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Sport
10/22/2019

Vor Auftakt gegen Tsonga: Thiems Höhen und Tiefen in Wien

Ausgerechnet bei einer Niederlage gegen den Franzosen ging sein Stern 2013 auf.

von Harald Ottawa

Zwei Viertelfinal-Einzüge waren bislang das höchste der Gefühle für Österreichs Topmann Dominic Thiem in Wien. Jedoch sei gesagt, dass in den vergangenen Jahren das Starterfeld erstklassig besetzt war. Stärker auch als in Kitzbühel, wo der Niederösterreicher heuer seinen ersten Titel im eigenen Land feiern konnte. Und dennoch gab es auch bei den Erste Bank Open schon viele Lichtblicke, viele großartige Lichtblicke in der Karriere des mittlerweile 26-Jährigen.

Ein Streifzug vor seinem zehnten Auftritt am Dienstag Abend gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga.

2010

Dominic Thiem trat in Wien zum ersten Mal in einer Qualifikation eines ATP-Turniers an. Das Turnier in Kitzbühel einige Monate zuvor war in diesem Jahr nur ein Challenger gewesen. Der damals 17-Jährige wehrte sich gegen den besten türkischen Spieler der Geschichte namens Marsel Ilhan tapfer, verlor aber gegen den damaligen Top-100-Spieler in drei hart umkämpften Sätzen. Und dies weitgehend noch ausgeschlossen von der Öffentlichkeit.

2011

Was für eine Auslosung! Der kommende Star durfte in der 1. Runde gegen Österreichs besten Spieler der Geschichte ran. Dominic Thiem besiegte sein Idol Thomas Muster glatt 6:2 und 6:3. Für Muster war es das letzte Match auf der ATP-Tour. Die Fans waren begeistert vom damals 18-Jährigen, der jedoch im Achtelfinale gegen den Belgier Steve Darcis glatt 2:6, 2:6 verlor. Wenige Wochen darauf gewann Thiem die Orange Bowl.

TENNIS: ERSTE BANK OPEN: MUSTER / THIEM

2012

Der erste Sieg gegen einen gegenwärtigen Topmann. Thiem schlug in Runde eins den Slowaken Lukas Lacko in zwei Sätzen, damals immerhin die Nummer 51 der Welt. Ein Sieg, der in den Zeitungen bejubelt wurde, allerdings war im Achtelfinale gegen den Australier Marinko Matosevic Schluss.

2013

Dominic Thiems Durchbruch! Nach Siegen über den Spanier Daniel Gimeno-Traver und den Tschechen Jaroslav Pospisil durfte die damalige Nummer 149 der Welt den Ranglisten-Achten Jo-Wilfried Tsonga fordern. Und wie er es tat: Die Fans in einer vollen Stadthalle  schwitzten und jubelten mit dem Bresnik-Schützling. Am Ende setzte sich der Franzose im Tie-Break des Entscheidungssatzes durch. Thiem sagt heute: "Damals habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass ich es schaffen kann. Einer der wertvollsten Niederlagen meiner Karriere." Im Doppel kam Thiem mit dem Wiener Max Neuchrist bis ins Semifinale.

TENNIS: ERSTE BANK OPEN: THIEM

2014

Weiger ruhmreich war der nächste Antritt. Thiem unterlag  als Favorit dem Niederländer Robin Haase in drei Sätzen.

2015

Auch im Jahr darauf lief es nicht gut, die damalige Nummer 19 der Welt scheiterte zum Auftakt am Polen Jerzy Janowicz.

2016

Thiem war erstmals als Top-Ten-Spieler angetreten. Nach einem klaren Sieg über Gerald Melzer unterlag der Niederösterreicher im Achtelfinale dem Serben Viktor Troicki.

TENNIS - ERSTE BANK OPEN: TROICKI (SRB) / THIEM (AUT)

2017

Erneut kam Thiem nicht über das Achtelfinale hinaus. Nach einem Sieg über den aufstrebenden Russen Andrej Rublev gab es eine 6:4-5:7-1:6-Niederlage gegen den Franzosen Richard Gasquet.

2018

Nach  starken Leistungen und glatten Siegen über den Belgier Ruben Bemelmans und dem US-Aufschläger Sam Querrey ging Thiem Viertelfinale der spätere Finalist Kei Nishikori aus Japan unter: 3:6, 1:6. "Ich habe zwei gute Leute geschlagen, aber Nishikori war einfach zu stark für mich", sagte Thiem danach. Kurz musste er zittern , qualifizierte sich aber dennoch zum dritten Mal in Folge für das ATP-Finale in London. Heuer ist er zum vierten Mal dabei.