Tennis-Star Dominic Thiem: "Das war mein größter Fehler"

ATP Masters 1000 - Monte Carlo Masters
Nach einem guten Auftritt in Monte Carlo ist Thiem in München gefordert. Er sprach über den Trainerwechsel, Fehler der Vergangenheit und warum er nun doch auf einen Mentalcoach vertraut.

Nach dem Aus in Monte Carlo ist Österreichs Tennis-Ass Dominic Thiem ab Montag beim ATP-250-Turnier in München im Einsatz. Zum Auftakt trifft er auf den Franzosen Constant Lestienne und hat damit ein machbares Los erhalten. Der 29-jährige Niederösterreicher hat die bisher einzige Begegnung vor allerdings elf Jahren in der Rennes-Qualifikation in drei Sätzen gewonnen.

Für Thiem ist es nach 2015 und 2016 erst das dritte Antreten in München. Vor sieben Jahren hatte er sich erst im Endspiel Philipp Kohlschreiber beugen müssen. Thiem hatte zuletzt in Estoril mit dem Viertelfinaleinzug sowie in Monte Carlo mit dem Erstrundensieg über Richard Gasquet (FRA) Aufwärtstendenz bewiesen. 

Im Vorfeld des Turniers sprach er mit der Bild-Zeitung über seinen neuen Trainer und die schweren letzten Monate. Zuletzt machte der Niederösterreicher ja unter anderem Schlagzeilen, weil er sich von Trainer Nicolas Massu trennte. Laut Thiem ging das von beiden Seiten aus: "Es braucht mal eine Abwechslung und frischen Wind und so probiere ich was Neues. Das ist nach vier Jahren, die ja mit meinem Sieg bei den US Open 2020 unglaublich erfolgreich waren, auch ganz normal, dass man einen neuen Input braucht."

Kein Gedanke ans Karriere-Ende

Nun übernimmt der Deutsche Benjamin Ebrahimzadeh: "Wenn die Chemie stimmt, machen wir zusammen weiter." Jetzt geht es für Thiem darum, sportlich wieder Selbstvertrauen zu sammeln. Die ehemalige Nummer drei der Welt bereut vor allem, zu früh wieder begonnen zu haben. "Das war auf jeden Fall ein Fehler. Ich hätte noch ein paar gute Trainingswochen gebraucht." Als Sportler sei man "sehr ungeduldig. Und das ist, wie schon gesagt, der größte Fehler, den man machen kann."

Den Gedanken, "alles hinzuschmeißen", hätte er aber nie gehabt: "Ich spürte tief in mir drinnen, dass ich es noch einmal probieren wollte. Natürlich gab es schwere Momente, aber die führten nicht dazu, dass ich ans Karriereende dachte." In München will er nun "gut spielen" und Punkte sammeln. Dabei komme ihm auch die Höhenlage entgegen: "Ich glaube, dass ich hier gut spielen kann."

Thiem setzt auf Mentalcoach

Dennoch zieht der Niederösterreicher nun auch einen Mentalcoach zu Rate. „Ich habe extern Hilfe genommen, was sehr gut war. Andererseits habe ich auch wieder angefangen, besser zu spielen, intensiver zu trainieren", sagte er in München. Noch wenige Wochen zuvor hatte Thiem erklärt, auf diese Art der Hilfe zu verzichten. Nun sagt er: "Ich sehe es entspannt. Wir Spieler schauen auf jedes Detail. Und der mentale Bereich ist ebenfalls einer, wo man sich verbessern kann, auf den man schauen muss.“

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