Knapp hat es nicht gereicht: Serena Williams scheiterte in Wimbledon in der ersten Runde

© EPA/ANDY RAIN

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06/29/2022

Keine Sorge: Serena Williams macht weiter

Nach der bitteren Auftaktniederlage in Wimbledon gab es viele Spekulationen. Aber die beste Spielerin der Geschichte wird dem Sport erhalten bleiben.

von Harald Ottawa

Ein letzter Gruß dem jubelnden Publikum, die Tasche mit ihrem eigenen Logo geschultert und Ratlosigkeit im Gesicht: Serena Williams' Auftritt ließ viele Fragen offen. Das dramatische, aber ĂŒberaus glanzlose  5:7, 6:1, 6:7 (7:10) in der ersten Runde gegen die französische Außenseiterin Harmony Tan gab wenig Antworten. Auch der Auftritt des 40-jĂ€hrigen US-Stars beim anschließenden Medien-Termin nicht. Ob es ihr letzter Auftritt in Wimbledon war, „kann ich nicht beantworten“. War es ĂŒberhaupt der letzte Auftritt in ihrer glanzvollen, einzigartigen Karriere?

Diese Frage lĂ€sst sich leicht beantworten: Sollte sich Serena Williams nicht erneut verletzen, mit einem klaren „Nein“. Die GrĂŒnde:

Die Pause

Serena Williams bestritt nach ihrer Oberschenkelverletzung, die sich vor genau einem Jahr in Wimbledon zugezogen hatte, zwölf Monate lang kein Einzelmatch. Sie schlug lediglich in der Vorwoche in Eastbourne im Doppel auf und kam dort ins Halbfinale, zu dem sie aufgrund einer Verletzung ihrer tunesischen Doppelpartnerin Ons Jabeur nicht antreten konnte. Naheliegend, dass sie SchwĂ€chen im Spiel hatte. Aber: Williams wirkte fit wie schon seit Jahren nicht und rĂ€umte im Vorfeld ein, dass sie hart fĂŒr dieses Comeback trainiert hatte.

Die Motivation

Serena Williams fehlt nur noch ein Titel auf den Allzeit-Rekord der Australierin Margaret Court (24 Grand-Slam-Siege). Seit der Babypause 2017 war sie auch vier Mal knapp dran, verlor aber ebenso oft in Endspielen. Ob sie den großen Coup doch noch schafft, ist eher anzuzweifeln, versuchen wird sie es. Immerhin ist sie die beste Spielerin der Geschichte. Dass sie nach Wimbledon erstmals seit 25 (!) Jahren aus der WTA-Weltrangliste fliegt, wird ihr keine schlaflosen NĂ€chste bereiten. Sie kann mit geschĂŒtztem Ranking starten, wird allerorts aber sowieso mit Wild Cards versorgt.

Die nÀchste Aufgabe

Die Amerikanerin deutete aber Lust auf einen Auftritt bei den kommenden US Open an, die am 29. August beginnen. „Wenn du zu Hause bist, besonders in New York und bei den US Open, dem Ort meines ersten Grand-Slam-Siegs, ist das immer etwas super Besonderes“, sagte Williams. „Das ist definitiv viel Motivation,  um besser zu werden.“ Sie wird also nicht gerade vor ihrem Heimturnier die Tennistasche auf den berĂŒhmten Nagel hĂ€ngen. 

Die Dramaturgie

Williams, die wie erwÀhnt beste Spielerin der Geschichte, wird nicht mit einer matten Darbietung und der daraus resultierenden Niederlage gegen die Nummer 115 der Welt aufhören. Das war nie Serena Williams, das wird sie auch nie sein. Auch wenn keine Dame in den Top 1.000 der Weltrangliste im nÀchsten Ranking Àlter als sie sein wird: Wenn am 29. Oktober die US Open starten, wird man eine Serena Williams sehen. Vielleicht sogar eine gute.

Die PopularitÀt

Was nicht fĂŒr das Damen-Tennis spricht, wohl aber fĂŒr Serena: Sie ist die einzige Spielerin, fĂŒr die die Menschen weltweit den Fernseher einschalten.

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