Abgetreten: Durch den Sprungverzicht von Gregor Schlierenzauer (Bild) und Anders Bardal wurde der Weltcupauftakt zur Farce.

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Skispringen
11/25/2013

Die Fans stehen hinter Schlierenzauer

Die Reaktionen auf die Weigerung, zu springen, sind durchwegs positiv und verständnisvoll.

von Günther Pavlovics

Gregor Schlierenzauer und Anders Bardal haben am Sonntag ein Zeichen im Leistungssport gesetzt. Die beiden waren in den letzten zwei Jahren die Besten ihrer Zunft. Beim Weltcup-Auftakt in Klingenthal haben die beiden aufs Antreten verzichtet. „Ich habe beiden gesagt, dass sie die besten Springer sind und sich die Sache durch den Kopf gehen lassen sollen. Die besten Springer sollen nicht zum Spielball werden“, sagte Österreichs Cheftrainer Alexander Pointner. „Es ist in dieser Situation möglicherweise mutiger, Nein als Ja zu sagen“, sagte Bardals österreichischer Trainer Alexander Stöckl.

Bardal und Schlierenzauer haben sich entschieden, nicht auf ihren Skiern den Schanzenturm zu verlassen, sondern mit den Skiern in der Hand im Lift. „Wir haben einfach beschlossen, dass wir das nicht nötig haben, bei neun Metern pro Sekunde zu springen. Neun Meter Wind sind einfach gefährlich. Und es geht schlussendlich auch um Olympiamedaillen in diesem Winter, da muss man nichts Sinnloses riskieren“, erklärte Schlierenzauer. Die beiden sind damit das Risiko eingegangen, als Feiglinge dazustehen. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Auf der Homepage von Gregor Schlierenzauer sind im Gästebuch durchwegs positive Kommentare zu finden. „Du hast die richtige Entscheidung getroffen“, schrieb Mie aus Japan. „Für mich bist du zusammen mit Anders Bardal der moralische Sieger“, meint Sven aus Deutschland. „Finde diese Aktion mutig“, meldete sich Barbara. „Bewunderung für diese Entscheidung. Du bist ein großer Athlet“, schrieb sogar Kasia aus Polen, deren junger Landsmann Krzysztof Biegun profitierte und den Bewerb gewonnen hat.

Julia aus Kaiserslautern meinte: „Ihr habt gezeigt, dass ihr mündige Athleten seid.“ Das ist mit ein Grund, warum Fans solche Entscheidungen verstehen. Ganz wie bei Niki Lauda, der im strömenden Regen von Fuji sein Formel-1-Auto abstellte und seine WM-Chance damit verspielte. Aber auch der deutsche Skispringer Martin Schmitt hatte einmal als Weltcupführender auf einen Sprung verzichtet.

Aus Sicherheitsgründen.

398.000 schauten, wie zwei warteten

Den Wettstreit um die beste Sportquote im ORF entschied am Sonntag die Formel 1 für sich. Das letzte Rennen der längst entschiedenen WM wollten 534.000 Österreicher auf ORFeins sehen. Zeitgleich verfolgten 342.000 Zuschauer auf ORF2 Rapid – Salzburg. Die Skisprung-Farce sahen am Nachmittag 398.000 auf ORFeins, zuvor hatten die Rodler 278.000 Zuschauer.

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