Shooting-Star Lilli Tagger in Linz: „The Sky is the limit“

Nach ihrem Auftaktsieg über Badosa in Linz sprach Jungstar Lilli Tagger über den Medienrummel, Aufmerksamkeit und vor allem Ziele.
Herzerfrischend: Lilli Tagger

Österreichs ehemalige Weltklassespielerin Barbara Schett sagte bereits vor Lilli Taggers 6:4-7:6-Sieg über die ehemalige Nummer zwei Paula Badosa: „Seit meinem Karriere-Ende habe ich in Österreich noch keine Spielerin mit einem derartigen Potenzial gesehen.“

Dass Lilli Tagger mit dem Auftaktsieg beim WTA-500-Turnier als erste Österreicherin seit 2013 ein Match im Linzer Hauptbewerb  gewinnen konnte, ist nur das Tüpfelchen auf dem i. Zum dritten Mal in Folge bedankte sich die erst 18-Jährige bei einem großen Turnier (Indian Wells, Miami und nun Linz) mit einem Auftaktsieg. Und mit einem Erfolg am Donnerstag gegen die Russin Ljudmila Samsonowa (WTA-21.), die zuletzt weniger gut in Form war, stürmt die Osttirolerin nicht nur in die Top 100, sondern steht fix im Hauptbewerb der French Open, wo sie im Vorjahr den Juniorentitel holen konnte. 

„Ziele kann man sich nur setzen, wenn ich sie wirklich spüre.“

Lilli Tagger

„Natürlich haben wir uns dieses Ziel schon seit Längerem gesetzt, dass ich im Hauptfeld in Paris stehe“, sagt Tagger, die sich bei Pressegesprächen immer lockerer zeigt.

In ihrem ersten vollen Jahr auf der Erwachsenen-Tour gibt es viele neue Eindrücke und viel zu lernen. Nicht nur von den Gegnerinnen, wie Tagger versichert. „Man muss sich selbst kennenlernen, wie man in gewissen Situationen ist, wie man mit sich selbst umgehen muss. In manchen Situationen weiß ich selber noch nicht, wie ich bin. Es ist das Ziel, jeden Tag ein bisschen mehr über sich selbst rauszufinden.“ 

Bei der Setzung der Zwischenziele („Viele sagen, the sky is the limit“) hat die von Trainerin Francesca Schiavone und Co. sehr beschützt geführte Tagger schon auch Mitspracherecht, versichert sie. „Ziele kann man sich nur setzen, wenn ich sie wirklich spüre.“

Mit dem größer werdenden Medienrummel geht die mittlerweile 1,87 m große Tagger ebenfalls immer besser um. „Anstrengend ist es auf keinen Fall, aber es ist schon noch ein bisserl eigenartig“, sagt sie. „Ich hätte es mir nicht erwartet, dass es so schnell auf einen zukommt.“ Doch es sei ein Zeichen für den richtigen Weg, wenn einen die Leute schätzen würden. „Es gehört zu unserem Leben dazu.“ 

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