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Sport Wintersport
05/27/2020

Die NHL bricht den Grunddurchgang ab, ein Kölner ist Top-Scorer

Die beste Eishockeyliga der Welt hat eine Rückkehr beschlossen. Leon Draisaitl war bester Scorer der Saison.

In Deutschland wird Eishockey in den nächste Tagen ein etwas öfter in den Nachrichten vorkommen. Als erster deutscher Sportler hat Eishockey-Profi Leon Draisaitl die Topscorer-Wertung in einer der großen US-Ligen gewonnen. Nach dem Abbruch des Grunddurchgangs in der stärksten Eishockey-Liga der Welt kann der 24 Jahre alte Kölner nicht mehr von Rang eins verdrängt werden. „Natürlich ist das eine große Ehre für mich und auch etwas ganz Besonderes“, sagte der Angreifer der Edmonton Oilers der Deutschen Presse-Agentur. „Aber ohne meine Mitspieler wäre das natürlich nicht möglich gewesen.“

Draisaitl blieb in nur 15 von 71 Spielen ohne direkte Torbeteiligung und kommt insgesamt auf 110 Punkte. An zweiter Stelle steht sein Teamkollege Connor McDavid mit 97 Scorerpunkten. Deutschlands bester Eishockey-Spieler ist in seinem Heimatland zwar weit von der Popularität von beispielsweise Dirk Nowitzki entfernt, in den NHL-Ländern USA und Kanada aber ein geschätzter und in höchstem Maße anerkannter Athlet.

Grundlage für den nun sicheren Gewinn der Topscorerwertung war die Entscheidung der NHL, bei einer Fortsetzung der wegen Corona unterbrochenen Saison direkt in die Playoffs einzusteigen und dafür mehr Mannschaften als üblich zuzulassen. Demnach sollen 24 Mannschaften die Chance erhalten, sich für die Final-Serie um den Stanley Cup zu qualifizieren. Normal sind Playoffs mit 16 Teams.
Orte und Zeitplan sind noch nicht entschieden. Frühestens am 1. Juli sollen Teams mit Trainingslagern beginnen. Derzeit sind noch nicht mal Einheiten in Kleingruppen erlaubt. Die Genehmigung dafür wird für Anfang Juni erwartet. „Wir werden nicht mit Spielen beginnen, bevor wir wissen, dass es sicher und okay ist“, sagte Liga-Boss Bettman.

Der neue Modus

In der Eastern Conference werden die Boston Bruins (44-14-12, 100 Punkte), Tampa Bay Lightning (43-21-6, 92 Punkte), Washington Capitals (41-20-8, 90 Punkte) und das Team von Michael Raffl, Philadelphia Flyers (41-21-7, 89 Punkte), gegeneinander antreten, um die Reihenfolge der vier Erstplatzierten für die erste Runde der Playoffs festzulegen.

In der Qualifikationsrunde der Eastern Conference werden vier Best-of-5-Serien ausgetragen: die Pittsburgh Penguins (40-23-6, 86 Punkte) gegen die Montreal Canadiens (31-31-9, 71 Punkte), die Carolina Hurricanes (38-25-5, 81 Punkte) gegen die New York Rangers (37-28-5, 79 Punkte), die New York Islanders (35-23-10, 80 Punkte) gegen die Florida Panthers (35-26-8, 78 Punkte) und die Toronto Maple Leafs (36-25-9, 81 Punkte) gegen die Columbus Blue Jackets (33-22-15, 81 Punkte).

In der Western Conference spielen die St. Louis Blues, Colorado Avalanche, Vegas Golden Knights und die Dallas Stars  eine Round-Robin, um ihre Setzreihenfolge festzulegen. Die Best-of-5-Qualifikationsrundenserie tragen aus: die Edmonton Oilers gegen die Chicago Blackhawks, die Nashville Predators gegen den Klub von Michael Grabner, die Arizona Coyotes,  die Vancouver Canucks  gegen die Minnesota Wild und die Calgary Flames gegen die Winnipeg Jets.

ÖEHV-TEAM VOR WM IN DER SLOWAKEI: RAFFL

Die Buffalo Sabres, die New Jersey Devils, die Anaheim Ducks, die Los Angeles Kings, die San Jose Sharks, die Ottawa Senators und die Detroit Red Wings sind ausgeschieden und nehmen an der Lotterie für den Draft teil. In diesem können sie dann in der Reihenfolge des Lotterie-Ergebnisses die größten Talente verpflichten. Eines davon wird der Vorarlberger Marco Rossi sein, der kürzlich zum besten Nachwuchsspieler der kanadischen Ontario Hockey League gewählt wurde.

Gespielt werden soll übrigens vorerst in nur zwei Städten. Die Teams können sich mit ihrer Heimstätte bewerben. Jedes Team dürfe mit maximal 50 Mitarbeitern, einschließlich Spieler, Trainer und Personal, in die jeweilige Stadt reisen. "Wir rechnen natürlich damit, über den Sommer und bis in den frühen Herbst hinein zu spielen", sagte Commissioner Gary Bettman