Sport
19.07.2017

TdF: Ex-Skisprung-Weltmeister Roglic Etappensieger

Der Slowene gewinnt die 17. Etappe, Froome bleibt in Gelb, Kittel muss aufgeben.

Als wäre diese 17. Etappe der Tour de France nicht schon lang (183 Kilometer) und steil (Col de la Croix de Fer, Col du Télégraphe, Col du Galibier) genug, war die Nervosität im Feld groß an diesem Mittwoch. Schon nach 19 Kilometern ging eine Gruppe zu Boden, unter den Pechvögeln war auch der deutsche Sprinter Marcel Kittel, der mit zerrissenem Trikot, blutiger Schulter, kaputtem Schuh und blutigem rechtem Knie viel Zeit verlor.

Michael Matthews, sein australischer Rivale im Kampf um das Grüne Trikot, schaffte es in eine Fluchtgruppe und schnappte sich die 20 Punkte, die für den Zwischensprint ausgelobt waren, damit lag er nun nur noch neun Punkte hinter Kittel zurück – und kurz vor 15 Uhr musste der Deutsche, der bereits fünf Etappensiege geholt hatte, aufgeben.

Abteilung Attacke

Auch im Kampf um die Gesamtwertung ging es turbulent zu: Im Anstieg zum Col de la Croix de Fer (2067 Meter) griffen Nairo Quintana und Alberto Contador 125 Kilometer vor dem Ziel an, doch bald konnte der Kolumbianer das Tempo des Spaniers nicht mehr mitgehen – Contador zog alleine davon. Nur kurz konnte ihm der Oberösterreicher Michael Gogl helfen, der als Relaisstation im Vorderfeld platziert war; die Folge seiner Verkühlung.

2:50 Minuten lag Contador auf dem ersten Pass der höchsten Kategorie vor dem Briten Christopher Froome im Gelben Trikot, damit hatte er den Rückstand in der Gesamtwertung annähernd halbiert. Im Anstieg zum Col du Télégraphe (1566 m) musste er nach einem Defekt das Rad wechseln, auf dem Gipfel lag er mit der elfköpfigen Spitzengruppe dann bereits 3:50 Minuten vor Froome. Doch im Anstieg zum Col du Galibier (2642 m) attackierte der Slowene Primoz Roglic (2007 Team-Junioren-Weltmeister im Skispringen!) – und er siegte dann auch in Serre-Chevalier. Froome, der Drittplatzierte Rigoberto Urán (COL) und der Vierte Romain Bardet (FRA) gaben sich keine Blöße, während der Italiener Fabio Aru seinen zweiten Rang mit 31 Sekunden Rückstand auf Froome abgeben musste.

Am Donnerstag ist keine Verschnaufpause erlaubt – das Ziel ist der Col d’Izoard (2360 m).

Saubere Sache

Keine Auffälligkeiten gibt es bislang an der Dopingfront der 104. Tour de France, was entweder heißt, dass es eine saubere Rundfahrt ist, oder dass andere Präparate verwendet werden. Tatsache ist jedenfalls: Im ursprünglich 198-köpfigen Feld sind nur vier frühere Dopingsünder vertreten. 2016 waren noch sechs Herren am Start, die mehr als sechs Monate aus dem Verkehr gezogen waren, wie die Bewegung für einen glaubwürdigen Radsport (Mouvement pour un Cyclisme Crédible) mitteilt.

Immerhin die Hälfte der 22 Teams, die gegenwärtig durch Frankreich rollen, sind in diesem freiwilligen Zusammenschluss vertreten. Das Team Sky um Christopher Froome ist nicht dabei.