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Sport Wintersport
09/16/2012

Die Gladiatoren der Eiszeit

Eishockey im Amphitheater: Die Vienna Capitals wollen in der antiken Arena von Pula gegen Zagreb eine Show bieten.

Wir werden in der Pension unseren Enkelkindern davon erzählen." Obwohl Capitals-Trainer Tommy Samuelsson zwei Meisterschaften in Schweden gewann und bei zwei Freiluftspielen in seiner Heimat dabei war, freut sich der Schwede auf den vorläufigen Saisonhöhepunkt in Kroatien.

Am Sonntag werden die Vienna Capitals in der 1933 Jahre alten Gladiatoren-Arena von Pula auf Zagreb treffen. ServusTV überträgt ab 20.15 Uhr live, eine Verspätung der Beginnzeit sollten die Zuschauer einplanen. Zwar funktioniert das zuletzt kaputte Stromaggregat wieder, doch Sonne, Wind und Meerluft werden der Eisfläche wieder zusetzen.

Die Premiere am Freitag verlief nicht ganz nach Wunsch. Eine starke Windböe hatte am Donnerstag beim römischen Amphitheater ein Stromaggregat beschädigt, wodurch die Kühlung der Eisfläche nicht mehr im notwendigen Ausmaß möglich war. Da half auch die Spezialfolie nicht viel, die das Eis vor der Sonne und 25 Grad Celsius in den Mittagsstunden schützen sollte.

Das erste von zwei Eishockeyspielen in der antiken Arena an der kroatischen Küste konnte nur mit größter Anstrengung aller Beteiligten und stark verspätet absolviert werden. Erst knapp vor ein Uhr nachts war die Partie (Laibach besiegte Zagreb 3:2) auf dem sehr holprigen Eis beendet.

Eingewöhnung

Eine Reise ins Ungewisse ist es für den Tabellenführer aus Wien. Trainer Samuelsson will daher schon um elf Uhr vormittags in die Arena. "Die Spieler sollen sich an die Gegebenheiten gewöhnen können." Auch wenn es nur optisch ist. Denn ein Training in der Sonne ist nicht möglich. Baden und die istrische Sonne genießen durften die Wiener nur am Samstag nach der Anreise aus Villach wo am Freitag mit dem 4:3 n.P. die Tabellenspitze erobert worden war. "Es ist ein normales Ligaspiel. Es geht um Punkte", mahnt Samuelsson.

Dass das Eis am Freitag tiefe Rillen hatte und kein hochklassiges Spiel möglich war, ist Capitals-Kapitän Benoit Gratton egal: "So etwas erlebt man nur einmal im Leben. Das muss man in Kauf nehmen." Gladiatorenkämpfe zwischen den Spielern schließt der Kanadier nicht aus. "Ich habe es nicht geplant. Aber wer weiß, vielleicht ziehen wir unsere Schwerter und kämpfen."

Einem Zweikampf gehen die Brüder André und Philippe Lakos niemals aus dem Weg. "Vielleicht gibt es ja eine Showeinlage. Ich kann mir schon vorstellen, dass die Zagreber ihren Fans was zeigen wollen." Erzwingen wolle er nichts. "Aber ich weiß nicht, was mein Bruder plant." Das Raubein der Liga antwortet prompt: "Wenn sie motiviert sind: bitte! Ich habe noch nie nein gesagt, wenn wer kämpfen wollte", kündigt Philippe an.

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Auch wenn es wieder Probleme mit dem Eis geben wird, der Mut der Veranstalter ist lobenswert. Die Bilder von den beiden Eishockeyspielen im Amphitheater gehen um die Sportwelt.

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