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Sport Tennis
02/11/2021

Vor Thiem gegen Kyrgios: Ein Duell in aller Feindschaft

Vor dem Drittrunden-Duell bei den Australian Open gab es bereits verbale Schlagabtäusche mit dem Lokalmatador.

von Harald Ottawa

Wenn man sich einen konventionellen Tennisspieler oder gar einen Vorzeigeprofi vorstellen will, wird man nicht zwingend an Nick Kyrgios denken. Und damit sind nicht unbedingt nur sein kräftiger Aufschlag und seine atemberaubende Vorhand gemeint, der Drittrundengegner von Dominic Thiem bei den Australian Open zwingt die Tennis-Familie zu unterschiedlichen Meinungen.

„Ein Gegner, den man nie braucht. Wenn er will und einen guten Tag hat, kann er alle schlagen“, sagte Thiem über Kyrgios nach seinem zweiten souveränen Auftritt, der in einem 6:4-6:0-6:2-Erfolg über den Deutschen Dominik Koepfer mündete.

Die Fans werden am Freitag – wohl in der Night Session – freilich ihrem Lokalmatador die Daumen drücken. Sie waren begeistert, wie sich der 25-Jährige gegen den starken Franzosen Ugo Humbert mit zwei abgewehrten Matchbällen aus der Gefahrenzone befreite und abschließend 5:7, 6:4, 3:6, 7:6, 6:4 siegte.

Thiem und Kyrgios lieferten einander einige Schlachten. Aber nicht auf dem Platz. Das bisher einzige Duell endete 2015 mit einer Aufgabe des Australiers im Achtelfinale von Nizza bei 3:4. Thiem kann sich deshalb gut an das Turnier erinnern, weil es ihm seinen ersten Titel bescherte.

Virtuelles Duell

Im Vorjahr duellierten sich Thiem und Kyrgios via Internet. Kyrgios hatte den Niederösterreicher und Organisator Novak Djokovic für deren Verhalten bei der Adria-Tour kritisiert, als trotz hoher Corona-Zahlen Fans ohne Masken auf der Tribüne saßen und die Spieler ausgelassen feierten.

„Ich verstehe nicht, dass sich jetzt alle einmischen“, schrieb Thiem, Kyrgios habe „selbst viel Unsinn gebaut“. Der setzte zum Return an. „Worüber redest du? Von meinen Fehlern wie dem Zerstören von Schlägern? Fluchen? Hier und da ein Match abschenken? Sachen, die jeder macht? Keiner von euch hat die intellektuellen Fähigkeiten, zu begreifen, um was es mir geht. Mir geht es um Verantwortung.“

Kein Vorbild

Als Vorbild für die Jugend taugen dennoch eher andere. Oft braucht Kyrgios bei einem Turnier mehr Rackets für eine Runde als seine Gegner bei einem Turniersieg. Dazwischen werden Zuseher oder Offizielle beflegelt. 2015 sagte Kyrgios während eines Spiels seinem Kontrahenten Stan Wawrinka, dass dessen Freundin eine Liaison (jugendfrei übersetzt, Anm.) mit einem anderen Tennisprofi hat. 2019 stand Kyrgios in Socken auf dem Platz, weil er seine Schuhe vergessen hatte. Im selben Jahr warf er in Rom wütend einen Stuhl auf den Platz, in der Vorwoche beim ATP-Cup einen Schläger aus dem Stadion. Zudem gibt’s immer wieder Disqualifikationen, Strafen und Sperren.

Genie?

Genie und Wahnsinn? Boris Becker verneint: „Genies sind Federer oder Nadal. Aber nicht Kyrgios, der keinen einzigen großen Titel geholt hat.“ Djokovic darf wohl auch zu den Genies gezählt werden. Über den Weltranglisten-Ersten sagte Kyrgios kürzlich: „Novak ist ein großartiger Tennisspieler. Aber er feierte auch oben ohne mitten in der Pandemie eine Party. Von so einem Mann brauche ich keine Ratschläge.“

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