© APA/AFP/EPU/STAFF

Sport
02/26/2021

Vom Flop bis zum Flügel – Die größten Revolutionen im Sport

Im Regelfall entwickeln sich Disziplinen behutsam und linear, doch manchmal wird der Sport über Nacht verändert.

von Günther Pavlovics, Florian Plavec

1968 verblüffte ein Amerikaner die Sportwelt. Der damals 21-jährige Dick Fosbury überquerte die Latte beim Hochsprung plötzlich rückwärts – und holte mit 2,24 Metern Gold bei den Olympischen Spielen in Mexiko. Der nach ihm benannte „Fosbury-Flop“ revolutionierte den Sport und löste den Straddle-Stil ab, bei dem die Sportler bäuchlings die Latte überquerten.

Der Name „Flop“ geht auf die Schlagzeile eines Sportjournalisten aus Fosburys Heimat Oregon zurück: „Fosbury Flops Over Bar“ schrieb er und verglich den Sprungstil mit einem Fisch, der nach dem Fang an Land floppt – sich also auf den Rücken dreht und seinen Körper krümmt.

Bekannt ist der heute 83-jährige Finne Pauli Siitonen für den nach ihm benannten Siitonen-Schritt, der zum wichtigsten Wegbereiter der modernen Skating-Technik im Langlauf wurde. Dabei handelt es sich um einen Halbschlittschuhschritt, bei dem ein Ski in der Spur der Loipe gleitet, während der andere seitlich ausgeschert wird. Siitonen wandte diesen Schritt Mitte der 1970er-Jahre bei Volksläufen über längere Strecken an und machte ihn damit bekannt.

Diese revolutionäre Neuerung kam bei den klassischen Langläufern in Skandinavien lange Zeit nicht gut an. In der heutigen Zeit findet der Halbschlittschuhschritt kaum noch Verwendung, er wird hauptsächlich von Läufern, die von der klassischen auf die freie Technik umsteigen wollen, als Lernhilfe praktiziert.

Regeln im Fußball werden selten geändert. Eine der wichtigsten Anpassungen war die Einführung der Rückpassregel. 1992 war plötzlich verboten, dass der Tormann den Pass eines Mitspielers mit den Händen aufnimmt. Das Zeitschinden wurde deutlich schwerer.

Sie wurden als Kinder-Skier verspottet. Niemals werde ein Ski-Profi ein Rennen auf einem Carving-Ski gewinnen, hieß es. Am 13. Dezember 1999 bewies Finn Christian Jagge das Gegenteil. Der Norweger, der sich schon im Herbst seiner Karriere befand, siegte in Madonna di Campiglio auf 1,76 Meter kurzen Skiern und leitete damit eine Material-Revolution ein. Eine Saison später perfektionierte der 20-jährige Mario Matt die Technik und gewann damit in Kitzbühel.

Die Autos in der Formel 1 hatten früher die Form von Geschoßen. 1968 montierte Lotus erstmals Front- und Heckflügel an seine Boliden, Graham Hill holte auf Anhieb den Sieg. Bis heute ist die Aerodynamik eines Rennwagens ausschlaggebend für Sieg oder Niederlage.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.