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Sport Wintersport
12/17/2019

Die "übriggebliebene Allrounderin" des ÖSV auf der Überholspur

Franziska Gritsch hat nach sieben Medaillen bei Junioren-WMs nun auch im Weltcup groß aufgezeigt.

von Stefan Sigwarth

So recht konnte Franziska Gritsch auch am Montag noch nicht fassen, was der 22-jährigen Tirolerin da tags zuvor in St. Moritz gelungen ist: Dritte im Parallelslalom, nach Siegen über Sara Hector (SWE), Marta Bassino und Federica Brignone (ITA), erst im Semifinale gegen die Schwedin Anna Swenn-Larsson war Endstation.

„Die Kapsel am linken Daumen hat wohl ein bissl was abbekommen“, sagt Gritsch am Montagmittag in Courchevel und zeigt auf den Verband, der ihr nach hartem Kontakt mit einer Torstange das Aus und das Duell um Platz drei bescherte. Dort gab sie aber der Slowenin Meta Hrovat das Nachsehen. Erster Podestplatz, nach dem siebenten Rang beim Saisonauftakt in Sölden ein Rufzeichen.

„Das wird erst so richtig sacken, wenn ich mal daheim bin und zum Nachdenken komme“, sagt Gritsch, die bislang vier Silber- und drei Bronzemedaillen bei Junioren-Weltmeisterschaften gesammelt hat und im Februar bei der WM in Åre zum Vizeweltmeisterteam gehörte.

Mit Maß und Ziel

Die Ötztalerin, in Sölden aufgewachsen und inzwischen in Umhausen daheim, sieht sich als „übriggebliebe Allrounderin“, die bereits in allen Disziplinen erfolgreich war, freilich nicht auf höchster Ebene. Dennoch wird sie nach dem Riesenslalom von Courchevel (Dienstag, 10.30 und 13.30 Uhr/live ORF1) eine Pause einlegen, obwohl es am Wochenende Abfahrt und Kombination in Val d’Isère gäbe.

„Diese Lehre habe ich aus den letzten Jahren gezogen, als ich in Welt- und Europacup fast alles gefahren bin. Es fehlt dann die Zeit zum Regenerieren, es fehlt auch die Zeit fürs Training“, und das „tolle Trainerteam“ (Gritsch) zieht in dieser Hinsicht voll mit. Das ist auch eine Folge schwerer Verletzungen: 2014 brach sie sich das Wadenbein, 2016 brachte sie es fertig, vorderes und hinteres Kreuzband zu reißen, dazu das Innenband und als Krönung gab es auch noch einen Schienbeinkopfbruch.

„Ich lege den Fokus derzeit auf die technischen Disziplinen, anders geht es auch nicht, so lange ich nicht in den Top 30 der Startliste stehe. Den Super-G trainiere ich momentan nebenher“, sagt Gritsch. Die FIS-Punkteliste weist sie als 16. der Kombi, 37. des Riesenslaloms, 45. des Slaloms, 63. des Super-G und 85. der Abfahrt aus.

Neben dem sportlichen Talent zeichnet die Tirolerin ihre Zielstrebigkeit aus. Die Absolventin der Ski-Hotelfachschule Bad Hofgastein hat Berufsreifeprüfung und Matura bereits abgehakt, „eine gute Ausbildung ist einfach sehr wichtig für die Zeit nach der Karriere. Ich mag es sehr, mich weiterzubilden, ich interessiere mich auch für Persönlichkeitsentwicklung, denn das gehört für mich dazu. Und ich reflektiere gern und teile meine Gedanken mit anderen“ (so in ihren Blogs auf ihrer Homepage www.franzisikagritsch.at).

Mit Herz und Hirn

Ein Studium neben der Karriere, wie es etwa die Deutsche Viktoria Rebensburg mit dem Bachelor of Arts im Sportmanagement kürzlich abgeschlossen hat? „Ein Fernstudium wäre sicher lässig, aber mir wäre das zu trocken, während der Saison auch noch Stoff zu büffeln. Wenn, dann möchte ich Vollzeit studieren“, sagt Gritsch und fügt an: „Physiotherapie zum Beispiel. Aber das kommt alles zu seiner Zeit.“

Zumal ihre sportliche ja gerade erst begonnen hat.

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