Hype um Lilli: Tagger beendete eine dunkle Linz-Serie
Sensation durch Lilli Tagger
Es passt einfach alles zusammen. Als hätte Österreich auf diesen Moment gewartet, in Linz war es jedenfalls tatsächlich so: Lilli Tagger, Österreichs große Zukunftshoffnung gewann als erste Österreicherin seit 13 Jahren ein Match im Hauptbewerb des Linzer Traditionsturniers (Patricia Mayr-Achleitner kam damals ins Viertelfinale).
Und wie die erst 18-Jährige gewonnen hat. Tagger ließ der Spanierin Paula Badosa, die vor vier Jahren die Nummer zwei der Welt war, beim 6:4-7:6(5)-Sieg zeitweise kaum Chancen, wurde erst bei einer 5:2-Führung im zweiten Satz etwas nervös. Die Spanierin, die nach Verletzungen und Formkrisen aus den Top 100 fiel, wirkte die meiste Zeit ratlos, Tagger brillierte mit einem starken Aufschlag, einer famosen Vorhand und ihrer (auch im Frauen-Tennis mittlerweile seltenen) Rückhand. Aber es war jederzeit zu sehen, was ihn ihr steckt.
„Unglaublich, ich bin als Außenseiter ins Match gegangen. Daheim zu spielen, ist immer unglaublich. Wenn Du auf dem Platz bist, hast du schon einmal die 50-prozentige Chance zu gewinnen“, sagt Tagger, die am Donnerstag auf die als Nummer drei gesetzte Russin Liudmilla Samsonowa trifft. Ein Sieg würde ihr das Ticket für den Hauptbewerb bei den French Open bringen. "Das war ein ganz großes Ziel."
Schett ist begeistert
Für Turnierbotschafterin Barbara Schett ist Taggers Aufstieg nur eine Frage der Zeit. „Als ich sie im Vorjahr in Paris das erste Mal spielen gesehen habe, wusste ich, die wird es schaffen.“ Auch weil das Set-up passt. „Sie setzt sich wie kaum eine andere mit ihren Stärken und Schwächen auseinander.“ Nur eine kleine Schwäche ortet Schett. „Sie hat noch ein bisserl das österreichische Kastldenken. Aber das wird ihr ihre Trainerin Francesca Schiavone auch noch austreiben.“
Dass sie von ihrem Team abgeschirmt wird, versteht die Tirolerin. „Bei uns gab es ja noch keine Soziale Medien. Heute werden die Spieler auch überall überwacht, selbst Carlos Alcaraz kritisierte, dass überall Kameras stehen.“ Ob sie ihre rot-weiß-rote Bestmarke (Nummer sieben der Welt) knacken kann? „Sie ist wie ich eine Tirolerin. Das würde mich sehr freuen.“
Kraus und Grabher ausgeschieden
Ausgeschieden ist Sinja Kraus, die der Rumänin Sorana Cirstea an deren 36. Geburtstag 3:6, 3:6 unterlag. „Das war heute nicht so ganz mein Tag“, sagt die 23-Jährige. Im Abendspiel verlor Österreichs Nummer eins Julia Grabher nach anfänglich gutem Spiel Alexandra Eala von den Philippinen 4:6, 3:6. "Ich habe zu viele Chancen ausgelassen und sehr schlecht returniert", analysierte Grabher.
Am Mittwoch trifft Anastasia Potapowa auf die Chinesin Zhang Shuai (nicht vor 16 Uhr, live ORF Sport Plus).
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