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Sport
10/17/2019

Seit 15 Jahren top: Freudiges Jubiläum für Lionel Messi

Auszeichnung als Rekord: Genau 15 Jahre nach dem Debüt gab es für den Barcelona-Star den bereits sechsten „Goldenen Schuh“.

von Alexander Huber

Die Rekordjagd der ewigen Rivalen Cristiano Ronaldo und Lionel Messi geht weiter. Nachdem Ronaldo mit dem geschichtsträchtigen 700. Tor seiner Karriere (beim 1:2 von Portugal gegen die Ukraine) vorgelegt hat, ist wieder Messi dran: der Superstar des FC Barcelona bekam am Mittwoch den „Goldenen Schuh“ der UEFA überreicht.

Und weil so eine Auszeichnung alleine nicht reicht, muss es auch ein Rekord sein. Der 32-jährige Argentinier ist der erste Stürmer, der zum sechsten Mal Europas bester Torjäger wurde. Ronaldo hält bei vier Siegen.

Österreichisches Doppel

Seit 1968 gibt es die Ehrung der Goalgetter, damals noch von France Football organisiert. Hans Krankl (1978) und Toni Polster (1987) sind Österreichs Preisträger. Wobei Polsters 39 Tore erst mit Verspätung ausgezeichnet wurden: Der Rumäne Camataru hatte im letzten Ligaspiel 21 (!) seiner 44 Tore erzielt, die offensichtliche Manipulation wurde später zugegeben. Von 1992 bis 1996 wurden keine Ehrungen durchgeführt.

2010 gab es für Lionel Messi – der nicht nur für Krankl der Allergrößte ist – den ersten Goldschuh. 2017, 2018 und 2019 war der Linksfuß jeweils der Effizienteste. Erster Verfolger war ein möglicher Nachfolger: Kylian Mbappé von Paris SG.

Este als Erster

Messi hält bei 692 Pflichtspielen für Barcelona mit 604 Toren (Ronaldo hält bei 605 Treffern im Klub-Dress). Er bejubelte in der aktuellen Saison wegen seinen Verletzungspausen aber erst ein Tor. Es führt der 20-jährige Este Erik Sorga von Tallinn – allerdings in einer bald endenden Ganzjahresmeisterschaft – mit 27 Toren und 27 Punkten vor Bayern-Star Robert Lewandowski, der bislang elf Mal in der Bundesliga traf und damit 22 Punkte erreicht. Die Anzahl der Tore wird mit einem Faktor multipliziert, der sich nach der Liga-Stärke richtet. Die fünf Top-Ligen erhalten den Faktor zwei.

Auf Platz neun und zehn liegen Erling Haaland (Salzburg) und Shon Weissman (WAC). Ihre elf Liga-Treffer werden mit dem Faktor 1,5 multipliziert.

Zirkus-Star

Messi hat mit seinen Künsten bereits die Grenzen des Sports gesprengt. Vor einer Woche gab der Leider-nein-Weltmeister sein Zirkusdebüt. Die Show „Messi10“ des Cirque du Soleil hatte in Barcelona Weltpremiere.

„Das war ein komisches Gefühl. Das ist eine große Ehre, aber ich denke, ich träume“, sagte Messi, der als erster Sportler ins Zentrum einer Show der kanadischen Zirkustruppe gerückt wurde.

Erinnerung ans Debüt

Der 16. Oktober 2019 wird für Lionel Messi nicht nur wegen der Ehrung in einer Brauerei in Barcelona ein besonderer Tag bleiben.

Auf den Tag genau 15 Jahre davor lief „Der Floh“ erstmals für die Profis von Barça ein. Der damals 17-Jährige wurde im Derby gegen Espanyol Barcelona eingewechselt.

Fast schon ungewöhnlich ist bei Messis außergewöhnlichem Karriere-Tempo, dass erst am 1. Mai 2005 gegen Albacete der erste Treffer gelang. Immerhin war Messi damals der jüngste Ligatorschütze in der Historie des FC Barcelona (ehe Bojan Krkic diesen Rekord unterbot).

Sobald Lionel Messi nach seiner Fußverletzung wieder topfit ist, wird er an den nächsten Bestmarken arbeiten. Die Ehrung der FIFA vor drei Wochen mit dem „Ballon d’Or“ zum neuerlich besten Spieler der Welt soll nicht seine letzte gewesen sein.