute vor 15 Jahren: Am 12. April 2005 holten die Capitals den ersten Titel nach 43 Jahren nach Wien

von Peter Karlik

12. April 2005 – ein Datum, bei dem Fans der Vienna Capitals nicht lange nachdenken müssen. An diesem Tag wurde Sportgeschichte geschrieben in Kagran: 43 Jahre nach dem letzten Meistertitel einer Wiener Mannschaft holten die Capitals den Pokal wieder in die Hauptstadt.

6:2 siegten die Wiener im siebenten und letzten Spiel der Finalserie gegen den KAC. 20.000 Karten hätten die Capitals verkaufen können, 4.500 waren in der Halle, Tausende sahen davor auf Videowalls zu.

Kapitän war Dieter Kalt, der derzeit u.a. einen Podcast (74 wants more) macht. Er erinnert sich an ein „unglaubliches Jahr. Wir hatten im Finale so viele Verletzte, dass wir nicht Favorit waren. Ich selbst habe mit gebrochenen Rippen gespielt. Für mich ging es nur darum: Wenn es nicht lebensgefährlich ist und es nur um die Schmerzen geht, dann spiele ich.“

Mentale und taktische Meisterleistung

Entscheidend für den Ausgang der Meisterschaft sei das sechste Spiel gewesen. Der KAC hätte mit einem Heimsieg Meister werden können. „Wir hatten nur noch zwei Linien an Spielern, aber mental waren wir unglaublich stark“, sagt Kalt. Boni versammelte seine besten Spieler in zwei Linien, die anderen durften nur in Unterzahl auf das Eis, damit die Top-Spieler danach wieder Luft hatten.

Beim Journalisten-Tippspiel im "Kammerl" (Arbeits- und Verpflegungsraum in der Klagenfurter Stadthalle), standen nur Ergebnisse mit einem deutlichen KAC-Heimsieg.  Das richtige Resultat wurde nicht erraten: Die Capitals siegten überraschend 5:1.

Der Aberglaube

Weil die Wiener im Finale nur auswärts siegten, ließ sich Trainer Jim Boni etwas einfallen, das den abergläubischen Eishockey-Profis einen zusätzlichen Schub geben sollte. Die Capitals traten im siebenten Spiel ganz einfach in den gelben Auswärtstrikots an. Und sie gingen am Spieltag genauso gemeinsam Essen, wie sie es bei einem Auswärtsspiel gemacht haben. 

Weil es damals noch keinen Transferschluss gab, konnte auch der verletzte Spielmacher Bob Wren durch Ivo Jan ersetzt werden. Der slowenische Teamspieler war es auch, der 28 Sekunden nach dem 2:1 durch Chyzowski zu einem Penalty antrat und verwertete, als würde nichts auf dem Spiel stehen. Ab dieser 26. Minute spielten die Wiener wie in Trance, der KAC war nur noch Gast - Endstand 6:2.  

Der Plan einer Reunion

Als am 12. April die Schlusssirene ertönte, strömten Tausende auf das Eis und feierten mit ihren Lieblingen bis weit nach Mitternacht.

Übrigens sind die gelben Trikots seit diesem 12. April 2005 die offiziellen Heimtrikots der Capitals. 

Als vor wenigen Tagen Jim Boni ein Bild der Meistermannschaft auf Facebook postete, versammelten sich die meisten Mitglieder des Teams in Kommentaren darunter. Dieter Kalt bestätigt: "Ja, wir haben wieder Kontakt. Es gibt sogar den Plan einer Reunion."

Die Mitglieder der Meistermannschaft: 

Tor: Frederic Chabot (Christian Cseh)
Verteidigung: Darcy Werenka, Robert Lukas, Peter Kasper, Thomas Pfeffer, Philippe Lakos, Leopold Wieselthaler, Mario Altmann
Angriff: Mike Craig, Bob Wren (Im 7. Finale von Ivo Jan ersetzt), Markus PeintnerDieter Kalt, Dave Chyzowski, Ray Podloski, Juri Tsurenkow,  Manuel Latusa, Jari Suorsa, Gregor Baumgartner, Bernd JägerChristoph König, Christian Dolezal, Sandro Winkler, Andre Niec, Paul Roch.  

Der KURIER-Bericht in der Ausgabe vom 13. April 2005

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