
© Diener / Georg Swoboda
Der Eishockey-Winter im Rückspiegel
Ist Daniel Craig der Meistertrainer? Sorgten Schwalben für den Sommerbeginn?
04/15/2015, 07:00 PM
69 Spieltage gab es in der Erste Bank Eishockeyliga. Mit Red Bull Salzburg gibt es einen Champion, der den Titel wirklich verdient hat und im gesamten Play-off nur ein einziges Mal (Villach siegte im zweiten Viertelfinale 6:5 n.V.) besiegt werden konnte. In der entscheidenden Phase der Meisterschaft wurde der Titelfavorit immer stärker.
Nach den drei Best-of-seven-Serien im Play-off bietet es sich an, in einem "Best of" die Saison Revue passieren zu lassen.
Böse Die Salzburger Kyle Beach und Brett Sterling sorgten nicht nur im Play-off für schmerzvolle Angriffe auf ihre Gegner. Die beiden Salzburg-Stürmer gewannen auch die Wertung der meisten 2-Minuten-Strafen. Und Sterling führte mit seinen Schwalben die Referees mehrmals aufs Glatteis. Nicht nur im meteorologisch heißen Finale gegen die Capitals.

Wandelbar Nach 13 Siegen in 15 Spielen Tabellenführer, zwischen November und Februar nur elftbestes Team in der EBEL – die Saison der Capitals glich einer Hochschaubahnfahrt. Das System des fordernden Coaches Tom Pokel hatte sich schnell abgenützt, einige Spieler folgten ihm nicht mehr, Jim Boni führte die Wiener doch noch ins Finale.
Fahrlässig Martin Stloukal zum KAC-Trainer zu machen, muss eine Schnapsidee gewesen sein. Der Sessel des streitbaren Tschechen war schon vor Saisonbeginn angesägt, nach nur vier Spielen musste er tatsächlich gehen. Nachfolger Doug Mason brauchte Monate, um das Team noch in Play-off-Form zu bringen.
Schrill Die Referees der EBEL sorgten im Play-off für einige Misstöne. Obwohl die meisten Spiele im Grunddurchgang reibungslos abliefen, wollten einige Schiedsrichter das Spiel im Play-off laufen lassen und verloren die Kontrolle. Wenn sie dann doch Strafen gaben, kannten sich die Spieler nicht mehr aus, was nun erlaubt ist. Ein Wunder, dass aus Bozen nach den Strafen in entscheidenden Phasen im Viertelfinale gegen Linz keine Verschwörungstheorien kamen.

Böse Zungen behaupten, dass bei dieser starken Salzburger Mannschaft tatsächlich selbst James Bond Trainer hätte sein können.
Bis Freitag sollen alle Fragen beantwortet sein
In den wichtigsten Personalfragen gab es bei den Vienna Capitals am Tag nach dem verlorenen Finale gegen Salzburg noch keine Neuigkeiten. Was bekannt war: Trainer Jim Boni bleibt ein weiteres Jahr. Die Verträge von Fraser, Fischer und Großlercher wurden verlängert. Kickert, Schlacher, Klimbacher, Peter, Hackl, Schiechl und Bauer hatten bereits ihre Verträge. Dazu wurde die Verpflichtung von Klemen Pretnar (zuletzt VSV) und MacGregor Sharp (Schwenningen, davor Meister mit Bozen) bestätigt.
Topscorer Kris Foucault verlässt die Capitals wie berichtet nach Zürich. Tormann Matt Zaba hat keine guten Karten mehr. Bis Freitag soll mit allen Spielern, die noch ohne Vertrag sind, die Zukunft geklärt sein. Bei der Verlängerung des Engagements von Rafael Rotter spießt es sich nur noch bei der Vertragslänge: Boni will Rotter und Iberer unbedingt halten. "Wir können nicht Erfolg versprechen. Aber wir werden eine Mannschaft bauen, auf die Wien stolz sein kann", sagte Jim Boni.
Am Freitag (19.30 Uhr) findet in Kagran eine große Saisonabschlussfeier mit den Spielern für die Fans statt.
Präsident Hans Schmid bilanzierte zufrieden. "Ich wünsche mir aber von Boni, dass wir nächste Saison mehr Heimspiele gewinnen." Verärgert ist er wegen der Leistungen der Referees: "Man muss sich schon die Frage stellen, ob die Investitionen aufgegangen sind. Bei der nächsten Liga-Konferenz wird es ein nicht sehr freundliches Gespräch geben."
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