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Sport
12/16/2021

Lena Grabowski, ein legendäres Live-Interview und die Folgen

Die 19-jährige Schwimmerin fiel nach EM-Bronze aus allen Wolken. Nun steigt die Burgenländerin bei der Kurzbahn-WM wieder ins Wasser.

von Philipp Albrechtsberger

Es gibt Sätze, die fallen selten im österreichischen Spitzensport. Einer davon: „Die Trainingsmöglichkeit könnten besser nicht sein“, sagt Lena Grabowski. Und die Schwimmerin, die in der Südstadt trainiert, lebt und zur Schule geht, fährt fort: „Davon kann jeder Athlet eigentlich nur träumen.“

Die 19-Jährige hat sich diese Formulierungen nicht extra für das KURIER-Gespräch im Vorfeld der am Donnerstag beginnenden Kurzbahn-WM in Abu Dhabi zurechtgelegt: „Ich sag’ immer, was ich mir denke.“

Das tat sie auch Anfang November im Interview, nachdem sie bei der Kurzbahn-EM sensationell die Bronzemedaille über 200 Meter Rücken gewonnen hatte. Ihr emotionaler und erfrischender Live-Auftritt (siehe Video unten) hat auch außerhalb der Schwimmszene Wellen geschlagen.

Von den vielen Reaktionen war die Burgenländerin selbst überrascht. „Schon kurios, dass es für Aufsehen sorgt, wenn jemand als authentisch wahrgenommen wird“, sagt sie, „aber vielleicht verwendet man irgendwann auch so Standardantworten, wenn man öfter gefragt wird.“

Die nächsten Antworten könnten der Rückenspezialistin an diesem Wochenende entlockt werden. Grabowski steigt für ihre Paradestrecke über 200 Meter ins WM-Becken. Der Finaleinzug ist das erklärte Ziel, wenngleich sie sich auf der Langbahn wohler fühlt.

Das sei für sie das echte Schwimmen, „und ich bin einfach besser im Schwimmen als im Tauchen“. Durch die vielen Wenden im nicht-olympischen 25-Meter-Becken kommt den Tauchphasen auf der Kurzbahn eine hohe Bedeutung zu. Auf ihrer 200-Meter-Strecke etwa finden 80 Meter unter Wasser statt.

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Das zweite Großereignis innerhalb weniger Wochen sei dennoch eine willkommene Abwechslung. Eigentlich ist der Herbst und Winter die Zeit des beinharten Formaufbaus. Kilometer-Fressen oder Fliesen-Zählen (jene im Pool) heißt das in der Schwimmsprache. 25 Stunden pro Woche befindet sich Grabowski im Wasser. „Auf dem hohen Niveau macht es nicht immer Spaß. Wenn es immer Spaß macht, mache ich wohl etwas falsch.“

Apropos Niveau: Die Türen zu den Schwimmhallen dieser Welt stehen Österreichs jüngster Olympia-Teilnehmerin von Tokio offen. Dennoch hat sie sich gegen ein Stipendium an einer US-Uni entschieden, sie will den Sport mit einer Polizei-Ausbildung verbinden. Wer braucht schon den großen Teich, wenn er – wie die Parndorferin – den Neusiedler See vor der Tür hat. Dort kam Grabowski mit Schwimmen in Berührung. „Meine Eltern wollten einfach, dass ich nicht absaufe.“

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