Sport
05.12.2011

Sauwetter bleibt US Open treu

Dienstag und Mittwoch wurde nicht gespielt, die Aussichten für Donnerstag sind nicht rosig. Es droht ein Termin-Chaos.

Die US Open 2011 gehen im Regen unter - Dienstag und Mittwoch konnte kein einziges Spiel stattfinden, auch für Donnerstag sind die Wetterausichten wenig vielversprechend. Und elbst wenn gespielt werden kann, müsste einer der späteren Finalisten vier Tage in Folge best-of-five-Partien spielen.

Kurios, dass es nicht die Ausläufer des Hurrikans "Irene" zu Turnierbeginn sind, die die Veranstaltung so stören, sondern ganz normales schlechtes Wetter - das es bei den US Open immer wieder gibt. Schließlich droht bei einer weiteren Verschiebung schon das vierte Montag-Endspiel in Folge. Gefragt ist ein Balanceakt für die Verantwortlichen. Rafael Nadal, Andy Roddick und Andy Murray haben dem Oberschiedsrichter Brian Earley von ihrer Seite Druck gemacht und sich beschwert, weil sie nicht noch einmal auf einen rutschigen Platz beordert werden möchten.

"Bei den Grand Slams geht es um eine Menge Geld. Sie tun es für sich und nicht für uns. Wir sind Teil der Show", sagte Titelverteidiger Nadal. Der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic pflichtete dem Trio bei. "Uns ist die geschäftliche Seite klar. Die Leute kaufen Karten und wollen Tennis sehen, aber manchmal geht die Gesundheit vor. Die Meinung der Spieler sollte mehr respektiert werden."

Verzerrter Spielplan

Mit einem Dach wie bei den Australian Open oder in Wimbledon gäbe es die sich stets wiederholenden Probleme in New York nicht. Tennis-Ikone und Fernseh-Moderator John McEnroe rief die Spieler im Hinblick auf das enge Restprogramm zum Widerstand auf. "Die Spieler müssen zusammenhalten und sagen. Das machen wir nicht." Daraufhin twitterte Viertelfinalist Janko Tipsarevic: "McEnroe for President!" Der Serbe gehört wie sein Landsmann und nächster Gegner Djokovic zu den Privilegierten, ebenso der Schweizer Roger Federer und dessen französischer Kontrahent Jo-Wilfried Tsonga. Das Quartett steht schon im Viertelfinale - eine hausgemachte Ungerechtigkeit des verzerrten Spielplans.

"Die Fernsehpläne diktieren das Programm mehr als bei jedem anderen Grand Slam. Vielleicht muss man das Arthur-Ashe-Stadium abreißen und ein neues bauen", sagte John McEnroes Bruder Patrick, der ehemalige US-Davis-Cup-Kapitän. Eine Überdachung der erst 1997 fertiggestellten Arena ist angesichts von 200 Millionen Dollar Kosten laut Turnierdirektor Jim Curley nicht nur eine technische Herausforderung: "Finanziell geht das über unsere Verhältnisse."

"Komm schon New York, zeig mir etwas Sonne"

Wie auch immer: Stimmen die Wettervorhersagen, dann wird es ab Freitag zumindest etwas besser, die Regen-Chance sinkt von 80 auf 30 Prozent. Das würde auch Jürgen Melzer freuen. Österreichs Nummer 1, der im Einzel schon in der zweiten Runde ausgeschieden ist, wartet ja auch noch auf seinen Einsatz im Doppel-Viertelfinale mit Philipp Petzschner. "Komm schon New York, zeig mir etwas Sonne", twitterte Melzer am Mittwochvormittag, ehe er später resigniert anfügte: "alles gestrichen für heute - ich liebe es."