Australian Open

© REUTERS / ASANKA BRENDON RATNAYAKE

Sport Tennis
01/29/2022

Barty schreibt Tennis-Geschichte und gewinnt die Australian Open

Die Nummer eins der Tennis-Welt schlägt Collins und kürt sich in Australien zur ersten heimischen Titelträgerin seit 1978.

Ashleigh Barty hat sich als erste australische Tennisspielerin seit 1978 zur Australian-Open-Siegerin gekürt. Die Nummer eins der Welt gewann das wechselhafte Endspiel am Samstag in Melbourne mit 6:3, 7:6 (7:2) gegen die amerikanische Überraschungsfinalistin Danielle Collins. Damit hielt Barty dem Druck der Erwartungen stand und beendete die 44 Jahre lange Wartezeit der sportbegeisterten Australier. Trotz eines 1:5-Rückstands im zweiten Satz rettete sich die 25-Jährige mit cleverem Spiel in den Tiebreak, in dem sie von Anfang an vorn lag.

"Wow", sagte Barty euphorisch und strahlend, als sie die begehrte Trophäe entgegengenommen hatte, bedankte sich bei ihrem Team und ihrer Familie im Publikum: "Dies ist einfach ein Traum von mir, der wahr geworden ist. Ich bin einfach so stolz, ein Aussie zu sein."

Eine große Nacht

Laut hatte Barty um 21.12 Uhr Ortszeit ihre Freude herausgeschrien, als sie gleich den ersten ihrer vier Matchbälle mit einem Vorhand-Passierball verwandelt hatte. Fest umarmte sie ihre alte Doppelpartnerin Casey Dellacqua. Auch vor der großen Leinwand im Melbourne Park brach Jubel aus.

Collins verpasste am Tag vor dem Herren-Endspiel zwischen dem spanischen 20-fachen Grand-Slam-Turniersieger Rafael Nadal und dem russischen Weltranglisten-Zweiten Daniil Medwedew in ihrem ersten großen Finale ihren ersten Grand-Slam-Titel. "Es war riesig zu sehen, wie Ash die Rangliste den ganzen Weg zur Nummer eins hochgeklettert ist und ihre Träume lebt. Ich bewundere dich als die Spielerin, die du bist", sagte die die Amerikanerin: "Nun ist es Zeit, eine große Nacht für Ash zu feiern."

Für Barty war an einem für diese zwei Grand-Slam-Wochen ungewöhnlich kühlen Abend im australischen Sommer alles angerichtet: Die australische Tennis-Ikone Rod Laver war unter den Ehrengästen ebenso wie Chris O'Neil, die 1978 als zuvor letzte Australierin bei den Australian Open siegte und bei der stimmungsvollen Show den Daphne Akhurst Memorial Cup auf den Court brachte.

Kein Jubel

Von Anfang vermittelten die Zuschauer in der gut gefüllten Rod-Laver-Arena, dass sie ihre Hoffnungsträgerin mit zum Titel tragen wollten. Unermüdlich erklangen die "Ash"-Anfeuerungsrufe für die Weltranglistenerste, der ungewohnte unerzwungene Fehler unterliefen. Insbesondere der Aufschlag half ihr, ins Match zu finden.

Collins führte ihre Marotte fort, darauf zu verzichten, sich während der Seitenwechsel hinzusetzen. Beim 2:2 hatte Collins die erste Breakchance, die Barty aber bravourös mit einer Vorhand an die Linie abwehrte. Auch vom Publikum schien die Anspannung abzufallen. Nervosität war Collins zumindest nicht anzumerken. Dann half die Grand-Slam-Finaldebütantin mit einem Doppelfehler beim ersten Breakball Bartys aber mit. Die Australierin holte sich das Break zum 4:2, jubelte aber nach dem Satzgewinn nicht.

Der Schlussakt des Damen-Turniers war ein Finale der Gegensätze. Mit dem Finaleinzug der topgesetzten Barty war zu rechnen gewesen. Die Frage war, ob sie der Last der Erwartungen gerecht werden würde. Auf die Weltranglisten-30. und an Position 27 gesetzte Collins hätte wohl kaum einer gesetzt. Zudem stand auf der einen Seite die nur 1,66 Meter große Barty, die mit ihrem breitem Repertoire glänzte, auf der anderen die Wucht der 1,78 Meter großen Amerikanerin.

Dritter Grand-Slam-Titel

Und die brachte sich über ihre Emotionen immer mehr ins Spiel, dominierte lange den zweiten Satz mit ihrer Aggressivität und zog auf 5:1 davon. Barty, der ersten Australian-Open-Finalistin seit Wendy Turnbull 1980, schien die Satzführung dagegen keine Sicherheit zu verleihen. Der erste Satzverlust im gesamten Turnierverlauf drohte, doch Barty kämpfte sich zum 5:5 zurück - und war im Tiebreak voll da.

Für Barty ist es der dritte Grand-Slam-Titel nach dem French-Open-Gewinn 2019 und dem Wimbledon-Sieg im vergangenen Jahr. Sie darf sich über ein Preisgeld von rund 1,8 Millionen Euro freuen.

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