Im Wohnzimmer: Aksel Lund Svindal hat 13 seiner 23 Weltcupsiege in Nordamerika und Nordeuropa gefeiert. Je kälter und trockener der Schnee, desto wohler fühlt sich der Norweger.

© Reuters/MARK LEFFINGWELL

Herren-Abfahrt
12/07/2013

„Daheim“ gewinnt sich’s halt doch am schönsten

Je weiter nördlich ein Weltcuport liegt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Aksel Lund Svindal siegt. Der Norweger feierte in Beaver Creek seinen 23. Erfolg und erinnerte sich auch an schwere Zeiten.

von Stefan Sigwarth

Er ist der amtierende Weltmeister in der Abfahrt. Er ist der aktuelle Olympiasieger im Super-G. Und er ist der Titelverteidiger in beiden Speed-Weltcups. Er ist:

Aksel Lund Svindal.

Der norwegische 1,89-Meter-Brocken aus Kjeller naje Oslo dominiert auch in diesem Winter schon wieder in seinen Spezialdisziplinen, in der Abfahrt von Beaver Creek feierte der 30-Jährige seinen zweiten Saisonerfolg nach jenem im Super-G von Lake Louise. Nordamerika behagt Svindal, „es sind beides auch meine liebsten Rennorte, das war schon immer so.“ Unter anderem, weil die Landschaften an Skandinavien erinnern, aber auch, weil die Schneeverhältnisse recht ähnlich sind: trocken, kalt, aggressiv.

Sein 23. Weltcuprennen hat Aksel Lund Svindal an diesem Freitag gewonnen, das vierte in Beaver Creek im US-Bundesstaat Colorado. Dort, wo 2015 die Medaillen bei der alpinen Ski-WM vergeben werden; dort, wo der Norweger vor sechs Jahren bangte, ob er nicht für den Rest seines Lebens mit einem künstlichen Darmausgang leben müsste.

Rückblick ohne Zorn

Bei einem Sturz im Training am 27. November 2007 erlitt Svindal eine tiefe Schnittwunde am Gesäß, er lag wochenlang im Spital und kehrte erst im folgenden Winter in den Weltcup zurück. Und er machte seinen Frieden mit der Piste, die ihn zum Patienten gemacht hatte: Anfang Dezember 2008 gewann Svindal in Beaver Creek Abfahrt und Super-G.

„Das klingt jetzt vielleicht verrückt, aber ich habe keine schlechten Erinnerungen an Beaver Creek. Es ist ein guter Platz, um im Spital zu liegen“, sagte Svindal und grinste. „Sie haben super Ärzte hier. Also, wenn ich schon behandelt werden muss, dann ist Beaver Creek ein guter Ort dafür.“

Freilich ist Beaver Creek auch ein guter Platz, um schnell zu fahren. Schlag nach bei Hannes Reichelt, der als Zweiter die Bilanz der Österreicher rettete (Zweitbester war Max Franz als Zehnter, dann kam lange nichts mehr) und sich selbst erfreute. „Hinter Aksel Zweiter zu sein, ist keine Schande“, sagte der Salzburger, der den Norweger zum Dominator der Speedbewerbe adelte.

Und doch würde Svindal auch gerne wieder im Riesenslalom gewinnen. Weltmeister war er 2007, auch Sieger in Disziplinweltcup. „Und es ist der Bewerb, den ich am meisten trainiere.“ Doch derzeit dominieren dort andere: Ted Ligety als Svindals Pendant – und Marcel Hirscher (siehe auch Seite 24).

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