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25.03.2012

EBEL: Wenn ein Finale Nebensache wird

KAC-Crack Johannes Kirisits hat vor seinem Doppelpack im ersten Finalspiel bereits viele Hürden überwunden.

Wenn am Sonntag vom Hallensprecher "Nummer 13, Johannes Kirisits" aufgerufen wird, dann wird der Applaus besonders anhaltend sein. Das hat einen doppelten Grund.

Der erste: Der 26-jährige KAC-Verteidiger avancierte mit seinen beiden Toren zum Matchwinner beim 3:2 im ersten Finalspiel in Linz.

Der zweite: Kirisits besiegte einen viel mächtigeren Gegner, den Krebs. Im Meisterjahr 2004 wurde bei Kirisits ein Schilddrüsenkarzinom festgestellt. Mitspieler und Fans standen in dieser schwierigen Zeit hinter ihm. Sie trugen aus Solidarität die 13 auf der Vorderseite der Trikots. Auch ein eigener Kirisits-Schal wurde aufgelegt. 400 Stück wurden verkauft, was der Kinderkrebshilfe 2800 Euro einbrachte.

Kaum hatte Kirisits den Krebs besiegt, traf ihn der nächste Schicksalsschlag. 2008 wurde er bei einem Verkehrsunfall verletzt, bei dem es einen Toten gab.

Solide

Doch auch die heurige Saison war nicht friktionsfrei – Verletzungen und Krankheiten warfen den Verteidiger immer wieder zurück. "Aber er ist sehr solide, er macht das, was er tun soll", streut ihm Coach Christian Weber Rosen. Alles richtig gemacht hat Kirisits am Donnerstag in Linz.

"Wir haben aber auch Fehler gemacht", sagt der Spieler. "Wir standen lange Zeit zu weit vom Mann weg. Das müssen wir zu Hause besser machen."

So sieht es auch Weber. "Wir führen in der Serie 1:0", sagt er. "Das ist keineswegs ein Ruhekissen. Der Weg zum Titel ist noch weit."

Für Kirisits wäre es der vierte nach 2001, 2004 und 2009. Beim ersten war er nicht einmal 16 Jahre alt, als er 20 Spiele im Meisterteam bestritt.

Kleinigkeiten

Der KAC wird auf eine zu allem entschlossene Linzer Mannschaft treffen. "Es müssen nur Kleinigkeiten besser gemacht werden", sagt Manager Christian Perthaler, 2000 mit dem KAC und 2003 mit Linz Meister. "Immerhin haben wir in dieser Saison schon zwei Mal in Klagenfurt gewonnen."