Sport
14.01.2018

Wer sind die Favoriten bei den Australian Open?

In Melbourne startet am Montag das erste Grand-Slam-Turnier 2018.

Das Quartett ist beim ersten Konzert des Jahres zwar nicht vereint, aber das Ensemble ist dennoch besser als bei der Aufführung in New York im Spätsommer. Andy Murray muss aufgrund seiner Hüftprobleme wie schon bei den US Open passen, dafür ist im Gegensatz zu damals Novak Djokovic wieder dabei. Nach kurzer Wiederkehr der Ellbogenschmerzen fühlt sich der Serbe wieder fit – und möchte sich heuer den siebenten Titel bei den Australian Open holen, gleichbedeutend mit der alleinigen Rekordmarke. Und den Vorjahresfinalisten Roger Federer und Rafael Nadal den Kampf ansagen. Wer sind ab Montag die großen Favoriten beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres? Und wer hat kleine Außenseiterchancen?

Roger Federer

Der Schweizer stürmte im Vorjahr in eindrucksvoller Manier zu seinen Grand-Slam-Titeln 18 und 19. Roger Federer ist der beste Spieler der Geschichte und war im Vorjahr selbst der beste Roger Federer der Geschichte. Und hat er seine Form ins neue Jahr mitgebracht. "Für mich ist es unverständlich, dass ihn viele abgeschrieben haben. Er kann immer große Titel holen", sagt Günter Bresnik. Der Titel führt über den 36-jährigen Schweizer, der ständig an Verbesserungen arbeitet. "Die Frage ist, ob er zwei Wochen höchstes Niveau geben kann, aber er steht bei mir ganz oben", sagt Alex Antonitsch, der ab Montag als Kommentator für Eurosport im Einsatz ist. Der Schweizer bereitete sich beim Hopman-Cup vor, brillierte dort durch große Spielfreudigkeit. Freilich ist dieses Vorbereitungsturnier nicht vergleichbar mit dem Major in Melbourne, aber: Wer, wenn nicht er?

Titelchance: 4 von 5 Sternen

Juan Martin del Potro

Für den KURIER ein heißer Tipp. "Ihn hat sonst keiner so richtig auf dem Radar, aber er hat sich intensiv vorbereitet und geht in Topform in das Turnier", sagt Antonitsch. Und dass er richtig fein spielen kann, bewies er nicht nur 2009 bei seinem bislang einzigen Grand-Slam-Titel bei den US Open. Im Vorjahr war der 29-jährige Argentinier der einzige Spieler, der Federer bei einem Grand-Slam-Turnier bezwingen konnte – im US-Open-Viertelfinale.

Titelchance: 3,5 von 5 Sternen

Novak Djokovic

"Er ist ein großes Fragezeichen", sagt Antonitsch. Der Serbe, mit sechs Triumphen im Flinders Park Rekordhalter in der Profi-Ära (seit 1968), hat nur ein Einladungsturnier gespielt. "Wenn du vorher nicht in Topform bist, schaffst du es gewöhnlich während der Australian Open nicht mehr", erklärt Antonitsch. Überspannt er den (Ell-)Bogen nicht, ist aber viel möglich. Djokovic wartet mit einigen Veränderungen im Spiel auf – und selten sah man ihn vor dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres so "heiß" .

Titelchance: 3 von 5 Sternen

Rafael Nadal

Für den Spanier gilt dasselbe wie für Djokovic – auch bei ihm kann alles passieren. Hält das Knie, ist Major-Triumph Nummer 17 im Bereich des Möglichen.

Titelchance: 3 von 5 Sternen

Marin Cilic

Der Kroate wird oft übersehen, gewann aber 2014 die US Open und stand 2017 im Wimbledon-Finale.

Titelchance: 2,5 von 5 Sternen

Die Young Guns Alex Zverev, David Goffin, Grigor Dimitrow – und auch Dominic Thiem – sind Spieler, die an die Spitze drängen. "Die Frage ist nur, ob sie zwei Woche top spielen können", sagt Antonitsch über die "Jungen". Thiem traut er den Titel zu. "Ist er topfit und spielt er sich in den ersten drei Runden gut ein, ist es möglich."

Titelchancen: 1,5 von 5 Sternen

Stan Wawrinka, Milos Raonic Das Duo hat nach Verletzungen nur geringe Chancen.

Titelchancen: 0,5 von 5 Sternen

Für Kommentatorin Schett hat Kerber eine "Riesenchance"

Es kommt nicht oft vor, dass die Nummer 21 des Turniers die vielleicht seriöseste Titelanwärterin ist. Doch Angelique Kerber, die am Samstag in souveräner Manier das Turnier von Sydney gewann, darf man getrost zutrauen, dass sie nach 2016 zum zweiten Mal die Australian Open gewinnt.

"Sie hat eine Riesenchance", sagt Eurosport-Kommentatorin Barbara Schett. "Sie ist in Topform und hat keinen Druck wie im Vorjahr – es kann nur mehr nach vorne gehen." Nach dem Topjahr 2016 lief es für die Deutsche 2017 bekanntlich weniger gut.

Und die anderen? Wie die Weltranglisten-Erste Simona Halep, die noch auf ihren ersten Grand-Slam-Titel wartet? "Sie spürt den Druck", sagt Schett über die Rumänin. Für Caroline Wozniacki gilt, "dass sie auch noch kein Major gewonnen hat, und Garbiñe Muguruza ist leicht verletzt", sagt Schett über weitere Anwärterinnen.