Trauer und Traumlauf: Franjo von Allmen gewinnt in Crans-Montana
Franjo von Allmen siegte beim Trrauer-Rennen
Die Werbebanden und Sponsorflächen präsentierten sich in Grau und Schwarz. Statt Werbebotschaften war „Unsere Gedanken sind bei euch“ zu lesen. Die Trauer um die Opfer der Brandkatastrophe vom 1. Jänner im Schweizer Skiort Crans-Montana war allgegenwärtig. Vor dem Start gedachten Athleten und Zuschauer der Opfer mit einer Schweigeminute.
Dennoch wurde am Sonntag ein Skifest gefeiert. Bei der Generalprobe für die Olympia-Abfahrt waren die Tribünen voll besetzt, Tausende Schweizer Fahnen sorgten für Stimmung. Dazu passte, dass mit Franjo von Allmen ein Einheimischer mit einer Traumfahrt den Sieg holte und seine Favoritenrolle für die Olympia-Abfahrt am kommenden Samstag in Bormio eindrucksvoll bestätigte.
Die Strecke präsentierte sich im Vergleich zu jener bei den Frauen am Freitag in ausgezeichnetem Zustand. Auch der strahlende Sonnenschein trug zu optimalen Bedingungen bei.
Abfahrtsweltmeister von Allmen ging bei der Linienwahl volles Risiko. Der 24-Jährige fuhr in einer eigenen Liga und distanzierte Italiens Downhill-Schwergewicht Dominik Paris um 0,65 Sekunden. In 1:55,00 Minuten stellte er eine Fabelzeit auf. „Ich bin einfach mit Spaß Ski gefahren. Heimrennen sind für uns Schweizer immer speziell“, sagte von Allmen nach seinem fünften Sieg im Abfahrtsweltcup.
Die nächste Abfuhr der Österreicher
Marco Odermatt lieferte sich mit Paris bei den Zwischenzeiten einen Hundertstelkrimi, hatte im Ziel jedoch 0,14 Sekunden Rückstand. Wenig später schob sich Ryan Cochran-Siegle mit einer nahezu perfekten Fahrt um fünf Hundertstel zwischen Paris und Odermatt. Bester Österreicher war Daniel Hemetsberger, der mit 1,45 Sekunden Rückstand Rang 14 belegte. Stefan Babinsky folgte mit acht Hundertstel mehr auf Platz 15.
Österreichs Abfahrer warten damit seit nunmehr 34 Monaten auf einen Weltcupsieg. Hemetsberger zeigte sich entsprechend enttäuscht: „Ich bin es eigentlich so gefahren, wie ich es fahren wollte. Prinzipiell hätte es passen müssen, aber im vierten Sektor habe ich zu viel verloren.“ Babinsky haderte vor allem mit der Linkskurve nach dem ersten Sprung: „Das habe ich komplett versäumt und bin dann nur noch hinterhergefahren.“
Vincent Kriechmayr und Raphael Haaser ließen das Rennen aus. Beide trainieren in Saalbach für die Olympia-Abfahrt in Bormio. Das erste Training auf der Olympiastrecke ist für Mittwoch angesetzt.
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