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Sport Tennis
07/10/2020

Jürgen Melzer zur Adria-Tour: "Katastrophe für den Tennissport"

Österreichs Rekordteamspieler spricht im Sport Talk über Treue, die Zukunft, glanzvolle Siege und kritisiert "Corona-Sünder".

von Harald Ottawa

Sehr locker plauderte Jürgen Melzer im Sport Talk auf schauTV (Samstag, 13.45)  über die harte Corona-Zeit und seine Zukunft. „Im Lockdown hatte ich viel Zeit mit meinem dreijährigen Sohn zu spielen, was sehr schön war.“

Corona war auch schuld, dass das Daviscup-Finale in Madrid auf November 2021 verschoben wurde. Ob Österreichs Rekordteamspieler Jürgen Melzer dann noch dabei ist, kann angezweifelt werden. „Es könnte sein, dass meine 37. Teilnahme heuer im März meine letzte war“, sagt der 39-Jährige. „Einerseits würde es mir extrem weh tun, nicht dabei zu sein, andererseits müsste ich dann noch ein ganzes Jahr spielen.“ Eine Entscheidung will er am Jahresende treffen.
 

Großes Programm

Diese Saison spielt er auf jeden Fall, wird auch bei den US Open und French Open dabei sein, in Wien sowieso. „Es sieht aus, dass wir Mitte August in Amerika starten können. Es wird sich aber noch alles weisen, wie es mit den Einreisebestimmungen aussieht, für Europa sieht es besser aus“, sagt Melzer, der mit dem Franzosen Édouard Roger-Vasselin ein Doppelteam bildet.

Kritik an Adria-Tour

Die Adria-Tour und das Fehlverhalten einiger Spieler bei der Abschlussparty in Belgrad, bei der auch Thiem mitfeierte, half für Melzer in Hinblick auf das Comeback der Tour nicht wirklich. „Wenn Bilder rauskommen, wo oben-ohne gefeiert wird und das in Verbindung mit positiven Tests ist das eine Katastrophe für den Tennissport.  Es war von der Regierung freigegeben, es wurde zuviel genehmigt, das war blauäugig“, sagt der Niederösterreicher. „Einerseits war es ein Schuss vor den Bug, es hat gezeigt, dass man so nicht weitermachen kann. Andererseits war es ein Dämpfer für alle Veranstalter. Es wurde ihnen nicht leichter gemacht, gewissen Dinge bei Regierungen durchzubringen.“

Lange Erfolgsliste

Fünf Grand-Slam-Turniere gewann Melzer in seiner Laufbahn. Bei den Junioren Einzel in Wimbledon sowie Doppel bei den Australian Open (1999), im Doppel in Wimbledon (2010 ) und bei den US Open (2011), im Mixed in Wimbledon. „Der schönste Erfolg war wahrscheinlich der Doppelsieg in Wimbledon. Weil ich ihn mit meinem Freund Philipp Petzschner gewann.“

Zuletzt wiederholte der ORF zwei Topspiele von 2010. Bei den French Open schlug er im Viertelfinale nach Rückstand Novak Djokovic. „Ich habe nur gehofft, dass er mir meine Chance lässt, dann hat er im dritten Satz vier Games geschlafen und hat mich zurückkommen lassen.“ Melzer siegte und erreichte als erster Österreicher nach Thomas Muster ein Grand-Slam-Semifinale.

Auch das Wien-Finale gegen Andreas Haider-Maurer wurde wieder gezeigt. „Andi schaut es sich oft an. Er hätte die Partie gewinnen müssen, hat auf das Match serviert.Noch heute hofft er, dass dieser eine Aufschlag, der nur knapp im Aus war, noch kommt“, scherzt Österreichs Sportler des Jahres 2010. 

Kontakt mit dem ÖTV

Melzer wird nach der Karriere seinem Sport treu bleiben. So ist er auch als Sportdirektor des Österreichischen Tennisverbandes im Gespräch. „Ich möchte meine Erfahrungen weitergeben, mir liegt der Verband am Herzen. Es gibt bereits Gespräche und auch bald einen neuen Präsidenten.“ Der Vorarlberger Staatssekretär Magnus Brunner ist derzeit der einzige Kandidat.

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