Sport
08.07.2017

Wimbledon: Thiem weiter, Ofner ausgeschieden

Der Niederösterreicher steht erstmals im Achtelfinale, der Steirer scheiterte an Deutschlands Nummer 1.

Nächster großer Schritt für Dominic Thiem. Der 23-Jährige erreichte erstmals die Runde der besten 16 in Wimbledon – und hat damit bei allen vier Grand-Slam-Turnieren zumindest einmal das Achtelfinale erreicht. Thiem schlug in einer teilweise hochklassigen Partie den erst 20-jährigen Amerikaner Jared Dolnaldson 7:5, 6:4 und 6:2.

Im ersten Satz servierte Jared Donaldson, dem eine große Zukunft prophezeit wird, bereits bei 5:3 auf den Satzgewinn auf. Thiem gelang aber das Re-Break. Das Zepter gab Österreichs Ass dann nicht mehr aus der Hand. Das Beste des ersten Satzes kam am Schluss. Thiem sicherte sich den Satzball nach einem sehenswerten Ballwechsel, einem der besten des gesamten Turniers. Im zweiten Satz ging es hochklassig weiter, Thiem war aber immer mehr der Herr auf dem Platz. „Ich bin sehr glücklich mit meiner Leistung“, sagt Thiem.

Der Traum hat aber möglicherweise noch kein Ende. Bei seiner Achtelfinal-Premiere trifft der Ranglisten-Achte; am Manic Monday (manche sagen Magic Monday dazu) auf Tomas Berdych. Das bislang einzige Duell gewann der Tscheche 2014 im Achtelfinale der US Open. Heuer lief es für den 31-Jährigen nicht ganz so gut, aber im Vorjahr stand er im Semifinale von Wimbledon, 2010 gar im Endspiel.

Steirer schlägt sich tapfer gegen deutschen Jungstar

Am Samstagabend endete der Erfolgslauf von Sebastian Ofner auf dem heiligsten Tennis-Rasen der Welt. Deutschlands Nummer 1, Alexander Zverev besiegte den steirischen Newcomer 6:4, 6:4 und 6:2. Der 21-Jährige spielte auch am Samstag wieder sensationelle Bälle, was fehlt, ist freilich noch die Konstanz. Für den Deutschen bedeutet das hingegen sein erstes Achtelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier, in dem er auf den kanadischen Vorjahresfinalisten Milos Raonic trifft.

Kein Grund, den Kopf in den Rasen zu stecken. So gibt es inklusive bestandener Qualifikation 115 Punkte für das ATP-Ranking und damit einem Vorstoß um fast 70 Plätze auf einen Rang um 150. Aber vor allem verdiente der 1,91-Meter-Mann bei seiner Grand-Slam-Premiere 57.000 Pfund (umgerechnet 65.000 Euro), mehr als davor in seiner gesamten Karriere zusammen (46.193 Dollar).

Und vielleicht gibt es bald einen Ausrüster. In der Qualifikation musste er sich sein Outfit selber waschen, für den Hauptbewerb kaufte sich der 21-Jährige eine neue Wäsch’.

Vergleichbar ist seine Situation mit jener von Werner Eschauer, der 2007 immerhin die Nummer 52 der Welt war. So antwortete der sympathische Hollensteiner auf die Frage nach einem Ausrüster einmal mit einer Gegenfrage: "Wer soll mir schon Schuhe kaufen?"

Ofner wird sich seine Leiberl schon bald nicht mehr kaufen müssen. Und waschen schon gar nicht.