Fingerzeig: Clément Champoussin attackierte zum perfekten Zeitpunkt

© APA/AFP/MIGUEL RIOPA

Sport
09/04/2021

Turbulente 20. Vuelta-Etappe - und Primoz Roglic profitiert

Der Slowene baut seinen Vorsprung noch ein wenig aus. Und Felix Großschartner ist wieder Gesamtzehnter.

33,8 Kilometer trennen Primoz Roglic vom dritten Sieg in Serie bei der Spanien-Rundfahrt. Das finale Einzelzeitfahren nach Santiago de Compostela am Sonntag kommt dem Slowenen durchaus gelegen, ist er doch der Olympiasieger in dieser Disziplin. Er geht mit 2:38 Minuten Vorsprung in die finale Prüfung.

Die 202,2 Kilometer der 20. Etappe von Sanxenxo zum Castro de Herville im Nordwesten Spaniens am Samstag führten über fünf Bergwertungen – davon einer zum Ziel. Zunächst prägte eine große Fluchtgruppe das Rennen, ehe Ineos um Egan Bernal angesichts von 12:30 Minuten Rückstand des Feldes aufs Tempo drückte.

20th stage of the Spanish Cycling Vuelta

Folgenschwere Attacken

Das Ergebnis war nicht, was der Giro-d’Italia-Sieger aus Kolumbien erwartet hatte: Das Feld zerbröselte, und Bernal  musste zuschauen, wie das Bahrain-Victorious-Duo Jack Haig (AUS/4./+4:36) und Gino Mäder (SUI/8./7:48) nach 150 Kilometern abermals attackierte –  mit Leader Roglic, dem Spanier Enric Mas (2./Movistar/+2:30)  und  Ineos’ Briten Adam Yates (6./+5:44) im Schlepptau.

Um Egan Bernal, vor Etappenstart noch Fünfter im Klassement, scharten sich unter anderem der frühere Gesamtdritte Miguel Ángel López (COL/Movistar) und auch Felix Großschartner von Bora-hansgrohe. Man sah einander an – und gab das Rennen verloren.

Solist an der Spitze

Ganz vorne hatte sich der Südafrikaner Ryan Gibbons von der Ausreißergruppe abgesetzt. Mit 1:35 Minuten Vorsprung auf seine einstigen Fluchtgefährten ging der Emirates-Profi in den vorletzten Berg, neun Mann jagten ihm hinterher.

Ein anderer  hatte sich schon früh geschickt ganz vorn platziert und konnte nun Haig und Mäder helfen – ihr ukrainischer Teamkollege Mark Padun, der heuer beim Critérium du Dauphiné mit zwei gewonnenen Bergetappen nacheinander schon für Aufsehen gesorgt hat. 2:30 Minuten lag  die Gruppe um die Besten 30 Kilometer vor dem Ziel hinter Gibbons, 1:18 Minuten hinter der zweiten Gruppe.

Und der Südafrikaner ging auch solo in die letzte Abfahrt des Tages, 55 Sekunden vor den Verfolgern um die letzten Kandidaten für das Bergtrikot Romain Bardet (FRA) und Michael Storer (AUS/beide DSM). Eine Minute dahinter folgte die Gruppe Roglic, Bernal und Kollegen lagen weitere 4:36 Minuten zurück. Der Leader hatte einen ruhigen Tag – er brauchte sich nur vom Trio von Bahrain-Victorious ziehen lassen. Und das tat er.

Turbulentes Finale

Eingangs des 9,7 Kilometer langen  Schlussanstiegs hatte die Gruppe ums Rote Trikot die Verfolger gestellt. Bei bis zu 16 Prozent Steigung attackierte Mikel Bizkarra (Euskaltel) in der Hoffnung, doch noch für einen spanischen Erfolg bei dieser Vuelta zu sorgen – und wurde brutal ausgekontert.  Erst von Adam Yates, dann auch von Primoz Roglic,  Enric Mas und Jack Haig.

Das Quartett kam bis auf elf Sekunden an Gibbons heran, stellte aber vier Kilometer vor dem Ziel die  Arbeit ein. Man sah einander in die Augen, Bizkarra schloss auf, zog durch – und fing sich den nächsten Konter ein.

2,8 Kilometer vor dem Ziel war dann Ryan Gibbons eingeholt – und Bizkarra setzte die nächste erfolglose Attacke, die nur dafür sorgte, dass die Causa Etappensieg für den Südafrikaner  erledigt war.  Die letzten 1.600 Meter brachten dann die Entscheidung: Der Franzose Clément Champoussin (AG2R Citroën) raste davon, im Schlepptau abermals Bizkarra, der noch ein letztes Mal abgefangen wurde und schließlich den siebenten Rang holte.

Primoz Roglic wurde mit sechs Sekunden Rückstand Zweiter und distanzierte  Enric Mas und Adam Yates um weitere zwei Sekunden. Und auch  Felix Großschartner profitierte vom turbulenten Tag: Der Oberösterreicher von Bora-hansgrohe kam als 17. ins Ziel und ist nun wieder Gesamtzehnter.

Das Resümee des 27-Jährigen: „Es war ein super harter Tag, aber ich habe mich heute wesentlich besser gefühlt seit meinem Sturz auf der 17. Etappe. Es war ein äußerst chaotischer Tag, was das Gesamtklassement betrifft, und ich bin froh, wieder in den Top Ten zu sein. Morgen ist das Einzelzeitfahren - und ich hoffe, dass ich da gute Beine haben werde, um meine Top-Ten-Platzierung zu verteidigen."

Vuelta, 20. Etappe (Sanxenxo–Castro de Herville, 202,2 km): 1. Champoussin (FRA) AG2R Citroën 5:21:50, 2. Roglic (SLO) Jumbo-Visma +6, 3. A. Yates (GBR) Ineos +8, 4. Mas (ESP) Movistar gl. Zeit, 5. Haig (AUS) Bahrain-Victorious +12, 6. Hamilton (AUS) DSM +16, 7. Bizkarra (ESP) Euskaltel +23, 8. Gibbons (RSA) Emirates, 9. Mäder (SUI) Bahrain-Victorious gl. Zeit, 10. De Tier (BEL) Alpecin-Fenix +50, 17. Großschartner (AUT) Bora-hansgrohe +6:55, 18. De la Cruz (ESP) Emirates, 19. Bernal (COL) Ineos alle gl. Zeit, 27. G. Martin (FRA) Cofidis +7:40, 28. Kuss (USA) Jumbo-Visma gl. Zeit, 87. P. Gamper (AUT) Bora-hansgrohe +27:09.
Gesamt: 1. Roglic 83:11:27, 2. Mas +2:38, 3. Haig +4:48, 4. A. Yates +5:48, 5. Mäder +8:14, 6. Bernal +11:38, 7. Kuss +13:42, 8. G. Martin +16:11, 9. De La Cruz +16:19, 10. Großschartner +20:30, 111. P. Gamper +4:32:35.

Benelux-Tour, 6. Etappe (Ottignies-Louvain-la-Neuve–Houffalize, 207,6 km): 1. Colbrelli (ITA)  4:55:27, 2. Mohoric (SLO) beide Bahrain-Victorious +24, 3. Stuyven (BEL) Trek-Segafredo gl. Zeit, 26. Gogl (AUT) Qhubeka-NextHash +2:17, 31. Pöstlberger (AUT) Bora-hansgrohe +2:23.
Gesamt: 1. Colbrelli 20:23:30, 2. Mohoric +51, 3. Campenaerts (BEL) Qhubeka-NextHash +53,  19. Pöstlberger +2:56, 43. Gogl +11:48.

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