Linz-Boss Peter Freunschlag glaubt an eine freie Wahl des neuen Liga-Präsidenten

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Eishockey
11/26/2013

Einer Drohung folgt eine Drohung

Linz-Boss Freunschlag verwehrt sich gegen Beeinflussung vor der Präsidentenwahl.

von Peter Karlik

Während es in der Erste Bank Liga auf dem Eis allmählich spannender wird und sich Kämpfe um die direkte Play-off-Qualifikation abspielen, werden auch hinter den Kulissen harte Duelle ausgetragen.

Im Mittelpunkt steht die Entscheidung, wer bei der Präsidentensitzung am 11. Dezember zum Liga-Chef gewählt wird. Beziehungsweise, wer überhaupt zur Wahl steht. Denn eines scheint im Vorhinein klar zu sein: Es wird nur einen Kandidaten geben. Ihn zu finden, wird viel Diplomatie benötigen. Einige Vereine würden gerne mit dem ehemaligen KAC-Präsidenten Karl Safron weiterarbeiten, der der Liga seit 2009 vorsteht, andere wollen Peter Mennel, den Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Comités, installieren.

Der Präsident braucht eine Zweidrittel-Mehrheit der elf Vereine. Bozen ist im ersten Jahr in der EBEL noch nicht stimmberechtigt. Ein Klub will sich bei der Wahl der Stimme enthalten.

Beide Kandidaten haben Vor- und Nachteile. Doch schon die mögliche Kandidatur Mennels wirft relevante Fragen für den Sport in Österreich auf: Wieso ist der ÖOC-Generalsekretär Wunschkandidat von Sponsor Erste Bank? Wie kann die Tätigkeit in der Eishockey-Liga vereinbar sein mit dem ÖOC? ÖOC-Präsident Karl Stoss hatte für die Beantwortung dieser Frage seit Donnerstag keine Zeit.

Werbung ist kein Geschenk

Außerdem wehren sich mehrere Klubs gegen die Beeinflussung ihrer Wahl durch den Sponsor. Liga-Vizepräsidentin Silvia Priversek sagt: „Ich bin verwundert, dass sich ein Sponsor den Präsidenten wünscht. Die Erste Bank bekommt ja auch Gegenleistungen von uns. Die Werbeflächen sind kein Geschenk.“

Linz-Präsident Peter Freunschlag sieht die Angelegenheit pragmatisch: „Ich kann mit beiden Kandidaten. Mennel hat den Vorteil, dass er keinem Verein nahesteht. Wenn aber Safron zur Wahl steht, dann wähle ich ihn.“ Doch Druck vom Sponsor sollte keiner kommen. Freunschlag: „Der einzige Druck, den die Erste Bank erzeugen könnte, wäre die Drohung, sich zurückzuziehen. Das wäre Erpressung. Die Werbung für unseren Sponsor ist eine sehr gute. Ich kenne die Vereine: Sie würden sich dann prinzipiell anders entscheiden, und wir würden uns einen anderen Partner suchen.“

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