Überraschung im Frauen-Finale: Rybakina besiegt Sabalenka in Melbourne

Mit einem Dreisatzsieg gegen Aryna Sabalenka holte sich Jelena Rybakina ihren ersten Titel bei den Australian Open. Im dritten Satz holte Rybakina ein 0:3 auf.
Rybakina mit der Trophäe

Wie hoch stehen die Chancen auf den Sieg, wenn man gegen die Weltranglistenerste im Entscheidungssatz 0:3 zurückliegt? 

Jelena Rybakina ließ sich  im Finale der Australian Open in Melbourne von diesem Zwischenstand genauso wenig aus der Ruhe bringen wie von den Schreien von Aryna Sabalenka, mit denen sie ihren Schlägen auch akustisch Druck verleiht. 

Rybakina schaffte nicht nur das Rebreak im dritten Satz, sie machte gar fünf Games in Folge und servierte bei 5:4  mit vier Service-Winnern in Folge zum 6:4,  4:6, 6:4 aus. Den allerersten Matchball verwertete die 26-Jährige mit einem Ass. Sie kassierte einen Siegerscheck in Höhe von umgerechnet 2,44 Millionen  Euro für ihren zweiten Major-Titel nach Wimbledon 2022.  

TENNIS-AUS-OPEN

Nach dem Sieg in der Neuauflage des Melbourne-Finales von 2023 sagte sie zur unterlegenen Belarussin Sabalenka: „Ich weiß, es ist hart für dich im Moment, aber ich bin überzeugt, dass wir noch viele Finale bestreiten werden. Ich hoffe, wir können heuer so weiter machen. Du und dein Team machen einen großartigen Job.“

Rang 3 als Lohn

Die Kasachin verkürzte im Head-to-Head auf 7:8. Sabalenka verlor in ihrem achten Major-Endspiel zum vierten Mal. Rybakina verbessert sich im WTA-Ranking von Platz fünf an die dritte Stelle.

Das Finale fand wegen des Regens bei geschlossenem Dach in der Rod Laver Arena statt. Rybakina überraschte die Favoritin im ersten Satz und gewann diesen mit 6:4.  Sabalenka unterliefen ungewohnt viele Fehler, die 27-Jährige fing zunehmend an zu hadern.  In einer extrem ausgeglichenen Partie schlug die Favoritin im zweiten Durchgang mit einem gewonnenen Break 6:4 zurück.

Im gesamten Turnierverlauf vor dem Finale waren die Kontrahentinnen ohne Satzverlust geblieben. 

Im Entscheidungssatz blieb es spannend. Sabalenka holte früh das erste Break und ging 3:0 in Führung. Das sollte eigentlich die Vorentscheidung sein.  Rybakina-Coach Stefano Vukov  rief auf den Platz:  „Du musst mehr Energie reinlegen.“ Und das half enorm. Die Kasachin ließ nicht locker und schaffte im sechsten Game den Ausgleich zum 3:3. Rybakina stellte sogar von 0:3 auf 5:3 und servierte bei 5:4 auf den Turniersieg auf. 

Ass zum Abschluss

Auch das zehnte Game des dritten Satzes blieb spannend. Mit einem Service-Winner holte sich die starke Aufschlägerin ihren ersten Championship-Point und nach 2:18 Stunden mit einem Ass den Finalsieg gegen die große Favoritin.

Spannend: Gesamt machten beide Finalistinnen je 92 Punkte.  Rybakina bekam den Pokal für den Turniersieg von der zweifachen Melbourne-Siegerin Jennifer Capriati überreicht. 

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