Sport
13.05.2018

Dominic Thiem verliert das Madrid-Finale

Der 24-Jährige verpasst nach dem 4:6 und 4:6 gegen Alexander Zverev die Chance, sein erstes Masters-1000-Turnier zu gewinnen.

Günter Bresnik hatte bereits vor Jahren prophezeit: „ Alexander Zverev wird ganz sicher einmal die Nummer eins.“

Gewiss wäre es dem Trainer von Dominic Thiem lieber gewesen, dass der Deutsche nicht ausgerechnet im Finale von Madrid dieses Versprechen einmal mehr bestätigte. Doch sein Schützling stand gegen den 21-Jährigen zumeist auf verlorenem Posten, konnte sein Spiel nie richtig aufziehen wie zuvor gegen Kevin Anderson und vor allem Rafael Nadal. Ein Umstand, der einerseits einem groß aufspielenden Zverev geschuldet war, aber auch einer unerwartet hohen Fehlerquote.  

Am Ende war es der Hamburger, der 6:4 und 6:4 gewann und sich damit bereits seinen dritten ATP-1000-Titel nach Rom und Montreal (beides 2017) sicherte, während Thiem noch auf seinen ersten warten muss. Zweifelsohne – es war dennoch eine großartige Woche für den 24-Jährigen, der in Madrid zum zweiten Mal im Endspiel stand, im Vorjahr war er noch Rafael Nadal unterlegen. Eine große Woche ohne krönenden Abschluss eben.

Break zu Beginn

Österreichs Nummer eins, die ab Montag die Nummer acht im weltweiten Ranking sein wird, verschlief den Beginn, mit einem Doppelfehler servierte er Zverev das erste Break. Den Vorsprung gab der Deutsche, der bei seinen Aufschlagspielen souverän agierte, bis zum Ende des ersten Satzes nicht mehr aus der Hand. Auch im zweiten Satz gab Thiem sofort sein Aufschlagspiel ab, Zverev konnte erneut mit der Führung im Rücken sein Potenzial aufblitzen lassen. 

Freilich viel seltener als noch in den vorangegangenen Partien - und vor allem viel zu selten für Zverev. Und wenn der Lichtenwörther herankam, konnte Zverev seinem Aufschlag vertrauen. An diesem Sonntag in Madrid auch ein Schlüssel zum Turniersieg. Zverev gewann damit erstmals auf Sand gegen Thiem und verkürzte im direkten Duell auf 2:4, bei den anderen Begegnungen war er jedoch noch ein Teenager.

Duell der Zukunft

Dennoch war es ein Duell der Zukunft. Das Durchschnittsalter in den Top Ten beträgt trotz Zverev und Thiem 29,3 Jahre. Dominic Thiem wird in den nächsten Jahren noch oftmals die Gelegenheit zur Revanche haben. Vielleicht schon in Rom. Schön wär’s aus deutscher und österreichischer Sicht - denn die beiden würden sich erst im Endspiel gegenüberstehen.

Zuvor muss Österreichs Topmann aber nach einem Freilos den Italiener Fabio Fognini oder den Franzosen Gaël Monfils besiegen. Und vor allem im Viertelfinale Rafael Nadal.

Finale Dominic Thiem - Alexander Zverev zum Nachlesen

  • 15:44

    Zukunftsmusik

    Das heutige Finale des Masters-1000-Tennisturniers von Madrid zwischen Alexander Zverev und Dominic Thiem ist das erste Duell der beiden auf großer Bühne und möglicherweise ein Vorbote für die Zukunft.
  • 16:26

    Aufstrebend

    Partien des 21-jährigen Deutschen gegen den 24-jährigen Niederösterreicher könnten in den nächsten Jahren solche um die Vorherrschaft an der Weltranglistenspitze werden.
  • 16:31

    Bisherige Duelle

    Von den bisherigen fünf Vergleichen der beiden hatte nur jenes vor zwei Jahren beim 250er-Event in Nizza Finalcharakter. Thiem setzte sich da ebenso durch wie Wochen davor im München-Halbfinale, kurz danach in der Runde drei der French Open und im Februar 2017 zum Auftakt des Hallen-Turniers von Rotterdam. Nur im Herbst 2016 in der Runde der letzten 32 in Peking war Zverev erfolgreich geblieben. In keinem dieser Spiele blieb der Gewinner ohne Satzverlust.
  • 16:39

    Entwicklung

    "Wir haben die fünfmal gegeneinander gespielt, als er schon Top Ten war und ich noch mehr in der Entwicklung war", merkte Zverev nach seinem Halbfinalsieg gegen den Kanadier Denis Shapovalov an. Tatsächlich war der Lichtenwörther erst nach dem dritten Tour-Duell mit seinem Freund erstmals in die Top Ten vorgestoßen. Das ändert aber nichts daran, dass Thiem im Ranking stets klar besser war. Beim ersten Duell war Zverev 49., zehn Monate später in Rotterdam schon 18.
  • 16:43

    Los geht's

    Thiem hat den ersten Aufschlag.
  • 16:45

    Breakbälle

    Gleich im ersten Spiel bieten sich Zverev zwei Breakchancen an.
  • 16:46

    Break!

    Mit einem Doppelfehler gibt der Österreicher seinen ersten Aufschlag ab. Kein guter Start...
  • 16:50

    0:2

    Zverev hat bei seinem ersten Aufschlagspiel keine Probleme. Thiem ist noch nicht in dieser Partie.
  • 16:52

    1:2

    Nun aber, diesmal gibt Thiem keinen Punkt ab. Das tut seinem Selbstvertrauen gut.
  • 16:56

    1:3

    Einen Punkt kann Thiem diesmal nur bei Aufschlag Zverev holen.
  • 17:02

    2:3

    Thiem tut sich immer noch schwer, holt sich aber das bislang längste Spiel in diesem Match.
  • 17:05

    2:4

    Zverev gewinnt das 6. Spiel zu Null. Thiem hadert erstmals laut mit sich. "Geh hin!", schreit er nach einem Ballwechsel.
  • 17:09

    3:4

    Thiem tut sich erneut schwer, verkürzt aber auf 3:4 - und das auch nach einem richtig schön herausgespielten Punkt.
  • 17:11

    Besuch

    Im Publikum sieht man viel Prominenz.
  • 17:13

    3:5

    Zverev lässt wieder nichts anbrennen. Der erst 21-Jährige ist der klar tonangebende Mann im Moment.
  • 17:15

    4:5

    Thiem gewinnt zu Null und hält sich in diesem Satz. In diesem 9. Spiel haben wir endlich mal Thiems Markenzeichen gesehen - eine krachende Vorhand.
  • 17:21

    1. Satz an Zverev!

    Thiem geht 30:0 in Führung, mit drei Super-Aufschlägen dreht der Deutsche den Spieß um. Entscheidend für das 6:4 war in diesem Entscheidungsspiel die Aufschlagstärke des Hamburgers. Seine Führung geht aber grundsätzlich in Ordnung, Thiem spielt zurzeit nicht wie der Thiem vergangener Tage.
  • 17:26

    Déjà-vu

    Nein! Genau wie im ersten Satz holt sich Zverev auch im zweiten das Break!
  • 17:29

    Zum Nachsehen

    Die Entscheidung im ersten Satz:
  • 17:31

    0:2

    Zverev lässt erneut nichts anbrennen, sein Gegenüber scheint auch richtig genervt zu sein. Die Körpersprache war beim Niederösterreicher schon mal besser.