Sport
05.12.2011

The Final Touchdown

Bilanz: Organisatorisch top, aus österreichischer Sicht ein Flop. Die Höhepunkte und Enttäuschungen der Football-WM 2011.

Ein kleiner Trost war es, nicht mehr. Österreich beendete die Football-WM im eigenen Land mit einem 48:10-Kantersieg gegen überforderte Australier und damit auf dem siebenten Rang. Es war der erste WM-Sieg überhaupt für das Team. Der soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die WM aus sportlicher Sicht für Österreich enttäuschend verlief, das Mindestziel wurde verfehlt: das Spiel um Platz fünf am Samstag. Dennoch können die Veranstalter auf eine gelungene Football-WM 2011 zurückblicken. Eine Bilanz.

Die Stimmung "Ihr seid die Kirsche auf dem Schlagobers", brüllte der Platzsprecher in sein Mikrofon. Und er hatte recht. Tosender Applaus für den Gegner, tosender Applaus für die unterlegene Mannschaft. Während Rapid im leeren Hanappi-Stadion spielte, feierten zur gleichen Zeit die Fans im Happel-Stadion ein Sport-Fest. Das Publikum in Graz, Innsbruck und Wien war absolut WM-würdig.

Die Spiele Natürlich ist die Profiliga NFL eine andere Kategorie. Doch das Niveau der durchwegs spannenden WM-Spiele (etwa Kanada - Japan) konnte sich sehen lassen.

Die Organisation
Erstmals nahmen die acht besten Mannschaften an einer WM teil. Lob gab es von allen Seiten. Sowohl US-Headcoach Mel Tjeerdsma, als auch der Präsident des Internationalen Football-Verbandes, Tommy Viking, sprachen von der bisher besten WM.

Die Fairness Keine versteckten Fouls, kein Simulieren. Liegt ein Spieler verletzt am Feld, knien sich alle (!) Spieler an der Seitenlinie auf den Boden. Die harten Kerle zeigten, wie fair Sport sein kann.

Die Österreicher So viel hatte sich die Nationalmannschaft vorgenommen. Von Bronze wurde geträumt, Fünfter - und damit das beste Team aus Europa - wollte man auf jeden Fall werden. Doch gegen Japan und Kanada war die Fehlerquote zu hoch und gegen Frankreich schenkte man innerhalb von katastrophalen 48 Sekunden das Spiel her. Das hat Österreich die Party versaut.

Der Freitag In einem äußerst spärlich besetzten Happel-Oval musste Österreich an einem Wochentag um 15 Uhr gegen den letzten Platz spielen. "Wir haben riskiert und uns verspekuliert", gibt Daniel Fettner vom AFBÖ zu. "Natürlich haben wir gehofft, dass Österreich am Samstag vor dem Finale um Rang fünf spielt."

Die Verletzten Vier Spiele in sieben Tagen sind im Football ungewöhnlich. Dementsprechend lang ist die Verletztenliste bei den Österreichern. Auch Stamm-Quarterback Gross fiel aus.

Der Dopingfall Demetrius Eaton wurde bei seinem Verein Basel bereits im April positiv auf THC (Marihuana) getestet. Dies wurde aber erst nach dem ersten WM-Spiel bekannt, der Amerikaner wurde umgehend suspendiert.

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