Hello America: Patrick Riml ist als US-Alpinchef in der Erfolgsspur.

© KURIER/Stefan Sigwarth

Ski alpin
02/06/2015

Österreichische Chefs im Ausland unter Druck

Patrick Riml & Co. jubeln inzwischen mehr über nicht-österreichische Siege.

von Wolfgang Winheim

Ein Tiroler, der 1960 aus Frust über seine Nichtberücksichtigung für Olympia in die USA ausgewandert war, gilt als einer der Ski-Pioniere in Vail. Als solcher hatte Pepi Gramshammer seinem prominenten Skischüler Gerald Ford eingeredet, sich für eine WM in Vail einzusetzen. Und weil es sich bei Mister Ford um den früheren US-Präsidenten handelte, bekam der feine Ski-Ort diese auch 1989 prompt. Als Ford 2007 verstarb, war Gramshammer einer der Sargträger.

Der Gasthof Gramshammer, in dem Ford stets abgestiegen war, wurde wie schon 1989 und 1999 mit Erlaubnis des nunmehr 82-jährigen Besitzers für zwei Wochen zum Ö-Haus umfunktioniert. Dort lässt ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel seine Medaillengewinner abfeiern. Und dort schauen auch dessen "Feinde" zuweilen auf ein Glaserl vorbei, handelt es sich doch um Landsleute. Bloß mit dem Unterschied, dass die über nicht-österreichische Siege mehr jubeln.

So ist der TirolerPatrick Rimlder Sportdirektor des US-Skiteams. Und der SalzburgerAlexander Hödlmoserder Speedcoach der US-Herren. Und der BurgenländerToni Beretzki, der zuvor Admiras Kickern Beine gemacht hatte, für die Kondition aller US-Stars verantwortlich. Den VorarlbergerRoland Pfeifersetzte Riml indes kurz vor der WM als Coach vonMikaela Shiffrinab, nachdem sich die 19 Jahre junge Slalom-Olympiasiegerin und MamaEileen über den autoritären Stils Pfeifers beschwert hatten.

Sonderrechte genießen österreichische Trainer bei ihrem österreichischen Chef keine. Zumal auch in den USA der Neid a Luder sein kann und so mancher joblose Skilehrer nur darauf wartet, dass die WM wegen zu viel Austria for USA in die Skihos’n geht.

Auch in der Schweiz steht ein Österreicher unter Erfolgsdruck. Auch Rudi Huber ist Chef über Damen und Herren. Auch er vertraut auf österreichisches Know-how. Wobei der (mit der Schweizer Ex-Weltmeisterin Sonja Nef verheiratete) Salzburger Damen-Trainer der Schweiz, Hans Flatscher, und der Steirer Sepp Brunner schon auf der Fränkli-Gehaltsliste standen, als Huber noch Atomic-Rennleiter war.

Nur kurz hielt es Mathias Berthold beim ÖSV als Herren-Cheftrainer aus, obwohl er diesen Job bei Amtsantritt 2010 als den wichtigsten im Skizirkus bezeichnet hatte. Der Vorarlberger kehrte zum deutschen Verband zurück. Allerdings nicht mehr zu den Damen, die unter seiner und Christian Schwaigers Regie früher erfolgreicher gewesen waren. Berthold übernahm das deutsche Männerteam. Worauf sich der Österreicher Schwaiger zu einem Geschlechterwechsel bei den Deutschen entschloss und jetzt für Felix Neureuther und Fritz Dopfer zuständig ist. Unter den schärfsten Konkurrenten der beiden sind der Norweger Henrik Kristoffersen (gecoacht vom Steirer Christian Mitter) und Alexander Choroschilow vom russischen Skiteam, das wiederum von Mitters Vater Wolfgang gemanagt wird.

Auch der Kitzbüheler Christian Leitner (Japan-Trainer) sowie die Steirer Burkhard Schaffer (Trainer des kanadischen Super-G-Sensationszweiten Dustin Cook) und Walter Hubmann (Speed-Coach der Kroaten) sorgen dafür, dass auf den Pisten Deutsch dominiert. Beim Team Captains’ Meeting aber wird ausschließlich auf Englisch kommuniziert. Und das nicht, weil in diesem Jahr Colorado der WM-Schauplatz, sondern weil die Formel 1 das Vorbild ist.

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