Sport | Wintersport
17.11.2018

Ein erster Härtetest für die österreichischen Wundertüten

Nach einer verpatzten Vorsaison sind die Österreicher auf Wiedergutmachung aus. Der Druck ist hoch.

Die Unsicherheit ist gerade am Beginn einer Saison ein ständiger Flugbegleiter eines jeden Skispringers. Hat er dann auch noch, wie zum Beispiel die Österreicher, einen miserablen Winter hinter sich, dann ist die Anspannung allgegenwärtig. „Vor einem Jahr ist es mir leichter gefallen einzuschätzen, wo ich stehe“, gesteht Stefan Kraft vor dem Teamspringen in Wisla, mit dem am Samstag (16 Uhr, live ORFeins) der Winter beginnt.

Als Vierter im Gesamtweltcup hatte Kraft in der vergangenen Saison von allen ÖSV-Adlern noch am besten abgeschnitten. Aber auch der konstanteste und beste Österreicher – Kraft ist Doppelweltmeister und Skiflugweltrekordhalter – gibt den Trainern noch Rätsel auf. Ist er nun in der absoluten Weltspitze, wie etwa im ersten Durchgang beim Sommer-Grand-Prix in Courchevel, als Kraft Dritter war? Oder springt und hinkt er der Konkurrenz doch noch hinterher, wie im zweiten Durchgang in Courchevel, als er auf Rang 28 durchgereicht wurde? „Mir fehlt etwas die Konstanz“, gesteht der 25-Jährige.

Neuer Sprungstil

Wie Stefan Kraft gleicht vor dem Start in die WM-Saison das gesamte österreichische Skisprungteam einer Wundertüte. Der neue Chefcoach Andreas Felder, der Heinz Kuttin beerbte, hat über den Sommer versucht, seinen Schützlingen einen neuen, stabileren Sprungstil zu verordnen, „im Training hat das gar nicht schlecht ausgesehen, aber man muss schauen, wie sie’s dann im Wettkampf tatsächlich rüber bringen.“

Bei allen Zweifeln und Unabwägbarkeiten steht eines außer Frage: Der Weltcupauftakt in Wisla hat eine große Bedeutung für den weiteren Verlauf der Saison. Gerade für die ÖSV-Adler. „Für das Selbstvertrauen wäre ein guter Start extrem wichtig“, weiß Coach Felder.

christoph geiler