Wilder Ritt: Hannes Reichelt war nach Korrekturen im Techniktraining wieder auf Kurs – und mit der richtigen Hüftposition musste er nur Aksel Lund Svindal den Vortritt lassen.

© APA/EPA/George Frey

Svindal siegt im Eiskasten vor Reichelt
12/06/2013

Svindal siegt im Eiskasten vor Reichelt

Der Norweger gewinnt in Beaver Creek bei minus 22 Grad vor Hannes Reichelt.

von Stefan Sigwarth

Eine Hitzewarnung haben sie nicht ausgegeben in Beaver Creek, ein bisserl wärmer ist es dennoch geworden vor der zweiten Saisonabfahrt der Herren in den Bergen von Colorado. Nur noch minus 22 Grad zeigte das Thermometer, die Crux an der Abfahrt ist halt der Windchill, der die gefühlte Temperatur in Zahlen fassen soll: Minus 22 Grad und 100 Stundenkilometer, das sind gefühlte -55 Grad. Schwacher Trost: Ab 74 km/h nimmt der Kühleffekt nur noch marginal zu.

Eiskalt im amerikanischen Eiskasten blieb eher weniger überraschend ein Norweger: Aksel Lund Svindal holte sich seinen zweiten Saisonsieg nach dem Super-G in Lake Louise. „Es schaut nicht so schlecht aus. Ich war nicht so gut in Form nach dem Transfer von Kanada nach Beaver Creek, aber es wird besser.“

Am nächsten kam ihm mit Hannes Reichelt ein Hobbypilot aus Radstadt. Mit 111,7 Stundenkilometern flog der Salzburger durch die Geschwindigkeitsmessung, das war der Bestwert, am Ende fehlten 17 Hundertstelsekunden. „Hinter Aksel Zweiter zu werden, da braucht man sich nicht zu schämen.“ Im Gegenteil, man kann sich freuen – in den letzten Tagen hatte Reichelt an seiner Technik gefeilt und sich einen Fehler in der Hüftbeugung abgewöhnt, wie die Ergebnisliste zeigt, war diese Idee eine durchaus gute.

Die anderen Österreicher konnten nicht mithalten. Matthias Mayer, mit Nummer eins gestartet, verpasste ein Tor und schied aus. Georg Streitberger erwischte einen Stein und gab auf: „Von der Mitte bis zum Ende ist am Ski die Kante weg.“ Klaus Kröll, beim ersten Saisonrennen in Lake Louise Zweiter, landete nach vorsichtiger Fahrt auf Platz 25. Und Florian Scheiber, im Training am Donnerstag Zweiter hinter dem Kanadier Erik Guay, kam beim Antauchen aus dem Starthaus aus dem Rhythmus und verpasste die Punkteränge; so war Max Franz als Zehnter Zweitbester des ÖSV.

Hirscher greift ein

Samstag soll’s mit einem Super-G weitergehen, soll, weil Schnee angesagt ist. Viel wird’s nicht geben, aber eine Sichtbeeinträchtigung ist anzunehmen. Das muss kein Nachteil für Marcel Hirscher sein, der seinen 32. Rang aus dem Vorjahr zu korrigieren gedenkt. Im Sommer hat sich der 24-Jährige in Chile mit den Speed-Kollegen vorbereitet, und der Salzburger traut sich einen Platz im Mittelfeld zu.

Ein anderes Ziel hat Aksel Lund Svindal, der mit dem fünften Super-G-Sieg en suite den Rekord von Hermann Maier übertreffen kann. Dafür ist freilich ein kühler Kopf kein Nachteil.

Endstand:
1. Aksel Lund Svindal NOR 1:44,50
2. Hannes Reichelt AUT 1:44,67
3. Peter Fill ITA 1:44,70
4. Manuel Osborne-Paradis CAN 1:44,74
5. Patrick Küng SUI 1:45,02
6. Beat Feuz SUI 1:45,16
7. Jan Hudec CAN 1:45,17
8. Werner Heel ITA 1:45,35
9. Dominik Paris ITA 1:45,37
10. Max Franz AUT 1:45,38
11. Didier Defago SUI 1:45,44
12. Kjetil Jansrud NOR 1:45,50
13. Bode Miller USA 1:45,54
14. Christof Innerhofer ITA 1:45,61
15. Travis Ganong USA 1:45,69
16. Erik Guay CAN 1:45,70
Weiter:
24. Markus Dürager AUT 1:46,46
25. Klaus Kröll AUT 1:46,49
26. Florian Scheiber AUT 1:46,61
33. Romed Baumann AUT 1:46,96
37. Otmar Striedinger AUT 1:47,27
39. Vincent Kriechmayr AUT 1:47,54
Out:
. Matthias Mayer AUT
. Georg Streitberger AUT
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