US Open: AUT ist out

Keine Matches, keine Siege, kein Selbstvertrauen – Jürgen Melzer dreht sich nach einigen Verletzungen in einem Kreisel, aus dem er einen Ausweg sucht.
Foto: ap

Das Grand-Slam-Turnier in New York geht nach der 2. Runde ohne Österreicher über die Bühne. Melzer steckt in der Krise.

New York. Dort, wo es erst jetzt so richtig losgeht, haben sich die Österreicher längst verabschiedet. Jürgen Melzer war der letzte rot-weiß-rote Beitrag im Einzel, ehe es in der 2. Runde eine bittere 6:3-3:6-6:1-2:6-6:7-Niederlage gegen den Russen Igor Kunitsin setzte.

Tamira Paszek, die allerdings durch eine Bauchmuskelzerrung gehandicapt war, und Patricia Mayr-Achleitner hatten sich in Runde eins verabschiedet, Martin Fischer und Yvonne Meusburger gar schon in der Qualifikation. So wie in Paris erreichte kein österreichisches Ass die 3. Runde - zuvor war dies das letzte Mal bei den Australian Open 2007 passiert.

Kein Selbstvertrauen

Vor allem Jürgen Melzer steckt in der Krise. Nach zahlreichen Verletzungen in diesem Jahr - zuletzt plagte eine Oberschenkelverletzung - fehlte die Matchpraxis, damit die Siege und folglich das Selbstvertrauen.

Dem Weltranglisten-17. ist klar, welch große Chance er in New York in der zweiten Runde gegen den Russen Kunitsin vergeben hat. "Wenn ich da drüberkomme, spiele ich gegen Muller, der mir eigentlich taugt. Dann stehst du auf einmal im Achtelfinale und weißt nicht wirklich, warum", erklärte der Deutsch Wagramer. "Aber ich werde sicher nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern weiterarbeiten", versprach Melzer.

Wo ist der Aufschlag?

Er selbst findet, dass er durchaus das Zeug dazu hat, in die Top Ten zurückzukehren. "Ich habe es sicher nicht verlernt. Es geht ja phasenweise ganz gut. Ich muss einfach meinen Aufschlag finden, da habe ich Probleme. Dann gewinnst du drei, vier Matches und bist wieder dort, wo du eigentlich hingehörst."

Nach den US Open gilt sein ganzer Fokus der Vorbereitung auf den Davis Cup in Belgien in knapp zwei Wochen. Es sei jetzt wichtig, die richtige Balance zwischen Training und Regeneration zu finden: "Ich habe heuer nicht gerade wenige Verletzungen gehabt. Ich muss schauen, dass mein Körper verletzungsfrei bleibt. Wenn ich mich jetzt tot trainiere, dann geht es wieder nach hinten los."

Die Zahl 30 als Altersindikator spielt da keine Rolle, denn Melzer ist grundsätzlich körperlich topfit. "Wann ich aufhöre, steht in den Sternen, da denke ich noch gar nicht daran."

Seinen Fans verspricht er eines: "Ich werde mich reinhauen. Ich hoffe, dass ich zum Davis Cup wieder in Form bin und auch in Wien wieder gut spiele."

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(kurier) Erstellt am
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