In Feierlaune: 18.324 Zuschauer dürfen die Las Vegas Golden Knights bei jedem ihrer Heimspiele begrüßen.

© USA TODAY Sports/Stephen R. Sylvanie

Sport Wintersport
11/15/2019

Ein Blick hinter die Kulissen der Las Vegas Golden Knights

Die Golden Knights sind der jüngste Klub in der NHL. Der Partnerklub der Vienna Capitals ist auch einer der spektakulärsten.

von Peter Karlik

Die Stimmung kommt allmählich zum Höhepunkt. Ein ehemaliger Soldat, der den Krebs besiegt hat, darf die Sirene betätigen, die das zweite Drittel im Spiel gegen Chicago eröffnet. Es gibt kein Detail, das bei den Las Vegas Golden Knights nicht durchchoreografiert ist.

Willkommen in der großen Show.

Die Golden Knights sind der jüngste Klub in der 102-jährigen Geschichte der National Hockey League. Und schon in der dritten Saison lassen die goldenen Ritter viele Konkurrenten ziemlich alt aussehen. Die Unterhaltungsabteilung macht der Welthauptstadt des Glücksspiels alle Ehre. 150 Mitarbeiter kümmern sich bei einer Partie um das Rundherum. 34 sind nur für Videoeinspielungen zuständig. Die Knights investieren bei jedem Spiel mehr in die Unterhaltung als mancher österreichische Klub einem Profi für die gesamte Saison bezahlt.

Vor dem ersten Bully gibt es einen Fanmarsch im Viertel vor der Arena mit Maskottchen und Cheerleadern. Drinnen auf dem Eis besiegt der goldene Ritter den bösen Schurken und sorgen Projektionen auf die Spielfläche für Stimmung. Die Spieler laufen durch einen überdimensionalen Ritterhelm ein.

Volles Haus am Strip

Eine Burg am zweiten Rang der T-Mobile-Arena ist die Bühne für Sprecher, Tänzerinnen und Trommler. Dort werden auch immer wieder Veteranen ins Bild gerückt. Es ist „Veterans Appreciation Knight“, die Arena am berühmten Strip zwischen den Riesen-Hotels Park MGM und New York ist mit 18.324 Zuschauern restlos ausverkauft. Das ist sie immer. Damit sind die Golden Knights aktuell die Nummer neun unter den 31 NHL-Klubs.

Dass die 44 VIP-Logen für je zehn Jahre um je zehn Millionen Dollar (9 Mio. €) verkauft wurden, zeigt, dass die Knights auch in der Wirtschaft Rückhalt genießen.

Es ist wie Tag und Nacht, wenn man einen Blick ins grelle Licht der NHL wirft. Die Vienna Capitals bekamen in den vergangenen Tagen exklusiven Einblick hinter die Kulissen der Golden Knights: Die Mitarbeiter Lukas Garhofer und Patrick Wondra durften eine Woche lang hospitieren.

Der Klub aus Wien hat seit Februar eine offizielle Kooperation mit der NHL-Franchise. Im August waren Vegas-Sportdirektor Misha Donskov und Assistant Coach Mike Kelly in Wien und veranstalteten ein Trainingscamp für das Farmteam der Capitals. Demnächst kommen Vegas-Mitarbeiter aus dem Bereich Marketing/Sales zum Austausch. Die Caps-Mitarbeiter waren natürlich beeindruckt von den Möglichkeiten in Las Vegas. Und weil zufällig gerade ein Business-Meeting aller NHL-Klubs in Las Vegas war, duften die beiden auch dort dabei sein.

Win-win-Situation

Misha Donskov hat die Zusammenarbeit mit den Capitals und Manager Franz Kalla vorangetrieben. „Es ist eine Win-win-Situation für uns beide“, sagt der 42-Jährige bei einem Besuch in seinem Büro im Trainingszentrum westlich der Stadt in Summerlin. Dort arbeiten auch die zirka 75 Mitarbeiter der Geschäftsstelle. Das Trainingszentrum mit den zwei Eishallen wird jetzt auch für den Nachwuchs genutzt. Die Fans kommen bei den Trainings in direkten Kontakt mit ihren Stars.

Wem das nicht reicht, der kann sich bei der Golden Knights University einkaufen. Für 50 Fans wird fünf Mal pro Saison wenige Stunden vor einem Spiel ein Training mit Stanley-Cup-Champion Shane Hnidy aus dem Trainerteam und Misha Donskov veranstaltet. Die Kosten: 249 Dollar (223 €) inklusive Ticket für das Spiel. Nach den Eislauf- und Pass-Übungen geht es im theoretischen Teil um das Spiel an sich. Auch die vier aus Wien angereisten Journalisten durften mitmachen. Las Vegas weiß, wie man Erinnerungen erzeugt.

Einziges Problem: Die Festung der Golden Knights ist keine mehr. Am Mittwoch war das 3:5 gegen Chicago bereits die vierte Niederlage in Folge und die sechste in den jüngsten sieben Spielen. Der Druck wächst also.

Anmerkung: Die Reise nach Las Vegas wurde von den spusu Vienna Capitals finanziert.

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