Sport | Wintersport
17.01.2013

Die Suche nach der Erfolgskombination

In der einzigen Weltcup-Superkombi dieses Winters geht es heute um WM-Startplätze.

Das traditionelle Lauberhorn-Spektakel wird im Berner Oberland heute mit einem Bewerb eingeläutet, der wenig Tradition hat: Mit einer Superkombination, die aus (verkürzter) Abfahrt und einem Slalom-Durchgang besteht – und die in dieser Form in diesem Winter nur noch einmal gefahren wird: bei der WM in Schladming.

Der heutige Renntag wird für die Alpin-Athleten um 7.30 Uhr mit Bahn- plus anschließender Liftfahrt beginnen und erst in der Dämmerung enden.

Die Superkombination ist der anstrengendste und zugleich unpopulärste Bewerb. Ein Widerspruch, den zumindest zwei anerkannte Allrounder bedauern: Benjamin Raich und Ivica Kostelic.

Für beide Routiniers ergibt sich die realistische Chance, erstmals in diesem Winter auf das Podest zu fahren, wobei im Falle von Kostelic die Formkurve schon in den letzten Tagen deutlich nach oben zeigte, während Raichs akribische Suche nach der optimalen Materialabstimmung noch nicht wirklich belohnt wurde.

Kostelic schwärmt vom Lauberhorn, hat er hier doch bereits sechs Mal (vier Mal Slalom, zwei Mal Kombi) gewonnen. „Kein anderer Berg auf der Welt gibt mir so viel Energie“, sagt der Kroate.

Zwei Fixstarter

Auch Raich fühlt sich wohl in Wengen, obwohl er bei den zwei Abfahrtstrainingsläufen mit enormen Zeitrückständen ins Ziel kam. Dass Raich vor der Heim-WM unter Zugzwang steht, bestreitet der Tiroler. Tatsächlich ist Raich zumindest in der WM-Kombination Fixstarter, wie immer heute die erste Superkombi dieses Winters auch ausgehen wird. Gleiches gilt für Romed Baumann.

Der 26-Jährige, in dem ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel zu Saisonbeginn noch einen Anwärter auf den Gesamtweltcup-Sieg gesehen hatte, befindet sich nach einem unfreiwilligen Materialwechsel in einem noch ungleich hartnäckigeren Tief als Raich. Von der Superkombi erhofft sich Baumann den Umschwung: „Ich kann das Rennen gewinnen, aber genauso irgendwo landen. Die Kombi ist für mich immer so etwas wie eine Wundertüte.“

Um die zwei WM-Kombi-Plätze neben Raich und Baumann fahren und carven am Lauberhorn heute fünf Mann: Trainersohn Frederic Berthold, Matthias Mayer, Joachim Puchner, Hannes Reichelt und Florian Scheiber. Für Marcel Hirscher, der sich in Adelboden auf den sonntägigen Lauberhorn-Slalom vorbereitet, war die Kombination hingegen nie ein Thema.

Drei Wengen-Klassiker

Lauberhorn-Rennen
Drittes Abfahrtstraining abgesagt wegen starken Schneefalls. ÖSV-Aufgebot für die Superkombi (Freitag): Baumann, Raich, Puchner, Reichelt, Berthold, Mayer, Scheiber. Abfahrt (Samstag): Baumann, Klaus Kröll, Streitberger, Puchner, Mayer, Franz, Scheiber, Berthold, Reichelt. Slalom (Sonntag): Hirscher, Matt, Pranger, Herbst, Raich, Feller, Hörl, Schönfelder